Bayerns Basketballer spielen gegen den Pokalfrust und "drei Götter"

Am Freitagabend geht es für Bayerns Basketballer in der Euroleague gegen Olympiakos Piräus und gegen den Pokalfrust. "Wir werden auf drei Götter des Basketballs treffen", sagt Coach Andrea Trinchieri.
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"Wir sind verärgert und sehr enttäuscht", sagt Trinchieri über den Pokal-Patzer der Bayern-Basketballer um Baldwin (2.v.l.).
"Wir sind verärgert und sehr enttäuscht", sagt Trinchieri über den Pokal-Patzer der Bayern-Basketballer um Baldwin (2.v.l.). © imago images/Camera 4

München - Andrea Trinchieri fasste die Geschehnisse der vergangenen Woche auf seine Art zusammen und begann dabei mit ein paar Ausführungen zu der Sportart, die den größten Energieverschleiß für deren Athleten zur Folge habe. Der etwas überraschenden Einschätzung des Trainers der Basketballer des FC Bayern zufolge handelt es sich dabei nicht um seine Branche, sondern um: Schach.

Trinchieri: "Team wurde mental extrem gefordert"

Ein professioneller Schachspieler könne an einem Wettkampfwochenende sechs bis acht Kilo verlieren, rechnete der Italiener vor und nannte mentale Belastung als Grund dafür.

"Das Gehirn ist das Organ, das dem Körper am meisten Energie entzieht, viel mehr als Muskeln", sagte er. Nun haben er und seine Basketballer gerade kein Schachturnier hinter sich - was zumindest Trinchieris unverändert runde Statur zweifellos belegt. Mit den Auswärtssiegen bei Maccabi Tel Aviv (85:82) und Fenerbahce Istanbul (75:71) allerdings zwei Basketballspiele, "in denen wir mental extrem gefordert wurden und enorm viel Energie verloren haben", sagte der 52-Jährige.

Pokal-Patzer gegen Bayreuth: "Schlechtestes Spiel zum schlechtesten Zeitpunkt"

Genau das habe man seiner Mannschaft beim missratenen Pokalauftakt gegen Bayreuth (89:95) am Sonntag, dem dritten Auswärtsspiel innerhalb von nur fünf Tagen, auch angemerkt. Die Bayern wurden auf dem Parkett schachmatt gesetzt. "Es war das schlechteste Spiel zum schlechtesten Zeitpunkt für uns", sagte Trinchieri: "Wir sind verärgert und sehr enttäuscht. Ich möchte aber fair sein und kann meine Spieler deshalb nicht killen."

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Trotz aller Umstände - ärgerlich ist der Pokal-Patzer der Bayern dennoch. Denn dem Gastgeber des Top Four droht damit - selbst wenn die beiden Gruppenspiele gegen den MBC (So., 18 Uhr) und Crailsheim (Mo., 20.30 Uhr) noch gewonnen werden -, dass er das Turnier dahoam nun nämlich verpasst.

Fokus auf Heimspiel gegen Olympiakos Piräus

An die Restchancen für eine Qualifikation denke Trinchieri nicht, "weil es nicht mehr in unseren Händen ist".

Der Fokus des FCBB richtet sich zuvor ohnehin auf das nächste Heimspiel am Freitag Abend (20.30 Uhr) gegen Olympiakos Piräus. Mit dem punktgleichen griechischen Topklub kommt in der Euroleague, in der sich der FCBB mit 3:1-Siegen bislang bestens verkauft hat, also gleich das nächste Schwergewicht auf die Bayern zu. Und damit, man ahnt es, auch die nächste taktisch knifflige Aufgabe mit Schachcharakter.

Es geht gegen die "Götter des Basketballs"

"Sie sind mental das vielleicht stärkste Team der Euroleague", sagte Trinchieri. "Sie sind super erfahren und wir im Vergleich noch sehr grün." Vor allem vor den gegnerischen Guards hat der Italiener großen Respekt. "Wir werden auf drei Götter des Basketballs treffen", sagte er: "Spanoulis, Sloukas und Printezis, die alle die Euroleague schon gewonnen haben."

Im vergangenen Jahr weilte Wade Baldwin unter den "Göttern" bei Olympiakos, nachdem er sich gegen Bayern und für einen Wechsel dorthin entschieden hatte. Bei Piräus, das ausschließlich in der Euroleague und nicht in der griechischen Liga antritt, wurde er aber nicht glücklich und kam kaum auf Einsätze. Nachdem er im Sommer nun doch nach München wechselte, blüht der 24-Jährige dort aktuell auf.

Mentale Probe für den Bayerns Basketballer

"Ich mag es, die Show zu leiten", sagte er vor Saisonstart der AZ und ist nun tatsächlich Starting-Pointguard der Bayern. "Er ist ein Spieler, den wir weiterentwickeln wollen. Er hatte schon gute Spiele - und schlechte. Es ist ein Prozess", sagte Trinchieri.

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Als Bayerns Spielmacher wird Baldwin gegen seinen Ex-Klub nun taktisch und mental besonders auf die Probe gestellt werden - fast so sehr wie beim Schach.

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