Bayerns Basketballer: Zorn und Zuversicht nach dem Playoff-Start

Bayerns Basketballer starten souverän in die Meister-Playoffs. Der Ausschluss von Baldwin sorgt für Ärger. "Für mich ist das verrückt", wettert Coach Andrea Trinchieri.
| Julian Buhl
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"Was ist da der Standard?", fragt Trinchieri.
"Was ist da der Standard?", fragt Trinchieri. © sampics/Augenklick

München - Ihre Pflichtaufgabe gegen die Merlins Crailsheim hatten die Basketballer des FC Bayern souverän erledigt. Mit 86:66 besiegten sie am Mittwochabend die Merlins Crailsheim zum Auftakt der Playoffs. Auch die Strapazen des vergangenen Wochenendes, an dem sich der FCBB den Pokalsieg hart erkämpft hatte, konnten das nicht verhindern.

"Alle Best-of-five-Serien in diesem 2-2-1 sind in der Regel gleich: Ein Team kommt in die Serie rein, macht den ersten Zug und dann navigierst du hindurch", sagte Chefcoach Andrea Trinchieri hinterher: "Heute waren wir solide, haben eine gute Defense gespielt und den Ball gut laufengelassen. Und: Wir sind jetzt in der Serie drin, führen 1:0 durch eine gute Teamleistung." Mit einem Sieg am Freitagabend (19 Uhr) in Spiel zwei könnte Bayern bereits für eine Vorentscheidung sorgen.

Mit neun Punkten und sieben Rebounds beim Playoffauftakt gegen Crailsheim: Bayerns Center Jalen Reynolds.
Mit neun Punkten und sieben Rebounds beim Playoffauftakt gegen Crailsheim: Bayerns Center Jalen Reynolds. © sampics/Augenklick

Umstrittene Entscheidung: Baldwin vom Court geschickt

Eine Szene trübte das positive Gesamtbild aus Sicht der Münchner dann aber doch etwas: Der Spielausschluss ihres Spielmachers, den sich Wade Baldwin nach erst eines Unsportlichen und einem daran anschließenden Technischen Fouls bereits Mitte des zweiten Viertels eingehandelt hatte.

Die Schiedsrichter hatten Baldwins Versuch geahndet, den Ex-Münchner Bogdan Radosavljevic an einem Drei-Punkte-Wurf zu hindern. Baldwin ließ sich nach dem Pfiff zu einem Lächeln und einer Geste, die man als Abwinken interpretieren könnte, hinreißen.

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"Ich war sehr nah dran: Sie pfeifen ein Unsportliches, das ich mir gern noch mal auf Video anschaue", kommentierte Trinchieri die Szene: "Aber Wade hat kein Wort gesagt und ging davon und hat dabei die Hand bewegt. Für mich ist das total verrückt."

Trinchieri kann Schiedsrichter-Entscheidung nicht nachvollziehen

Den Italiener ärgerte aber noch etwas anderes noch viel mehr. "In der zweiten Halbzeit hat ein Spieler des Gegners die gleiche Geste gemacht, direkt vor diesem Schiedsrichter. Und: kein Pfiff", führte er aus. "Also was ist da der Standard, wie kann ich meinen Spielern helfen?" Bei dem Spieler, dessen Abwinken ungestraft blieb, handelte es sich übrigens ausgerechnet um Radosavljevic.

"Den Starting Point Guard in den Playoffs so rauszunehmen, ihn deswegen in die Kabine zu schicken - okay", sagte Trinchieri mit viel Sarkasmus, "vielleicht wollen die Leute zu Hause lieber die Schiedsrichter sehen als Spieler, die scoren, passen und dunken. Das ist neu."

Pikant an der ganzen Geschichte ist, dass es sich bei dem verantwortlichen Schiedsrichter um Carsten Straube handelte, der schon Bayerns Auswärtsspiel bei den Hamburg Towers geleitet hatte. Trinchieri war damals mit einer Geldstrafe (200 Euro) und einer Sperre von einem Spiel sanktioniert worden, weil er nach dem Ende der Partie den gegnerischen Trainer Pedro Calles und einen Offiziellen respektlos und unsportlich angegangen sein soll.

Trinchieri: "Das tut mir auf persönliche Weise weh"

Das Schiedsgericht der Basketball-Bundesliga hob beides nach einem Münchner Einspruch wieder auf. In der Urteilsbegründung hieß es: Trinchieri habe sich "nicht in einer Weise verhalten, die eine Bestrafung (...) rechtfertigen würde".

"Das tut mir auf persönliche Weise weh", kommentierte Trinchieri die Geschehnisse kürzlich und sprach von einer Wunde, die nicht heilt. "Es ist sehr schwierig für mich, Dinge zu akzeptieren, die nicht fair sind", sagte er: "Das stört mich jeden Tag." Der Mittwoch war für Trinchieri definitiv erneut einer dieser Tage.

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