Bayerischer Revolutionär: Lucic ist für Trinchieri "unser Che Guevara"

Vladimir Lucic führt Bayerns Basketballer aktuell zu einer historisch erfolgreichen Saison. "Er ist unser Anführer, unser Che Guevara. Natürlich folgen wir ihm. Dafür ist er hier", sagt Coach Andrea Trinchieri.
| Julian Buhl
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Bayern-Trainer Andrea Trinchieri sieht in ihm "die Seele unserer Mannschaft" sowie einen "der besten Spieler, die ich je trainiert habe": Vladimir Lucic.
Bayern-Trainer Andrea Trinchieri sieht in ihm "die Seele unserer Mannschaft" sowie einen "der besten Spieler, die ich je trainiert habe": Vladimir Lucic. © Christina Pahnke / sampics

München - Vladimir Lucic ist eigentlich keiner, der das Rampenlicht sucht. Der Co-Kapitän der Bayern-Basketballer verrichtet seine Arbeit lieber im Hintergrund. Doch weil ihm das aktuell so gut gelingt wie kaum einem anderen, rückt der 31-Jährige derzeit eben doch zwangsläufig mehr und mehr in den Mittelpunkt.

Auch am Sonntagabend waren mal wieder alle Blicke auf den Serben gerichtet, als sein Trainer Andrea Trinchieri ihm unmittelbar nach dem gegen Alba Berlin gewonnenen Pokalfinale (85:79) die MVP-Auszeichnung überreichte, die ihn als wertvollsten Spieler des Turniers würdigte. Kurz danach durfte er dann gemeinsam mit Bayerns derzeit verletzten Kapitän Nihad Djedovic die Pokaltrophäe Richtung Hallendecke stemmen. Im Halbfinale gegen Ulm hatte Lucic sich angeschlagen durchgekämpft, humpelte am Ende nur noch übers Feld.

Trinchieri: "Lucic ist Lucic für uns"

Trotzdem führte er sein Team nach zwei Verlängerungen unter anderem mit 24 Punkten ins Endspiel. Zum Finaltriumph steuerte er neun Zähler und weitere entscheidende Aktionen bei, von denen viele in den Statistiken gar nicht auftauchen. Ein Block hier, ein Laufweg da - Lucic versteht es, Spiele auf zahlreichen Wegen zu entscheiden und benötigt dafür nicht unbedingt den Ball in seinen Händen. "Lucic ist Lucic für uns", sagte Trinchieri nach dem Pokalsieg: "Der Präsident. Unser erfahrenster Spieler, der jede Art von Spiel spielen kann." Trinchieri verwies auf gewisse Verantwortlichkeiten. "Natürlich folgen wir Lucic. Dafür ist er hier", sagte der Italiener, "aber ohne die anderen Spieler wäre das nicht möglich."

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Das betont Lucic, der sich selbst als absoluter Teamplayer versteht, stets ganz genauso. "Mein Ziel ist es immer, das zu tun, was nötig ist, damit meine Mannschaft gewinnt - egal, was", sagte er kürzlich der AZ. Weil er das Team derart trägt und zusammenhält, bezeichnet Geschäftsführer Marko Pesic Lucic gerne als "Klebstoff". Beim FCBB ist man froh darüber, dass Lucic aktuell bereits seine fünfte Saison in München spielt - und sein Vertrag auch noch für eine weitere gilt. Trinchieri sieht in dem Flügelspieler gar "die Seele unserer Mannschaft" sowie einen "der besten Spieler, die ich je trainiert habe". Er sagte mal: "Lucic ist unser wichtigster Spieler, unser Anführer, unser Che Guevara."

Lucic: Ein Kämpfer, ein Revolutionär

Er sage ihm immer, "dass ich ein Kämpfer bin, mich bedingungslos für meine Seite einsetze", sagte Lucic, "vielleicht ein bisschen mit der gleichen Entschlossenheit wie ein Revolutionär".

Lucic macht die bayerische Revolution, die die Münchner in dieser Saison erleben, jedenfalls überhaupt erst möglich. Nach der enttäuschenden und titellosen vergangenen Spielzeit, die der FCBB in der Euroleague auf dem vorletzten Tabellenplatz beendete, stürmte man dort als erstes deutsches Team bis in die Playoffs und um ein Haar sogar ins Final Four.

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Welch entscheidenden Anteil Lucic daran hatte, brachte seine Wahl ins "All-Euroleague First Team", in das es nur die fünf besten Spieler der Saison schaffen, nochmals zum Ausdruck. Pesic würdigte das als "eine außergewöhnliche Auszeichnung für einen außergewöhnlichen Spieler und Charakter". Mit einem Performance Index Rating (PIR), das alle entscheidenden Parameter der Leistungskategorien umfasst, von 17,8 erreichte Lucic den achtbesten Wert aller Akteure. Durchschnittlich kam er unter anderem auf 13,6 Punkte und 4,8 Rebounds, wurde zwei Mal zum "MVP der Woche" gewählt.

Immer, wenn es darauf ankam, war er da. Das war zum Beispiel auch im entscheidenden Spiel gegen Kaunas (71:70) zur Playoff-Qualifikation so, als er diese mit seinen verwandelten Freiwürfen und einem fulminanten Block sicherte. Oder etwa im dritten Playoff-Duell mit Olimpia Mailand (2:3), das er mit einer Karriere-Bestleistung von 27 Punkten und einem spektakulären Alley-oop-Dunk entschied. Nun ist es leicht zu erraten, wer bei der Münchner Meistermission, die Mittwochabend (20.30 Uhr) mit der Playoff-Viertelfinalserie gegen Crailsheim beginnt, wieder besonders im Mittelpunkt stehen wird. Unabhängig davon, ob demjenigen das nun gefällt oder nicht.

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