Fragezeichen hinter Ukraine-Spiel - Wirbel für DFB-Auswahl

Jetzt hat der große Corona-Wirbel endgültig die Nationalmannschaft erreicht. Die positiven Tests beim Gegner Ukraine könnten zu einer Absage des Länderspiels am Samstag führen. Eine Entscheidung fällt wohl erst nach weiteren Tests wenige Stunden vor dem Spiel.
| Von Arne Richter und Klaus Bergmann, dpa
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Ungeachtet der neuen Corona-Fälle beim Gegner bereiteten sich die deutschen Nationalspieler auf das Spiel gegen die Ukraine vor.
Ungeachtet der neuen Corona-Fälle beim Gegner bereiteten sich die deutschen Nationalspieler auf das Spiel gegen die Ukraine vor. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
Leipzig

Joachim Löw versuchte die beunruhigende Nachricht von gleich fünf positiven Corona-Tests beim Gegner Ukraine so gut wie möglich auszublenden.

Der Bundestrainer setzte die Vorbereitung auf die Partie der Nations League am Samstag (20.45 Uhr/ZDF) ungeachtet einer möglichen Spielabsage fort. Kommt von der UEFA und dem Gesundheitsamt Leipzig Grünes Licht, kann die Fußball-Nationalmannschaft in Leipzig einen Schritt zum Gruppensieg in der Nations League machen.

CORONA-AUSGANGSLAGE: Am Freitagabend schreckte die Nachricht von insgesamt fünf positiven Corona-Tests auch die DFB-Delegation auf. Unter den vier positiv getesteten Spielern ist auch der frühere Dortmunder Andrej Jarmolenko, wie der ukrainische Verband bestätigte. Am Abend war das Teamhotel der Ukraine von der Polizei in der Innenstadt abgesperrt. Mit einer Blau-Licht-Eskorte war das Team vom Training zurück in die Innenstadt gebracht worden.

Die Mannschaft der Ukraine soll am Samstag gegen 14.00 Uhr nochmals getestet werden. Stehen zwölf Feldspieler und ein Torwart zur Verfügung, muss nach UEFA-Regularien gespielt werden. Die Entscheidung über eine mögliche Quarantäne für das ganze Team liegt allerdings letztlich beim Gesundheitsamt Leipzig.

Sollte das Spiel ausfallen, dürfte die DFB-Elf von der UEFA-Disziplinarkommission zum Sieger am Grünen Tisch erklärt werden. Ein realistischer Ersatztermin steht nämlich nicht mehr zur Verfügung. Nur wenn die Schuldfrage für eine Absage nicht zu klären ist, entscheidet das Los über den Sieger.

SPORTLICHE AUSGANGSLAGE: Die "dunkle Wolke", die DFB-Direktor Oliver Bierhoff zum Wochenstart beklagte, ist noch nicht vertrieben. Das 1:0 im Test gegen Tschechien mit einer B-Auswahl hat aber für ein bisschen Aufheiterung bei der Nationalmannschaft gesorgt. Gegen die Ukraine geht es nun wieder um Pflichtspielpunkte. Und die Perspektive auf den Sieg in der Gruppe 4 der Liga A der Nations League ist nicht schlecht. Nach dem 2:1 im Hinspiel in Kiew und drei Remis ist die DFB-Elf bei sechs Zählern punktgleich mit der Ukraine hinter Spanien (7 Punkte) Zweiter. Die Schweiz hat nur zwei Zähler, so dass ein erneuter sportlicher Abstieg in dem Wettbewerb wie vor zwei Jahren fast ausgeschlossen werden kann.

PERSONAL: Löw setzt wieder auf seine Stammkräfte. Im Tor wird Kapitän Manuel Neuer mit seinem 95. Länderspieleinsatz den deutschen Rekord von Sepp Maier einstellen. Sein Münchner Teamkollege Süle kann nach seiner Corona-Quarantäne wieder als Abwehrchef zum Einsatz kommen. Im Angriff spielen erstmals seit zwei Jahren wieder die drei schnellen Angreifer Leroy Sané, Timo Werner und Serge Gnabry gemeinsam in der Startformation.

"Sie sind alle weit vorne, was Geschwindigkeit betrifft. Wenn sie die richtig einsetzen, sind sie brandgefährlich", sagte Löw über den Turbo-Sturm. Philipp Max hat nach seinem guten Debüt gegen Tschechien beste Chancen auf einen weiteren Einsatz auf der linken Außenbahn.

UKRAINE: In sieben Spielen hat Deutschland gegen die Ukraine noch nie verloren. Dennoch warnte Löw ausdrücklich vor der Auswahl von Trainer Andrej Schewtschenko. Der einstige Weltklassestürmer führte sein Team zur EM-Endrunde und zum Aufstieg in die A-Liga der Nations League. Spanien und die Schweiz wurden in der aktuellen Runde schon geschlagen. "Wir müssen extreme Widerstände überwinden und gute Lösungen parat haben", warnte Löw vor dem Kontrahenten, der im Oktober im Hinspiel in Kiew 2:1 besiegt wurde. Wie damals fallen nun mehrere Akteure wegen der positiven Corona-Tests aus.

NEUER: An Ismail Al Hammadi und Nawaf Mubarak wird sich Manuel Neuer kaum erinnern. Die Fußballer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bezwangen ihn in der extremen Hitze im Al-Maktoum Stadium von Dubai am 2. Juni 2009. Zum ersten Mal stand Neuer damals beim 7:2 im Tor der Nationalmannschaft. Gut elf Jahre später wird der Ex-Weltmeister und mehrfache Welttorhüter zum deutschen Rekord-Schlussmann.

Gegen die Ukraine steht der Münchner zum 95. Mal im deutschen Tor. Auf diese Anzahl an Länderspielen kam bislang nur Sepp Maier zwischen 1966 und 1979. "Manuel Neuer ist ein Ausnahmetorhüter, ein Glücksfall für den Fußball in Deutschland", sagte Löw. Außer Maier holt Neuer auch den heutigen Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei der Anzahl der DFB-Einsätze ein.

© dpa-infocom, dpa:201113-99-327861/2

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