Bayerns Basketballer leben ihren Euroleague-Traum

Die Münchner schlagen mit Olympiakos Piräus den nächsten Topklub und übernehmen damit in der europäischen Basketball-Königsklasse nun sogar die Tabellenführung.
| Julian Buhl
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Bayerns Matchwinner (v.r.): Baldwin und Lucic mit Hainer.
Bayerns Matchwinner (v.r.): Baldwin und Lucic mit Hainer. © sampics/Augenklick

München - So richtig glauben können es die Basketballer des FC Bayern selbst nicht, was sich da gerade in der Euroleague abspielt.

Bayern aktuell Spitze in der Königsklasse

Nachdem die Münchner am Freitagabend auch das griechische Topteam Olympiakos Piräus mit 74:68 besiegt haben, ist der FCBB mit vier Siegen bei nur einer Niederlage nun Tabellenführer in der europäischen Königsklasse. Genau in dem Wettbewerb, den man beim coronabedingten Abbruch im März noch chancenlos als 17. und damit Tabellenvorletzter beendet hatte.

"Weckt mich bloß nicht auf", sagte Bayerns Chefcoach Andrea Trinchieri, nach dem nächsten gelungenen Coup seiner Mannschaft. Bayern im Euroleague-Traum! Neben Alba Berlin hatte der FCBB zuvor bereits die beiden Titelanwärter Maccabi Tel Aviv und Fenerbahce Istanbul auswärts geschlagen.

Hainers Hoffnungen scheinen sich schneller zu erfüllen als erwartet

Machen die Bayern so weiter, haben sie gute Chancen als erstes deutsches Team überhaupt die Playoffs der besten Acht zu erreichen. Das ist langfristig zwar genau das, was der FCBB anvisiert. Kurzfristig rechneten die Verantwortlichen allerdings eigentlich eher mit einer Übergangssaison, in der man der neu zusammengestellten Mannschaft Zeit einräumte, sich zu entwickeln. Die Hoffnungen von Bayern-Präsident Herbert Hainer scheinen sich aber deutlich schneller zu erfüllen, als alle das erwartet haben.

"Auch wenn Corona jetzt als neue Herausforderung dazwischengekommen ist, bleibt die Vision erhalten", hatte Hainer kürzlich dem Fachmagazin "BIG" gesagt: "Bayern München soll DAS Basketball-Zentrum für Europa werden." Das Euroleague-Tableau weist Bayern aktuell nun tatsächlich als Branchen-Primus aus. Eine Momentaufnahme. Aber eben auch eine, an der die Verantwortlichen mit ihren ambitionierten Fernzielen im Hinterkopf durchaus Gefallen finden.

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Baldwin überzeugt gegen seinen Ex-Klub

Gegen seinen Ex-Klub Olympiakos tat sich Wade Baldwin als Topscorer mit 18 Punkten einer der Matchwinner besonders hervor. Der Spieler des Spiels war aber einmal mehr Vladimir Lucic.

Der Co-Kapitän, der schon nach seinen Galaauftritten gegen Maccabi und Fenerbahce zum wertvollsten Spieler (MVP) der Euroleague-Woche gewählt worden war, überzeugte auch dieses Mal wieder mit 16 Punkten, vier Rebounds und einer starken Defensivleistung. "Das ist ein großer Sieg gegen eine starke Mannschaft", sagte Lucic: "Er bedeutet uns besonders nach dem schlechten Pokalspiel sehr viel."

Unmittelbar nach den kräftezehrenden Spielen in Istanbul und Tel Aviv hatte Bayern vergangene Woche den Auftakt der Pokalvorrunde gegen Bayreuth verpatzt (89:95). Um sich noch theoretische Chancen auf die Teilnahme am Top-Four-Finalturnier in München zu erhalten, waren gestern gegen den Mitteldeutschen BC (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht beendet) und heute Abend gegen Crailsheim (20.30 Uhr) innerhalb von knapp 24 Stunden zwei Siege Pflicht.

Was ihre Ergebnisse wert sind, werden die Bayern dann aber noch nicht wissen. Denn nach zwei Corona-Fällen im Team und Teamumfeld wurde die komplette Mannschaft von Bayreuth (genau wie bei Bonn nach einem positiven Test) vom zuständigen Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt.

Die Pokalpartien müssen verschoben werden. Bayern darf also noch ein bisschen weiterträumen.

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