Italien startet furios in die EM: Schlaflos in Rom

3:0 im EM-Eröffnungsspiel gegen die Türkei! Die famose Squadra Azzurra von Erfolgstrainer Roberto Mancini lässt Italien von mehr träumen. Stürmer Immobile: "Wir sind superglücklich, dass wir so gestartet sind."
| Krischan Kaufmann
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Start nach Maß beim 3:0-Sieg im EM-Eröffnungsspiel in Rom: Italiens Spieler bejubeln das Führungstor gegen die Türkei.
Start nach Maß beim 3:0-Sieg im EM-Eröffnungsspiel in Rom: Italiens Spieler bejubeln das Führungstor gegen die Türkei. © Matthias Balk/dpa

Rom - "Nessun dorma" – kein Schlaf. Als der italienische Star-Tenor Andrea Bocelli im Rahmen der kurzen Auftakt-Show mit der berühmten Arie aus der Puccini-Oper Turandot am Freitag in Rom kurz vor 21 Uhr die paneuropäische EM-Endrunde eröffnete, gab er damit auch indirekt das Motto für diesen Abend im Stadio Olimpico vor: Schlaflos in Rom.

Rund 16.000 Zuschauer machen mächtig Stimmung

Denn ins Bett wollte nach dem fulminanten 3:0-Sieg der Italiener gegen die Türkei in dieser Nacht in der Ewigen Stadt wahrscheinlich niemand so schnell. Ein Eigentor von Merih Demiral (53. Minute), ein Abstauber von Ciro Immobile (66.) und ein Treffer von Lorenzo Insigne (79.) entschieden die Partie zugunsten der Azzurri. Kaum vorstellbar, dass sich die Römer an die ab 24 Uhr geltende Ausgangssperre gehalten haben...

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Insgesamt 25 Prozent der Plätze im Olympiastadion durften bei der ersten Partie besetzt sein, wegen der Corona-Pandemie waren also nur 15.948 Zuschauer erlaubt. Die sorgten in dem altehrwürdigen Rund, in dem 1990 die deutsche Nationalmannschaft ihren dritten WM-Titel gefeiert hatte, allerdings für eine Atmosphäre, die einem Eröffnungsspiel mehr als würdig war. Und die Akteure auf dem Rasen? Standen dem in nichts nach.

Italiens Torschütze Immobile: "Das war Adrenalin pur"

Ex-BVB-Stürmer Immobile jubelte hinterher in Richtung Fans: "Wir sind superglücklich, dass wir so gestartet sind. Die Stimmung in diesem Stadion, das war Adrenalin pur."

Angestachelt von der lautstarken Unterstützung von den Rängen zeigte der viermalige Weltmeister Italien – kurioserweise an diesem Abend in Rom von der Uefa nicht als Heimmannschaft geführt – von Anfang an, warum die Squadra Azzurra nicht nur 27 Spiele in Folge nicht mehr verloren hatte. 14:0 Torschüsse zur Halbzeit, 70 Prozent Ballbesitz, dominant im Mittelfeld – und mit gefährlichen Standards: Die Mannschaft von Trainer Roberto Mancini übernahm sofort die Kontrolle.

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Türkei sucht das Heil in der Defensive

Die Türkei versuchte es dagegen italienisch, verdichtete hinten um den Ex-Freiburger Calgar Söyüncü (25) den Raum und ließ die Gastgeber kommen. Die Mannschaft von Trainer Senol Günes spielte mit dem Feuer, und wurde in Hälfte zwei dann bitter bestraft.

Zunächst musste Italiens Torwart Gianluigi Donnarumma bei einem abgefälschten Schuss von Cengiz Ünder (50.) erstmals zupacken, drei Minuten später bejubelten die Italiener die verdiente Führung. Domenico Berardi flankte von der rechten Seite scharf nach innen, wo Demiral den Ball unglücklich ins eigene Netz bugsierte.

Die Squadra Azzurra, die sich mit zehn Siegen aus zehn Spielen für die Endrunde qualifiziert hatte, setzte sofort nach und drängte auf den zweiten Treffer. Manuel Locatelli scheiterte mit einem Flachschuss an Cakir, kurz darauf vergab Barardi in aussichtsreicher Position.

Insigne rundet den gelungenen Abend für Italien ab

Die Türken hatten dem stärker werdenden Druck nichts entgegenzusetzen und kassierten folgerichtig das zweite Gegentor. Einen Schuss von Leonardo Spinazzola konnte Türkei-Keeper Ugurcan Cakir mit einem starken Reflex zwar noch abwehren, gegen den Nachschuss von Immobile war der türkische Keeper aber machtlos. Insigne rundete den gelungenen Abend für die Italiener ab.

2018 hatte die italienische Nationalmannschaft mit dem Verpassen der WM-Endrunde in Russland den Calcio in eine schwere Depression gestürzt. Davon haben sich die Azzuri offensichtlich erholt – und dürfen nach dieser berauschenden Nacht in Rom nun sogar wieder ein wenig träumen. 

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