Debatte um Joshua Kimmich: Weiter Außenbahn oder zurück ins Zentrum?

Joshua Kimmich zeigte auf ungeliebter Position eine schwache Leistung. Der Führungsspieler muss sich dringend steigern – und zurück ins Zentrum?
| Oliver Mucha, Marco Mader, SID
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Joshua Kimmich (r.) im Zweikampf mit Frankreichs Presnel Kimpembe.
Joshua Kimmich (r.) im Zweikampf mit Frankreichs Presnel Kimpembe. © Federico Gambarini/dpa

München/Herzogenaurach - Joshua Kimmich schimpfte und haderte. Seine Unzufriedenheit über sich und seine Rolle war ihm von Minute zu Minute immer deutlicher anzumerken. Nichts weniger als den Titelgewinn hatte der ehrgeizige Nationalspieler als EM-Ziel ausgerufen. Doch die bittere Auftaktpleite gegen Weltmeister Frankreich (0:1) bedeutete einen Rückschlag für die DFB-Auswahl – und für Kimmich ganz persönlich.

Auf der inzwischen ungeliebten rechten Außenbahn war der 26-Jährige nur eine Randerscheinung (AZ-Note 4). Seine offensiven Vorstöße verpufften wirkungslos, vor dem unglücklichen Eigentor von Mats Hummels verlor er zudem Flankengeber Lucas Hernández aus den Augen.

Joshua Kimmich (r.) rieb sich immer wieder auf der rechten Seite auf, Zählbares ist dabei allerdings nicht herausgekommen.
Joshua Kimmich (r.) rieb sich immer wieder auf der rechten Seite auf, Zählbares ist dabei allerdings nicht herausgekommen. © Franck Fife/AFP Pool/AP/dpa

Matthäus: Kimmich muss wieder in die Zentrale

Für den deutschen Rekordnationalspieler Lothar Matthäus ist die Sache daher klar. "Ich glaube, dass sich Kimmich auf der rechten Seite nicht so wohl fühlt wie in der Zentrale. In der Zentrale hat Joshua Kimmich gefehlt, diese Galligkeit der Franzosen haben wir im Zentrum nicht gehabt", sagte Matthäus bei "Sky" mit der damit verbundenen Forderung an Joachim Löw, Kimmich im zweiten Gruppenspiel gegen Portugal am Samstag (18 Uhr, ARD und MagentaTV) wieder in die Mitte zu ziehen.

An diesen Spekulationen beteiligte sich Kimmich nach dem Spiel in München nicht, überhaupt hat er sich über seine erstmalige Versetzung auf den rechten Flügel in einem Pflichtspiel der Nationalmannschaft seit dem Confed-Cup-Sieg 2017 in Russland noch nicht geäußert. "Unterm Strich war das dann doch zu wenig, weil wir vorne zu harmlos waren", stellte er nach dem EM-Fehlstart nur frustriert fest.

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Die Pleite wurmte ihn sichtlich. Kimmich stellt an sich immer die höchsten Ansprüche. Daher konnte er mit seinem Auftritt nicht zufrieden sein, auch wenn Bundestrainer Löw mit Blick auf seine Außenspieler feststellte: "Gosens und Kimmich haben unglaublich viel gemacht in der Offensive."

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Kimmich: "Gegen Portugal müssen wir gewinnen"

Fehlendes Engagement war Kimmich auch nicht vorzuwerfen. Es mangelte seinem Spiel aber an der gewohnten Selbstverständlichkeit. In den Zweikämpfen mit Bayern-Teamkollege Hernández rieb er sich immer wieder auf, durch eine frühe Gelbe Karte war er zusätzlich gehandicapt. In der zweiten Halbzeit suchte Kimmich zunächst öfters den Weg ins Zentrum, blieb dann aber wieder fast ausschließlich rechts. "Wir haben es verpasst, komplett ins Risiko zu gehen und noch mehr auf das 1:1 zu drücken", kritisierte Kimmich, der die Ausgangslage nicht beschönigte: "Gegen Portugal müssen wir gewinnen."

Doch mit welcher Rolle für Kimmich? "Der Jo", versicherte Löw, "spielt da, wo es das Beste ist für die Mannschaft." Er habe schließlich schon als junger Spieler eindrücklich bewiesen, "dass er alle Positionen problemlos spielen kann". Doch die Frage bleibt: Wo schafft Kimmich die meisten Probleme bei den Portugiesen?

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