Löw geht Risiko: Jung und wild wie nie!

Löw verzichtet bei der WM auf Gomez – und beruft viele junge Spieler ins vorläufige Aufgebot. Der halbe Kader hat weniger als 20 Länderspiele. Volland freut sich.
| Florian Bogner
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Löw setzt auf die Jungen: Selten war ein Kader so unerfahren wie dieser.
Löw setzt auf die Jungen: Selten war ein Kader so unerfahren wie dieser.

Bundestrainer Joachim Löw verzichtet bei der WM in Brasilien auf Mario Gomez – und beruft viele junge Spieler ins vorläufige 30-Mann-Aufgebot. Der halbe Kader hat weniger als 20 Länderspiele. Kevin Volland freut sich.

Frankfurt - Mario Gomez erfuhr es von Bundestrainer Joachim Löw per Handy. Nicht dabei, bei der WM. Nicht mal im vorläufigen 30-Mann-Kader. Ausgebootet, weil nicht rechtzeitig fit, nach Knieverletzungen. „Das ärgert mich unendlich“, meinte der Ex-Münchner auf „Facebook“: „Die hässlichste Saison meiner Karriere endet mit einem weiteren Rückschlag.“

Für die anderen dagegen soll sie mit einem großen Triumph enden. Am 13. Juli in Rio wollen die DFB-Stars den Goldpokal. Löw macht entschlossen klar, dass er bei diesem WM-Turnier mehr als je zuvor auf junge, hungrige Spieler setzen wird. „Ich habe mich nicht gegen einzelne entschieden, sondern für die maximale Leistungsbereitschaft“, sagt er. „Form und Fitness sind für uns sehr zentrale Leistungskriterien gewesen.“

Dabei geht Löw volles Risiko: Selten war ein Kader so unerfahren wie dieser. In punkto Alter: Eine Drei vorne haben nur Miroslav Klose (35), Roman Weidenfeller (33) und Philipp Lahm (30).19 Spieler sind nicht älter als 25, zehn waren beim letzten WM-Triumph 1990 noch nicht mal geboren. Und in punkto Erfahrung: Von der WM 2010 sind nur zwölf Spieler übrig. Die Hälfte des vorläufigen Kaders hat keine 20 Länderspiele absolviert, zehn Spieler weniger als fünf.

Gänzlich ohne Länderspielerfahrung sind Erik Durm (21), Shkodran Mustafi (21), Leon Goretzka (19), André Hahn (23), Max Meyer (18) und der Ex-Sechziger Kevin Volland (21). „Die Entscheidung haben wir aus absoluter und voller Überzeugung getroffen“, sagt der Bundestrainer: „Hinter jedem dieser Namen steht ein klares Ja.“

Allerdings muss er bis zur endgültigen Nominierung am 2. Juni noch sieben Mann aussortieren. Eine Ausnahme von seiner Fitness-first-Regel macht er nur bei Sami Khedira, der nach einem Kreuzbandriss wieder zurück ist. „Persönlichkeit und Erfahrung sind unverzichtbare Attribute für eine WM. Deswegen bin ich bei ihm dieses Risiko eingegangen“, sagt Löw.

Vor der endgültigen Nominierung steht noch das Länderspiel in Hamburg gegen Polen an (13. Mai), bei dem alle Bayern (7) und Dortmunder (6) wegen des DFB-Pokalfinals fehlen werden. „Nach Hamburg werden wir eine Entscheidung treffen, welche 25 oder 26 ins Trainingslager nach Südtirol gehen“, so Löw.

Um gegen Polen antreten zu können, nominierte er für dieses eine Spiel zusätzlich ter Stegen, Günter, Jung, Rüdiger, Sorg, Arnold, Kramer und Rudy, alle ohne WM-Chance. Hinter der WM-Nominierung will „Sky“-Experte Stefan Effenberg derweil eine Handschrift erkannt haben: die von Löw-Muse Pep Guardiola.

„Man sieht ganz klar, dass man darauf abzielt, wie Barcelona oder Bayern“, sagt Effenberg: „Also nicht unbedingt mit Stoßstürmern, sondern mit vielen flinken Offensiven.“

Was das Verhängnis für Gomez war. „Für die, die es nicht geschafft haben, tut es mir sehr leid. Aber um den angestrebten Erfolg zu erreichen, gab es da keine Konzessionsentscheidung“, sagt Löw. Zu Gomez sagte er: „Er war jetzt sieben Monate verletzt. Daher war ich der Meinung, dass er vielleicht nicht in der Lage ist, unter diesen Bedingungen zu bestehen“, so Löw, der nachschob, dass das nicht Gomez’ Karriereende beim DFB sei.

So freute sich stattdessen U21-Kapitän Volland (Löw: „Er hat einen großen Schritt nach vorne gemacht“) über seine erste Nominierung. Volland versprach seiner Mutter sein erstes Dress. „Sie hat viel Zeit für mich geopfert, da ist es klar, dass das erste Nationaltrikot an meine Mama geht.“

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