Manuel Neuer: Sein erstes Training in Brasilien

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich in ihrem WM-Quartier Campo Bahia eingerichtet. Im Training konnte auch Manuer Neuer endlich wieder die Torwarthandschuhe anziehen.
| SID
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Manuel Neuer macht sich nach seiner Schulterverletzung bereit zum Training mit der DFB-Elf in Santo Andres.
dpa 4 Manuel Neuer macht sich nach seiner Schulterverletzung bereit zum Training mit der DFB-Elf in Santo Andres.
Erstmals wieder trägt der Nationalkeeper Tormannhandschuhe
dpa 4 Erstmals wieder trägt der Nationalkeeper Tormannhandschuhe
Training mit Torwart-Trainer Andreas Köpke.
dpa 4 Training mit Torwart-Trainer Andreas Köpke.
Manuel Neuer soll am 16. Juni gegen Portugal zu seinem WM-Einsatz kommen.
dpa 4 Manuel Neuer soll am 16. Juni gegen Portugal zu seinem WM-Einsatz kommen.

Santo André - Joachim Löw hat sein Lächeln wiedergefunden. Nach dem Schock über das WM-Aus von Marco Reus überwogen gleich nach der Ankunft der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in ihrem brasilianischen WM-Quartier Campo Bahia die guten Nachrichten. Dass sich die Laune des Bundestrainer wieder sichtbar besserte, lag vor allem an Manuel Neuer, der erstmals während der Vorbereitung der DFB-Auswahl wieder seine Torwarthandschuhe anziehen konnte.

Wegen einer hartnäckigen Schulterverletzung, die sich Neuer (28) am 17. Mai im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund (2:0 n.V.) zugezogen hatte, musste zuletzt in den Länderspielen gegen Kamerun (2:2) und Armenien (6:1) sein Stellvertreter Roman Weidenfeller einspringen. Dass der Torhüter des FC Bayern im ersten Gruppenspiel gegen Portugal am 16. Juni fit ist, hatte Löw aber schon nach dem Armenien-Match prophezeiht.

Aber nicht nur Neuer überraschte Löw am Pfingstwochenende positiv. Auch die Herzlichkeit der brasilianischen Gastgeber in Porto Seguro und den umliegenden Dörfern sowie die perfekten Bedingungen im WM-Camp, das auf den letzten Drücker fertig geworden war, sorgten für einen Stimmungsumschwung nach dem schwarzen Freitag von Mainz, an dem sich Hoffungsträger Reus schwer verletzt hatte.

Ohne den Dortmunder war die DFB-Auswahl am Sonntag in Porto Seguro eingetroffen. Von dort nahm das DFB-Team die rund 30 Kilometer lange Strecke ins Quartier mit dem Bus in Angriff. Als der Mannschaftsbus nach der Überfahrt über den Fluss Joao da Tiba die Fähre verlassen wollte, steckte das Gefährt mit der Aufschrift "Ein Land, eine Mannschaft, ein Traum" erst einmal fest.

Auf der 15 Stunden langen Anreise der deutschen Nationalmannschaft nach Porto André sollte dies aber die einzige Panne bleiben. Löw und seine Spieler waren zu diesem Zeitpunkt schon in Kleinbussen auf dem Weg in ihre Unterkunft, zuvor waren sie bei Sonnenschein und 30 Grad von Schulkindern mit Fähnchen in der Hand empfangen worden. Zudem hatten zuvor auch viele deutsche und brasilianische Fußball-Fans am Wegesrand der DFB-Auswahl zugejubelt.

Zuvor hatte die schwere Verletzung von Reus aber noch auf dem zehneinhalbstündigen "Fanhansa"-Flug LH 2014 von Frankfurt/Main nach Salvador mächtig bei Löw und seinen Spielern auf die Stimmung gedrückt. Wenige Stunden vor der Abreise musste der Bundestrainer seine Planungen noch einmal umwerfen. Der Offensivspieler von Borussia Dortmund erlitt im letzten WM-Test am Freitag gegen Armenien (6:1) einen Teilriss der vorderen Syndesmose oberhalb des linken Sprunggelenks. "Für ihn und für uns ist dies extrem bedauerlich, das ist ein Schock. Marco war super drauf. In unseren Überlegungen für Brasilien hat er eine zentrale Rolle gespielt. Für uns ist das nicht einfach", sagte Löw, der für Reus Abwehrspieler Shkodran Mustafi nachnominierte.

Doch trotz der Hiobsbotschaft war Löw bemüht, den Blick schnell wieder nach vorne zu richten. "Das Kribbeln ist da. Ich bin froh, wenn es endlich losgeht", sagte er. Viel Zeit zum Lamentieren bleibt gut eine Woche vor dem WM-Auftakt am 16. Juni in Salvador gegen Portugal ohnehin nicht. Dass Neuer erstmals nach seiner Verletzung wieder die Torwarthandschuhe anziehen konnte, tat der angeschlagenen Seele des DFB-Teams ebenso gut, wie die ersten Einheiten am Pfingstwochenende im Campo Bahia, wo sich die Spieler schnell an die ungewohnten Umstände gewöhnen sollten.

Im noblen DFB-Quartier, das allen Unkenrufen zum Trotz pünktlich und mit allen Annehmlichkeiten für die deutschen Kicker seine Pforten öffnete, sind Philipp Lahm und Co. erstmals in Wohngemeinschaften mit jeweils sechs Zimmern untergebracht. "Diese Konzeption ist super. Es gibt immer wieder Treffpunkte. Das ist perfekt, um etwas Großes zu erreichen", meinte André Schürrle, der vor allem glücklich war, dass "das Internet funktioniert". Lahm, Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und Per Mertesacker wurden von Löw zu den "Hausmeistern" der vier Spieler-Einheiten erkoren. Reus schickte seinen Kollegen unterdessen per Twitter schon wieder nette Grüße: "Meinem Team wünsche ich in Brasilien viel Glück."

 

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