EM-Kolumne von Michael Altinger: Das Ende der EM

Der Kabarettist ist ein Teil des Kolumnisten-Sixpacks der AZ. Heute schreibt er über die befremdlichen Schattenseiten einer alles andere als unpolitischen Europameisterschaft.
| Michael Altinger
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AZ-Kolumnist während der Fußball-Europameisterschaft 2021: Kabarettist Michael Altinger.
AZ-Kolumnist während der Fußball-Europameisterschaft 2021: Kabarettist Michael Altinger. © Sven Hoppe/dpa, Michael Wilfling/ho

Ein guter Bekannter meinte gestern zu mir, er wüsste aus sicherer Quelle, dass diese EM auf keinen Fall zu Ende gespielt wird. Spätestens nach dem Viertelfinale ist Schluss.

Ich sage ihm, dass ich das nicht glaube, aber mir sehr wohl vorstellen kann, dass die Uefa die hohen Inzidenzen in London nutzen wird, um das Endspiel nach Budapest zu verlegen, wo man das gesamte Stadion bis zum letzten Platz füllen darf. Darauf meint er: "Die ungarische Hauptstadt scheidet für das Finale vollkommen aus. Weil morgen alle Fans mit Regenbogen-Fahnen in die Allianz Arena kommen werden, um die verbotene Regenbogen-Beleuchtung des Stadions zu kompensieren. Das wird Viktor Orbán als Affront gegen seine homophobe Politik erkennen und Deutschland als sehr gefährliches Kinderschänderland bezeichnen, das für den Rest seines Lebens hinter Schloss und Riegel gehört."

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Ich erkläre ihm, dass dies nicht das Ende der EM sein kann, auch wenn ganz Deutschland in Ungarn hinter Schloss und Riegel sitzt. Sicher werden sich einige Führungskräfte des DFB von aserbaidschanischen Oligarchen freikaufen lassen und mit der Uefa dafür sorgen, dass das Turnier in Baku zu Ende geführt wird. Mein Bekannter gibt mir recht: "Das klingt sehr logisch. Beide Halbfinals und das Finale. Alle drei Spiele in einem Land, dessen eigene Mannschaft sich gar nicht für das Turnier qualifiziert hat. Das ist korrupt und kriminell und damit absolut glaubhaft."

Die letzten drei Spiele im Grünwalder Stadion?

Darauf sage ich: "Oder Katar kauft den Rest des Turniers, als Testlauf für die WM und lässt alle Mannschaften, die sich für Menschrechte und gegen Rassismus ausgesprochen haben, ohne Klimaanlage spielen." Mein Bekannter ist begeistert. "Das wäre der absolute Wahnsinn und damit die realistischste Wahrscheinlichkeit."

Endlich ist er zufrieden. Noch viel zufriedener wird er, als ich sage: "Wenn dieses Turnier, trotz steigender Inzidenzen in einigen Teilnehmerländern, eine wirklich faire und korruptionsfreie Veranstaltung wäre, dann müssten die letzten drei Spiele vor jeweils 30.000 getesteten und geimpften Zuschauern im Grünwalder Stadion stattfinden." Das wäre fair und völkerverbindend.

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