„Eine Tormaschine!“

Bayerns Torjäger trifft jetzt auch bei der Nationalmannschaft nach Belieben – und ist trotzdem nicht zufrieden: „Höchste Effizienz war das heute nicht“
| Filippo Cataldo
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Unterstrich im Länderspiel gegen die Türkei seine Top-Verfassung: Mario Gomez (r.) erzielte den Führungstreffer.
Unterstrich im Länderspiel gegen die Türkei seine Top-Verfassung: Mario Gomez (r.) erzielte den Führungstreffer.

Istanbul - Und dann stand er plötzlich genau richtig. Mit rechts nahm Mario Gomez in der 35. Minute den Diagonalpass von Thomas Müller an, legte sich den Ball geschickt auf den linken Fuß – und versenkte die Kugel mit viel Gefühl und noch mehr Kraft zum 1:0 im Kasten. Es war ein Weltklasse-Tor, das Gomez da beim 3:1 gegen die Türkei gelang. Und doch war es ein einstudiertes Traumtor.

„Das ist die Philosophie des Bundestrainers, das Spiel schnell zu machen und sofort zum Abschluss zu kommen“, sagte Gomez zu seinem von Keeper Manuel Neuer durch einen weiten Abwurf eingeleiteten und Müllers Pass vorbereiteten Treffer. „Das hat der Manu bei meinem Tor natürlich toll gemacht“, lobte Gomez artig den Kollegen.

Auch Jupp Heynckes bevorzugt bei Bayern dieses schnelle, direkte Spiel. Davon profitiert auch die Nationalelf. „Wenn so viele Spieler vom FC Bayern auf dem Platz stehen, dann ist es keine Kunst, dass die Bayern-Achse Tore schießt“, sagte Thomas Müller, am Freitag als Vorbereiter, Torschütze, Elfmeterherausholer und Gegentorverschulder an allen Treffern beteiligt.

Doch auch Gomez profitiert vom doppelten Training in Sachen Direktspiel. Acht Tore gelangen ihm seit der WM in elf Länderspielen, ebenso oft hat er in dieser noch jungen Bundesligasaison bereits getroffen.

Dabei wäre er in Istanbul beinahe gar nicht in der Startelf gestanden – zumindest nicht als einzige Sturmspitze. Erst durch Miroslav Kloses kurzfristigen Ausfall (Innenbanddehnung) durfte Gomez, wie er es vom FC Bayern gewohnt ist, den Alleinunterhalter im Sturm geben. Noch immer ist Gomez beim DFB nach der für ihn unglücklich verlaufenden Europameisterschaft 2008 nicht unumstritten.

Seine reihenweise vergebenen Großchancen hängen ihn immer noch ein wenig nach – und Klose hat Löw dagegen nie enttäuscht. „Ich habe Mario ja immer eher kritisch gesehen, war nie so ein Fan von ihm in der Nationalmannschaft. Er hat früher vielleicht nicht immer alles gegeben in der Nationalmannschaft“, sagte auch Ex-Europameister und ARD-Experte Mehmet Scholl, fügte aber hinzu: „Aber jetzt ist das ganz anders. Er ist eine wahre Tormaschine!“

Und Gomez’ momentane Torgier scheint unersättlich. „Höchste Effizienz war das heute nicht. Wir hatten noch ein paar Chancen, die wir konsequenter hätten zu Ende spielen müssen“, sagte die Tormaschine noch.

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