Goretzka top, Gnabry schwächelt: DFB-Elf gegen Ukraine in der Einzelkritik

Die Nationalmannschaft schlägt die Ukraine in der Nations League und hat nun gute Chancen auf den Gruppensieg. Die FC-Bayern-Fraktion trägt dazu entscheidend bei – ein Offensivmann erwischt aber keinen so guten Tag. Die Noten.
| Patrick Strasser
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Goretzka und Werner machen's klar. Die DFB-Elf feiert den Sieg gegen die Ukraine.
Goretzka und Werner machen's klar. Die DFB-Elf feiert den Sieg gegen die Ukraine. © Robert Michael (ZB)

Leipzig – Zweiter Erfolg für die deutsche Nationalelf in dieser Nations-League-Gruppenphase. In Leipzig besiegte das Team von Bundestrainer Joachim Löw die Ukraine dank der Treffer von Leroy Sané und Timo Werner (Doppelpack) mit 3:1. Bis zum Nachmittag hatte die Austragung der Partie auf der Kippe gestanden, weil vier ukrainische Spieler und ein Betreuer positiv auf Corona getestet worden waren und isoliert werden mussten. Erst eine weitere Testreihung der übrigen Mannschaft brachte Gewissheit, weil weitere positive Ergebnisse ausblieben. 

Da die Schweiz im Parallelspiel gegen Spanien überraschend ein 1:1 holte, reicht der DFB-Elf am Dienstag im abschließenden Gruppenspiel in Sevilla gegen Spanien ein Unentschieden zum Gruppensieg und Einzug ins "Final 4" im Herbst 2021.

Die DFB-Noten

Manuel Neuer - Note 3: Länderspiel Nummer 95 – damit zieht der DFB-Kapitän mit dem bisherigen Rekordnationaltorhüter Sepp Maier gleich. "Zur Feier" bekam er von Yaremchuk satt einen ins rechte obere Eck eingeschenkt, hatte keine Abwehrchance beim 0:1 (11.). Ansonsten in seinem knallroten Dress mit dem (Außen-)Pfosten im Bunde, der drei Mal für ihn rettete.

Matthias Ginter - Note 3: Der Gladbacher diesmal als Rechtsverteidiger einer Viererkette, hatte wenig gute Szenen nach vorne. Insgesamt eher unauffällig, ohne zu glänzen. Defensiv stabil. Wirkt jedoch effektiver, wenn er wie so oft unter Löw den rechten Part der Dreierkette übernimmt. Endlich mit gutem Sprint und Top-Hereingabe vor dem 3:1 durch Werner.

Niklas Süle - Note 3: Fehlte den Bayern zwei Partien, weil er "falsch positiv" auf Corona getestet worden war. Kam beim 0:1 gegen Torschütze Yaremchuk zu spät. Ansonsten merkte man ihm etwas an, dass er nach den verpassten Trainingseinheiten wieder Rhythmus aufnehmen musste. Glück, als er Zinchenkos Schuss aus 18 Metern abfälschte – Außenpfosten.

Philipp Max mit Sartelf-Ambitionen

Antonio Rüdiger - Note 4: Bei Chelsea meist außen vor, bei Löw als Innenverteidiger gesetzt. Sah einige Male in der Rückwärtsbewegung im Stellungsspiel nicht gut aus und kassierte Gelb als er einen Konter rüde stoppte (29.), seine zweite in der Nations League. Damit ist er am Dienstag gegen Spanien gesperrt.

Philipp Max - Note 3: Zweites Länderspiel für den Sohn des früheren Löwen-Torjägers Martin Max. Sehr lebhaft und produktiv im Spiel nach vorne über seine linke Seite. Beim Gegentreffer zu zaghaft und lasch im Zweikampf. Immer wieder mit schnellem, direktem Spiel. Hinterließ wieder seine Duftmarke und sagt Gosens und Halstenberg den Kampf um den Stammplatz an.

Robin Koch - Note 4: Blieb gegenüber dem 1:0 im Test gegen Tschechien im Team. Der Verteidiger von Leeds United mit unsicherem Auftreten beim Rückstand. Rückte immer wieder aus der Abwehr vor ins Mittelfeld, attackierte die Aufbauspieler der Ukraine, presste intensiv. Dabei manchmal fahrig und naiv. Aber: Ganz feiner Chip in den Lauf von Goretzka vor dem 2:1 durch Werner.

Ilkay Gündogan - Note 3: Ohne den gesperrten Kroos und den verletzten Kimmich sollte Gündogan der Taktgeber im Mittelfeld sein. Fleißiger Ballverteiler, aber ohne große Zündung nach vorne. Dann doch: Energischer Antritt mit guter Übersicht vor dem 3:1.

Goretzka mit Top-Leistung - auch ohne Kimmich nebendran

Leon Goretzka - Note 1: Ohne seinen gewohnten Nebenmann Kimmich. Gab den offensiveren Part im Zentrum, vergab die erste Schusschance mit links – drüber. Dann mit super Balleroberung und Pass auf Sané vor dem 1:1. Ganz starker Aktivposten, zielstrebig, stets gefährlich. Schussgewaltig und mit feiner Vorlage zu Werners 2:1. Bester DFB-Akteur. 

Leroy Sané - Note 2: Der Bayern-Angreifer fehlte in den Oktober-Länderspielen verletzt. Gegen die Ukraine bewies er wie zuletzt im Bayern-Trikot in Dortmund seine Abschlussstärke. Ballannahme, Ballverarbeitung und wuchtiger Linksschuss zum 1:1. Sechster Treffer im 24. DFB-Einsatz. 

Timo Werner - Note 2: "Heimspiel" für den Ex-Leipziger, mittlerweile in Diensten des FC Chelsea. Kam meist über die linke Seite, stieß aber auch ins Zentrum vor wie etwa beim 2:1 als er in bester Mittelstürmer-Manier per Kopf zur Stelle war. Auch zum 3:1 zur Stelle, der Ball wurde allerdings entscheiden abgefälscht. Seine Tore 14 und 15 im 34. Länderspiel. 

Serge Gnabry - Note 4: Der Außenstürmer der Bayern wird von Löw als falsche Neun ins Rennen geschickt. Versuchte mit Sprints und Rochaden die Deckung der Gäste aufzureißen. Jagte in seinem 16. Länderspiel vergeblich seinem 15. Tor hinterher, verzog einmal mit links – Rücklage. Etwas unglücklich.

Julian Brandt - ohne Note: Von Löw nach dem 1:0 gegen Tschechien kritisiert. Der Dortmunder durfte ab der 76. Minute beweisen, dass er mehr drauf hat. Kam für Werner, rückte in den Dreier-Sturm. Gleich mit guter Aktion und knallhartem Linksschuss (79.). Immerhin.

Luca Waldschmidt - ohne Note: Sechstes Länderspiel für den Stürmer von Benfica Lissabon, der das Siegtor gegen Tschechien erzielt hatte. Durfte ab der 87. Minute Sané ersetzen. 

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