DFB-Team: Thomas Müller und Leroy Sane als Podolski-Nachfolger

Lukas Podolski ist beim DFB schwer zu ersetzen. Als Spieler – und vor allem als Mensch. Leroy Sané könnte auf dem Feld seine Position übernehmen – und Thomas Müller der „Sonnenschein“ werden.
| Patrick Strasser
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Einer allein kann Poldi nicht ersetzen: Aber als Duo könnten Leroy Sané (l.) und Thomas Müller die Lücke schließen. 	Fotos: GES, R’steiner/bd. Augenklick
AZ-Montage Einer allein kann Poldi nicht ersetzen: Aber als Duo könnten Leroy Sané (l.) und Thomas Müller die Lücke schließen. Fotos: GES, R’steiner/bd. Augenklick

Lukas Podolski ist beim DFB schwer zu ersetzen. Als Spieler – und vor allem als Mensch. Leroy Sané könnte auf dem Feld seine Position übernehmen – und Thomas Müller der "Sonnenschein" werden.

Dortmund/München - Der schnellste Gratulant hieß Leroy Sané. Der Wuschelkopf hatte Lukas Podolski nach dessen Traumabschiedstor zum 1:0 gegen England als Erster eingeholt, umarmte ihn, klopfte ihm auf die Brust. Dann bewies er gutes Gespür für den Moment und ließ Poldi stehen - alleine vor der Dortmunder Südtribüne. Zum Abfeiern.

Nun wird es also dunkel in der Nationalmannschaft. Denn "der Sonnenschein in unserer Gruppe", so Joachim Löw, hat Schluss gemacht, wird ein Loch hinterlassen. Es wird künftig ein bisschen weniger menscheln rund um die Vorzeigemannschaft des DFB. Etwa, wenn man auf Reisen ist wie am Freitag. Um 14.35 Uhr geht es von Düsseldorf aus mit Sonderflug LH 342 (Flugzeit 4:40 Minuten) nach Baku.

Müller als Poldi-Nachfolger

Dort trifft man am Sonntag (18 Uhr, RTL) in der WM-Qualifikation auf Aserbaidschan und will laut Löw dort "die Siegesserie fortsetzen und die weiße Weste behalten". Und die Stimmung? Für die sind sie ab sofort selbst verantwortlich. Für Frohsinn müssen in Abwesenheit von Podolski nun also andere sorgen. Wer wird der neue Gute-Laune-Bringer? Wer wird der neue Poldi? Zweigeteilte Frage: Wer wird auf dem Platz ein Typ wie der Linksfuß, einer aus der Straßenkicker-Generation? Wer hat das Zeug zum Fußballer Podolski?

Der neue Typ Poldi: Ist schon da. Wenn auch auf ganz andere Art und aus einem ganz anderen Kulturkreis. Ein Bayer folgt auf den Herzenskölner. Thomas Müller ist gemeint. Ihn brachte Podolski selbst ins Spiel: "Der Thomas ist so einer, der vielleicht den gleichen Humor hat und den Spaß versteht wie ich."

Mit seinen Kommentaren und dem ständigen Flachs hat Müller (27) eine ähnlich integrative Rolle in der Gruppe der Nationalspieler, die sich ja durch ein ständiges Kommen (Neulinge, Rückkehrer nach Verletzungen) und Gehen (Zurückgetretene und Aussortierte) stetig neu formt. Einer, der um keinen Spruch verlegen ist und sich für keinen Scherz zu schade ist, trägt immer zum guten Betriebsklima bei.

Man erinnere sich nur an Müllers verlorene Wette im Trainingslager vor der WM 2014 als er die Teamkollegen im Dirndl bedienen musste. Und wenn er mal eine Torflaute hat, sollte Müller erneut die alten Schienbeinschützer von Podolski tragen. Mit denen traf er zuletzt im Herbst 2016 gegen Tschechien doppelt.

Sané der fußballerische Poldi?

Der neue Fußballer Podolski: Diese Frage ist schwieriger zu beantworten. Blickt man auf die Flügelstürmer im DFB-Kreis wäre da der aktuell verletzte Marco Reus (27), der Pechvogel, der wegen Blessuren die WM 2014 und die EM 2016 verpasst hat. Doch der Dortmunder ist zu introvertiert und sucht auch nicht so direkt den Abschluss wie Podolski.

André Schürrle, auch beim BVB, scheint trotz seiner erst 26 Jahre die beste Zeit seiner Karriere bereits hinter sich zu haben. Der Leverkusener Julian Brandt ist noch im Talent-Status, machte gegen England erst sein fünftes Länderspiel, das zweite von Beginn an. Bliebe noch Sané, der im Sommer für 50 Millionen Euro von Schalke zu Manchester City gewechselt ist und unter Trainer Pep Guardiola seine erste Saison in der Premier League spielt.

"Die Erfahrungen, die er dort sammelt, sind gut für ihn", sagte Löw, "er hat bei City zuletzt sehr, sehr gut gespielt, muss aber noch dazulernen. Er hat die Schnelligkeit, die man international braucht."Plus ein gutes Auge und einen guten Linksschuss – wie Podolski. Was die Dribbelstärke betrifft, ist der 21-Jährige sogar einen Tick besser als der künftige Wahl-Japaner.

Bleibt Sané am Boden, könnten noch zahlreiche Länderspiele zu den bisherigen fünf hinzukommen. Und nahe an Poldi herankommen. Doch für Toni Kroos steht fest: "So einen haben wir nicht noch mal. Wir werden ihn vermissen."

Podolskis zwölf

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