Frankfurts Europa-League-Spiel in Basel abgesagt

Die erste Absage in einem europäischen Wettbewerb ist da: Das Spiel von Eintracht Frankfurt beim FC Basel kann nicht wie geplant beim Gegner stattfinden. Für das Hinspiel erwarten die Hessen keine Einschränkungen.
| dpa
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Frankfurts Trainer Adi Hütter (M) trifft mit seinem Team im Achtelfinale der Europa League auf den FC Basel.
Uwe Anspach/dpa/dpa Frankfurts Trainer Adi Hütter (M) trifft mit seinem Team im Achtelfinale der Europa League auf den FC Basel.

Frankfurt/Main - Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat erstmals direkte Auswirkung auf einen Fußball-Bundesligisten.

Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat am Montag die Austragung des Europa-League-Spiels von Eintracht Frankfurt beim FC Basel verboten und damit vor allem den Schweizer Topverein in die Bredouille gebracht. Wegen des SARS-CoV-2 wird das für den 19. März angesetzte Achtelfinal-Rückspiels des europäischen Wettbewerbes (21.00 Uhr) definitiv nicht im Baseler St. Jakob-Park stattfinden, teilte der Schweizer Vizemeister mit. Ob die Partie trotzdem stattfindet und wo, blieb zunächst offen.

Für das Hinspiel an diesem Donnerstag (18.55 Uhr) in der Frankfurter Commerzbank-Arena rechnet die Eintracht derzeit nicht mit Einschränkungen. "Gegenwärtig gibt es seitens des Gesundheitsamts keinen Grund, das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen", sagte Frankfurts Vorstand Axel Hellmann. Dies gelte auch für die Bundesligapartie am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach. Man stehe aber täglich in engem Austausch mit den Behörden.

Nach Angaben des Leiters des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, laufen derzeit Gespräche. Konkrete Angaben konnte er am Montag aber nicht machen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor in der Bundespressekonferenz seine Empfehlung erneuert, dass derzeit keine Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen in Deutschland stattfinden sollen. In Frankfurt werden an diesem Donnerstag weit über 40.000 Zuschauer erwartet.

Basels Geschäftsführer Roland Heri sagte zum abgesagten Rückspiel in einem Video: "So weh es dem Fußballherz tut, wir stehen hinter der Entscheidung der Behörde. Es geht um die gesamtgesellschaftliche Verantwortung in dieser Situation. Was das jetzt bedeutet, werden wir mit den Behörden und den Frankfurtern erörtern. Die UEFA spielt dabei auch eine Rolle."

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) habe bereits zugesichert, eine Lösung bei der Suche nach einem neuen Spielort zu finden. Als mögliche Ausweichorte böten sich wegen der geografischen Nähe Freiburg oder Straßburg an. "Die UEFA wird sich natürlich bemühen, das Rückspiel stattfinden zu lassen", teilte ein UEFA-Sprecher auf Anfrage mit.

Die Schweizer Polizei begründete die Absage damit, dass selbst bei einem sogenannten Geisterspiel erfahrungsgemäß davon auszugehen sei, "dass mehrere hundert Fans des Gastclubs nach Basel reisen und sich während des Spiels vor dem Stadion versammeln würden", hieß es in der Vereinsmitteilung. Dies würde das Verbot des Bundesrats "in diesem Fall unterlaufen". In der vergangenen Woche waren wegen der Coronavirus-Epidemie bereits alle Fußballspiele der 1. und 2. Schweizer Liga für den März abgesagt worden.

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