Der Bundesbaumeister: Flicks Plan auf dem Weg zurück in die Weltspitze

Hansi Flick kündigt zu seinem Start als neuer Bundestrainer an, eine "All-in-Mentalität" in seinem Team zu etablieren. Hermann Gerland wird Scout, Mario Götze könnte zurückkehren.
| Maximilian Koch
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Hansi Flick bei seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer am Dienstag.
Hansi Flick bei seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer am Dienstag. © Thomas Boecker/dpa

Frankfurt am Main - Die Ärmel seines weißen Hemdes hatte Hansi Flick hochgekrempelt, gemeinsam mit seinen Assistenten posierte er am Dienstagmittag in passender Szenerie: auf der Baustelle der neuen DFB-Akademie in Frankfurt am Main. Ein Bild mit Symbolcharakter, denn Flick, der Bundesbaumeister, ist sofort als Reformer und Architekt gefragt. Kann er die kriselnde Nationalmannschaft zurück in die Weltspitze führen?

"Ich bin total happy und stolz, als Bundestrainer hier zu sitzen. Ich bin wirklich heiß, mich hier einzubringen", sagte Flick 42 Tage nach dem deutschen EM-Aus. Der Nachfolger von Joachim Löw versprach mit fester Stimme, "attraktiven, begeisternden und erfolgreichen Fußball" spielen lassen und Deutschland wieder ganz nach oben führen zu wollen. "Das wird nicht von heute auf morgen gehen", erklärte der frühere Erfolgstrainer des FC Bayern, "aber wir werden alles tun, um dieses Ziel zu erreichen".

Thomas Müller hat unter Hansi Flick weiter eine Chance

Dafür werde er "nur die besten Spieler Deutschlands" nominieren, Mats Hummels und Thomas Müller werden also kein zweites Mal einem Umbruch zum Opfer fallen. "Wenn sie Topleistungen abrufen - ich gehe mal davon aus, dass sie das noch können - dann sind sie Teil dieser Mannschaft", sagte Flick, der am 26. August den Kader für die drei WM-Qualifikationsspiele im September gegen Liechtenstein, Armenien und Island nominiert. Die Ziele Gruppensieg und direktes WM-Ticket sind trotz aktuell Platz drei realistisch.

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Hoffnungen auf eine Rückkehr dürfen sich die zuletzt nicht berücksichtigten Marco Reus und Mario Götze machen. Rio-Held Götze sei "bei Eindhoven wieder in die Spur gekommen", lobte der Bundestrainer, und der Dortmunder Reus sei für ihn "einer der besten Spieler im letzten Drittel".

Flick schwärmt von Flick: "Sehr viel zu verdanken"

Generell sei es sein Anspruch, "die besten Spieler für Deutschland nochmal einen Tick besser" machen zu wollen. Dafür forderte er von den Profis, sich selbst und dem gesamten Trainer- und Betreuerteam "eine All-in-Mentalität". Aus solchen Sätzen könnte man leise Kritik an der Arbeit seines einstigen Chefs Löw, mit dem er als Co-Trainer den WM-Titel 2014 in Brasilien gefeiert hatte, herauslesen. Doch Flick verbat sich diese Interpretation, Löw habe "herausragende Arbeit" geleistet und er habe ihm "sehr viel zu verdanken".

Während es personell keine gravierenden Veränderungen geben dürfte, wird die Spieltaktik eine andere sein. Der von Löw so geliebte Ballbesitzfußball wird modifiziert, Flick will wie beim Triple-Gewinn mit den Bayern 2020 "früh attackieren" und "schnelle Tore nach Ballgewinnen" erzielen. Auch die EM habe gezeigt, dass die besten Teams vor allem mit "hohen Ballgewinnen" und "über Standardsituationen" zum Erfolg gekommen seien.

"Gerne als Scout": Flick holt Gerland zum DFB

Bei Überraschungs-Mannschaft Dänemark war Mads Buttgereit der "Mastermind" für ruhende Bälle, nun verstärkt er das DFB-Trainerteam. Er habe bei Flicks Anruf "zuerst gedacht, da verarscht mich jemand", verriet der 36-Jährige, für den die neue Aufgabe "eine Riesenehre" sei. Als Co-Trainer unterstützen zudem Danny Röhl und Marcus Sorg den Bundestrainer, Andreas Kronenberg (SC Freiburg) wird Nachfolger von Andreas Köpke als Torwarttrainer.

Weltmeister Benedikt Höwedes verstärkt das Teammanagement. Seinen langjährigen Wegbegleiter Hermann Gerland, den "Tiger" vom FC Bayern, würde Flick "gerne als Scout dabei haben", Details müssten noch geklärt werden.

Das sei ein "hoch kompetentes Team", schwärmte DFB-Direktor Oliver Bierhoff, "ich bin von der Atmosphäre und Energie begeistert". Dann los!

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