Alles neu macht der Hansi: Die Flick-Änderungen beim DFB

Neu-Bundestrainer Hansi Flick hat schon vor seinem ersten Länderspiel in Liechtenstein für frischen Wind beim DFB gesorgt. "Was ich gesehen habe, macht unglaublich Freude", sagt Oliver Bierhoff.
| Patrick Strasser
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Wie wird es dem früheren Bayern-Coach Hansi Flick bei seinem Debüt als Bundestrainer ergehen? Deutschland trifft in der WM-Qualifikation auf Liechtenstein - Nummer 189 der Fifa-Weltrangliste.
Wie wird es dem früheren Bayern-Coach Hansi Flick bei seinem Debüt als Bundestrainer ergehen? Deutschland trifft in der WM-Qualifikation auf Liechtenstein - Nummer 189 der Fifa-Weltrangliste. © picture alliance/dpa

Stuttgart/St. Gallen - Können drei Trainingstage in Stuttgart und ein Duell mit dem 189. der Fifa- Weltrangliste die 15 Jahre der Ära des früheren Bundestrainers Joachim Löw (61) vergessen machen?

Nein, natürlich nicht. Aber in diesen Tagen konnte man rund um den DFB und deren Aushängeschild Nationalelf - Einschub: zumindest in guten Zeiten! - schon vernehmen, dass mit Löw-Nachfolger Hansi Flick eine Aufbruchstimmung, ja in vielen Bereichen ein Kulturwandel im Umgang und in der internen Kommunikation Einzug gehalten hat.

"Hurrikan Hansi"

Frischer Wind? Eher ein ausgewachsener frischer Sturm. "Hurrikan Hansi" hat mit Danny Röhl (32) neben Löw-Assistent Marcus Sorg einen sehr dynamisch und dominant auftretenden Co-Trainer ins Team geholt, dazu mit dem Dänen Mads Buttgereit (36) einen Spezialisten für Standards.

Bierhoff ist schon vor dem Debüt begeistert

Am Rande des Abschlusstrainings für den Einstand von Flick im WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein am Donnerstag (20.45 Uhr, RTL live) in St. Gallen schwärmte DFB-Direktor Oliver Bierhoff: "Was ich gesehen habe, macht unglaublich Freude."

Schon vor dem Debüt sei er "sehr glücklich und sehr zufrieden", weil der frühere Bayern-Coach (sieben Titel in neun Monaten Amtszeit) "sehr detailliert arbeitet, man sieht neue Impulse". Und das sind eine Menge- alles neu macht der Flick. Ein Überblick:

Die Ansprache

Flick strahlte und lachte auf der Pressekonferenz, verbreitete in den Tagen von Stuttgart schlicht und einfach (seine) gute Laune. "Ich freue mich auf mein erstes Länderspiel und darüber, für diese Nation verantwortlich zu sein", sagte der 56-Jährige, der so viele Gespräche wie möglich mit seinen Spielern und dem Trainerteam führte.

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Für den gebürtigen Heidelberger ist "Kommunikation das A und O, der Schlüssel", daher tauschte er sich vorab telefonisch mit jedem Vereinstrainer seiner Auserwählten aus, ob mit Thomas Tuchel vom FC Chelsea oder Julian Nagelsmann, seinem Nachfolger beim FC Bayern. Auf dem Trainingsplatz gab es für Sorgenkicker wie Leroy Sané schon mal eine väterliche Umarmung.

Die Präsenz

Von seiner Mannschaft will er im Training wie im Spiel "Intensität und Leidenschaft" sehen - was er auch gleich lautstark einforderte. Diese Anforderungen muss ein Trainer mit seiner Arbeit vorleben, damit er von den Spielern, sämtlich hochdotiert und teils mit Titeln hochdekoriert, akzeptiert wird.

Flicks Wunsch an seine Spieler: "Dass man von Anfang an spürt, die Mannschaft zerreißt sich auf dem Platz." Anders als Löw, der es - zum Teil den Auflagen der Corona-Pandemie geschuldet - vorzog, Spiel(-er)beobachtung via Fernseher und Laptop zu vollziehen, sah Flick an den ersten drei Bundesliga-Spieltagen fünf Partien.

Klare Vorgaben

Die von Löw so geschätzte Dreierkette, die gegen den Ball zur Fünferkette werden kann, hat ausgedient. Wie bei Bayern setzte Flick auf eine klare Viererkette, lässt als System ein 4-2-3-1 oder 4-1-2-3 spielen. Joshua Kimmich wird bei Flick "definitiv als Sechser im Zentrum spielen".

Die DFB-Akteure sollen auf ihren bevorzugten Positionen agieren - ein Umstand, mit dem viele Profis bei der EM haderten, da Löw sie fachfremd einsetzte: neben Kimmich etwa Ilkay Gündogan (zu defensiv) oder Thomas Müller (kein alleiniger Zehner).

Das Bayern-Spiel

Tempo, Tempo! Flick will wie einst beim Sextuple mit dem FC Bayern einen aggressiven Spielstil mit hohem Pressing, um frühe Ballgewinne zu erzielen. Dafür setzte er Videoschulungen ein.

Kimmich erklärte: "Wir wollen den Gegner ganz weit vorne unter Druck setzen, den kurzen Weg zum Tor ausnutzen und nicht lange fackeln - und im besten Fall dann viele Tore machen. Zumindest hat es so bei Bayern geklappt. Ich hoffe, dass wir das auf die Nationalelf übertragen können." Na dann mal los.

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