Champions League: 13 - Eine königliche Glückszahl

Real schlägt in einem irrwitzigen Finale Liverpool und triumphiert damit zum dreizehnten Mal in der Champions League. Ronaldo droht mit Abschied: "Gibt Dinge, die lassen sich mit Geld nicht lösen."
| Matthias Kerber
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Die Fußball-Könige der Welt: Real um Kapitän Sergio Ramos (mit Pokal) feiert den 3:1-Sieg im Champions-League-Finale über den FC Liverpool, der Madrid den 13. Titel in der Königsklasse beschert.
dpa Die Fußball-Könige der Welt: Real um Kapitän Sergio Ramos (mit Pokal) feiert den 3:1-Sieg im Champions-League-Finale über den FC Liverpool, der Madrid den 13. Titel in der Königsklasse beschert.

Matchwinner gab es viele bei dieser so königlichen Geschichte, in der sich Real Madrid durch den 3:1-Sieg im Champions-League-Finale in Kiew über den FC Liverpool von Jürgen Klopp den dritten Königsklassen-Titel in Serie holte. Den 13. in der Vereinsgeschichte. 13 – eine königliche Glückszahl. "Wir haben Geschichte geschrieben", sagte Reals Sergio Ramos.

Da wären die offensichtlichen Matchwinner. Allen voran Wales-Skartürmer Gareth Bale, zuletzt im Real-Kosmos von Trainer Zinedine Zidane eher Bankdrücker als Spielentscheider. Doch in Kiew erzielte er erst mit dem Tor des Jahres per akrobatisch-spektakulärem Fallrückzieher die 2:1-Führung (64.) für die Madrilenen. Dann ließ er 19 Minuten später einen Schuss folgen, den jeder Torhüter, der seinen Beruf halbwegs erfolgreich betreibt und an diesem Tag nicht auf den Namen Loris Karius hörte, einarmig gefangen hätte. Doch der Keeper ließ den Ball durch und ins Tor rutschen – 3:1. Der Todesstoß für Liverpool.

Was zum zweiten, aber eben unfreiwilligen Matchwinner, führt: Karius. Der 24-jährige Deutsche leistete sich in den 90 Minuten Spielzeit nicht nur einen Bock der Kategorie Bitte-nur-einmal-in-der-Karriere, sondern gleich zwei. Erst warf er in der 51. Minute dem vor ihm stehenden Real-Stürmer Karim Benzema den Ball unerklärlicherweise in die Füße, die Kugel landete gleich im Netz – und dann eben der Fehlgriff bei Bales Weitschuss. (siehe auch Artikel unten). Anschließend erzielte Sadio Mane (53.) den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Und da wäre ein Mann, der weniger auffällig, dafür umso rustikaler dafür sorgte, dass Liverpool nicht zu seinem Spiel fand und der deutsche Teammanager Klopp seinem Finalfluch ein weiteres Kapitel hinzufügen musste. Die sechste Pleite im siebten Endspiel. Immerhin: Klopp hat Widergutmachung versprochen. "Wir haben den Henkelpott gesehen, er war so wunder-, wunderschön, er musste leider nach Madrid, wir holen ihn nächstes Jahr zurück", sang er mit Tote-Hosen-Sänger Campino, der Liverpool-Fan ist, am Abend.

Die Rede ist von Real-Kapitän Ramos. Als erster Spieler seit Bayerns Franz Beckenbauer (1974 bis 1976) hat der Spanier ein Team als Kapitän zu drei Titeln im höchsten europäischen Klubwettbewerb geführt. Seine nicht geahndete Wrestling-Einlage (30.) gegen Liverpool-Superstar Mohamed Salah führte dazu, dass sich der ägyptische Torjäger eine Bänderverletzung in der Schulter zuzog und unter Tränen ausgewechselt werden musste. Ob Salah bei der WM spielen können wird, ist fraglich. "Manchmal zeigt einem der Fußball seine gute Seite und manchmal seine schlechte", entschuldigte sich Ramos halbherzig bei Twitter: "Werde bald wieder gesund."

In der 49. Minute – zwei Minuten vor dem ersten Karius-Blackout – verpasste er dem Keeper einen Schlag mit dem Ellenbogen gegen den Kopf. Der Schiedsrichter sah die rot-würdige Aktion nicht – und das Spiel nahm seinen fehlerbehafteten Lauf, der Real den Titel bescherte. Für Ex-Bayer Toni Kroos war es der vierte Champions-League-Titel. Damit hat er Beckenbauer nach Titeln überflügelt.

Und Real-Star Cristiano Ronaldo? Er blieb – wie im Halbfinale gegen Bayern – blass. Sorgte aber danach für Aufsehen. "Es war sehr schön, bei Real zu spielen", sagte er. Am nächsten Tag legte er nach. "Vielleicht hätte ich schweigen sollen, aber wenn du ehrlich bist, kommen einige Dinge hoch. Wenn ich spreche, habe ich wichtige Dinge zu sagen. Ich kann nichts garantieren", sagte Ronaldo über einen möglichen Abschied, "man wird müde, wenn einem Dinge versprochen werden, die nicht eintreten. Dinge lassen sich nicht mit Geld lösen. Geld ist nicht das Problem für mich."

Auch Bale trägt sich mit Abwanderungsgedanken: "Ich werde mit meinem Berater sprechen und über meine Zukunft nachdenken." Wird die 13 doch noch zur Unglückszahl? Zerbricht dieses Real Madrid?

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