Der Duke vom Volkspark

Am Samstag empfängt Thorsten Fink seinen Ex-Verein. Hier lesen Sie, was er aus München importiert und wie ihn Hitzfeld prägte - von A bis Z.
| Frank Hellmann
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Am Samstag empfängt der Hamburger Trainer Thorsten Fink seinen Ex-Verein, den FC Bayern. Hier lesen Sie, was er aus München importiert, was ihn von Matthäus unterscheidet und wie ihn Hitzfeld prägte - von A bis Z:
dpa Am Samstag empfängt der Hamburger Trainer Thorsten Fink seinen Ex-Verein, den FC Bayern. Hier lesen Sie, was er aus München importiert, was ihn von Matthäus unterscheidet und wie ihn Hitzfeld prägte - von A bis Z:

Am Samstag empfängt der Hamburger Trainer Thorsten Fink seinen Ex-Verein, den FC Bayern. Hier lesen Sie, was er aus München importiert, was ihn von Matthäus unterscheidet und wie ihn Hitzfeld prägte - von A bis Z:

 


 

Angst:

Existiert laut Fink bei ihm nicht. „Das Letzte, was ich habe ist Angst. Ich bin mir überzeugt und habe mich immer durchgesetzt.” So spricht ein Siegertyp.

Bodos Cafezelt:

Ohne den Kurzbesuch auf der Wiesn wäre der 44-Jährige vielleicht gar nicht HSV-Trainer geworden. Dort traf er nämlich Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner, um sich zu informieren. Sie empfahlen ihm den Wechsel an die Elbe.

Credo:

Fink bemüht oft dieselben Schlagworte. Ein Credo hört sich so an: „Wenn die Mannschaft meine Denke umsetzt, wird sie Spiele gewinnen.”

Dortmund:

Finks Heimatstadt. Zu Borussia Dortmund ging er als 15-Jähriger, wurde deutscher B-Jugendmeister, bekam aber nie einen Profivertrag. Für die Bundesliga-Karriere musste der Wechsel nach Wattenscheid her.

Europapokal:

Davon träumt ganz Hamburg. Noch bei der Mitgliederversammlung Mitte Januar schürte auch Fink die Hoffnung, der HSV könne noch auf die internationalen Plätze schauen. Heute sagt er: „Wir gucken mit einem Auge nach oben und mit dem anderen nach unten.”

Fremdsprachen:

Fink kann sich auch in Englisch und Spanisch verständigen. „Auf Italienisch reicht es nur für tre funghi – drei Pils”, hat er einmal gesagt. Solche Sprüche prägen ihn.

Gen:

Fink zitiert oft das Bayern-Gen. Denn: „Wer in München spielt, will immer gewinnen. Es ist diese Mentalität, dieser Hunger auf Erfolge. Ich bemühe mich, meinen Spielern diese Einstellung beizubringen.”

Hitzfeld:

Sein großes Vorbild als Trainer. Und er erinnert sich noch, wie ihm Hitzfeld in einem Gespräch eröffnete, dass er ihn als Spieler nicht mehr brauche. „Er hat mir gesagt: ‚Du wirst bestimmt mal ein Super-Trainer.’ Ich habe gar nicht gemerkt, dass er mich gerade abgeschossen hat.”

Ingolstadt:

Seine erste Station als Trainer in Deutschland: Er übernahm im Januar 2008 und führte den FC Ingolstadt auf Anhieb aus der Regionalliga in die Zweite Liga. Doch nach einer Serie von elf Spielen ohne Sieg entließ ihn der Klub bereits im April 2009. Danach ging Fink zum FC Basel.

Jarolim:

Der einst beim FC Bayern ausgebildete David Jarolim galt eigentlich schon als zu alt, zu langsam, zu teuer. Doch Fink hat erkannt, dass ihm die Erfahrung des 32-jährigen Tschechen hilft. Und er sagt: „Er ist ein Vorbild für die anderen.”

 


 

Karlsruhe:

Erst beim Karlsruher SC schaffte der Profi Fink von 1994 bis 1997 den Durchbruch. Der blonde Mittelfeldmann geriet auf die Wunschliste des FC Bayern: Für 5,5 Millionen Mark wechselte er 1997 nach München.

Loddar:

Eigentlich erstaunlich, dass der Trainer Fink das schaffte, was dem Trainer Matthäus immer verwehrt blieb. Nachdem er seine Lizenz in Köln erworben hatte, holte ihn Matthäus 2006 zu Red Bull Salzburg, wo Fink zunächst die Amateure übernahm.

Motivation:

Fink redet oft und viel mit seinen Spielern. Seine Ansprache hat er geändert. „Anfangs habe ich meinen Jungs in jeder Besprechung Feuer gemacht, aber gemerkt, dass ich mich auf diese Weise schnell verbrauche.”

Niederlage:

Die schlimmste war die im Mai 1999 im Champions-League-Finale von Barcelona. Sein verunglückter Befreiungsschlag führte gegen Manchester zum Genickschlag in letzter Sekunde. Umso ärgerlicher für ihn, dass er zwei Jahre später im Endspiel gegen Valencia verletzt fehlte.

Outfit:

Bei Fink sitzt alles tipptopp. Er geht gerne shoppen und hat ein starkes Selbstbewusstsein. „Ich glaube, ich komme bei den Mädels ganz gut an.” Auf jeden Fall ist er einer der am besten gekleideten Trainer der Liga.

Philosophie:

Den Begriff gebrauchen die HSV-Spieler ständig, wenn sie über ihren Trainer sprechen. Fink schwebt grundsätzlich ein offensiver Stil mit viel Ballbesitz vor – gegen die Bayern gehe es nun aber zuerst darum, „zu kratzen und zu beißen.”

Quervergleich:

Fink hat bei seiner Vorstellung im Oktober eine schöne Parallele gezogen. Und einen Satz gesagt, der ihn noch lange verfolgen wird: „Ich bin ein Typ in Richtung Klopp.”

Roland Marten:

Sein erster Verein als kleiner Bub. Dabei bolzte er die meiste Zeit hinter dem elterlichen Haus. Und sagte später: „Da wusste ich bereits, dass ich irgendwann bei Bayern spielen werde.”


Silke:

Seine langjährige Freundin hat er im Juli 1993 geheiratet. Das Paar hat zwei Söhne. Benedict und Julius, fünf und sechs Jahre alt. „Ich brauche Frau und Kinder, um abzuschalten.”

Taktik:

Bei Ballbesitz lässt Fink beide Außenverteidiger, Diekmeier und Aogo, sofort hoch aufrücken, dafür schiebt sich ein defensiver Mittelfeldspieler, meist Rincon, zurück, um in einer Dreierkette den Spielaufbau vorzunehmen. Damit soll Überzahl im Mittelfeld hergestellt werden.

Unterstützung:

Bekommt Fink im Volkspark auf maximale Art. Vorstand Carl-Edgar Jarhow, Sportchef Frank Arnesen oder Aufsichtsrat Otto Rieckhoff – sie alle schwärmen vom Trainer mit der Bayern-Vergangenheit.

Vertrag:

Fink hat einen Zweieinhalb-Jahres-Vertrag ohne Ausstiegsklausel unterzeichnet. Darauf verweist er auch, wenn er als möglicher Heynckes-Nachfolger gehandelt wird.

Wille:

Ist sehr ausgeprägt bei ihm. Seine Ziele verfolgt er stur. Sagt, das habe ihm auch der FC Bayern gelehrt. „Die wollten jedes Spiel gewinnen – egal, ob in Madrid oder Barcelona.”

X-Men:

Auf solche Actionfilme steht Fink. Früher in seiner Bayern-Zeit haben sie in „Duke” getauft – eine Anlehnung an den Herrscher von Manhattan im Science-Fiction-Film „Die Klapperschlange”.

Youtube:

Finks Bayern-Zeit ist schon etwas her – doch ein Zusammenschnitt der beiden Champions-League-Finalspiele mit der dramatischen Niederlage 1999 (in dem Fink spät für Matthäus eingewechselt wurde) und dem Triumph 2001 (den er verletzt verpasste) ist nach wie vor der Hit.

Zauberer:

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer sagte kürzlich, der HSV könne nur von einem Zauberer trainiert werden. Fink sieht sich nicht in dieser Rolle: „Ich bin ein normaler Trainer, beileibe kein Copperfield.”

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