Zerbrechliche Zukunft: Fall Coman beschäftigt FC Bayern

Der oft verletzte Kingsley Coman spricht über ein frühes Karriereende – Bayerns Bosse versuchen zu beruhigen. "Wir haben gute Ärzte, gute Physios. Wir alle stehen hinter ihm", sagt Rummenigge.
| Maximilian Koch
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Häufig von Verletzungen geplagt: Bayern-Star Kingsley Coman.
Augenklick Häufig von Verletzungen geplagt: Bayern-Star Kingsley Coman.

München - Es waren Sätze, die beim FC Bayern für Verunsicherung sorgten. Und auch für große Verwunderung. Kingsley Coman (22), der als neuer Superstar aufgebaut werden soll für die Zeit nach Arjen Robben (34) und Franck Ribéry (35), sprach in der Sendung "Téléfoot" beim größten französischen TV-Sender TF1 von einem vorzeitigen Karriereende.

Coman spricht über vorzeitiges Karriereende

"Ich werde eine weitere Operation nicht akzeptieren", sagte Coman, der sich im Jahr 2018 zweimal das Syndesmoseband gerissen und deshalb auch den WM-Triumph mit Frankreich verpasst hatte: "Vielleicht ist mein Fuß dafür nicht gemacht. Ich werde dann ein anderes, anonymes Leben führen. Genug ist genug."

Wow. Mit solchen Aussagen hatten die Bayern nicht gerechnet. Gerade jetzt, da Coman nach monatelanger Pause wieder zum Team gestoßen ist und auch die Reise zum Champions-League-Spiel bei Ajax Amsterdam mit antrat. Wie die AZ erfuhr, waren die Sätze nicht mit dem Klub abgestimmt, intern gab es Kopfschütteln über Comans Auftritt.

Am Dienstag äußerte sich nun Karl-Heinz Rummenigge zu dem Thema. Er habe schon "Verständnis", sagte der Vorstandsvorsitzende über Coman und dessen Verletzungspech: "Trotzdem würde ich ihm empfehlen, nicht zu überdrehen und schon über ein mögliches Karriereende nachzudenken, wenn er sich noch mal verletzen würde." Im heutigen Fußball, der "auch zum Teil aggressiv" sei, so Rummenigge, "ist das nicht zu verhindern, dass du hin und wieder verletzt bist. Wichtig ist, dass du mit neuem Spirit zurückkommst. Wir haben gute Ärzte, gute Physios. Und alle stehen hinter ihm."

Kritik war aus Rummenigges Worten herauszuhören, aber auch viel Zuspruch. Und das ist verständlich. Coman ist einer der wichtigsten Spieler für die Zukunft des Klubs, "unser größtes Talent", wie Rummenigge sagte. Der junge Franzose selbst erklärte jüngst im AZ-Interview, dass es ein "Traum" von ihm sei, "eines Tages so wichtig für Bayern zu werden wie Ribéry und Robben. Ich will die Erwartungen erfüllen, die der Klub in mich setzt und in der Zukunft eine bedeutende Rolle spielen", sagte er.

Hört Ribéry auf? "Ich denke, es wird so sein", sagt Salihamidzic

Doch dafür muss sein Körper mitspielen. Sonst ist es für ihn und den FC Bayern eine zerbrechliche Zukunft. 2016 hatte sich Coman bereits schwer am Sprunggelenk und am Knie verletzt. Rummenigge sprach ihm Mut zu. "Wir wissen, welche Qualität er hat. Wenn er von außen antritt mit seiner Schnelligkeit, mit seiner Dribbelstärke, dann ist er für jede Abwehr schwer bis gar nicht zu kontrollieren", sagte der Vorstandsboss, und ergänzte: "Wenn er ein paar tolle Spiele hintereinander gemacht hat, wird er auch wieder über den angenehmen Part des Fußballs nachdenken. Er ist ein wichtiger Spieler und er wird in der Zukunft noch wesentlich wichtiger werden."

Sportdirektor Hasan Salihamidzic meinte vor dem Abflug nach Amsterdam, dass Coman seine Aussagen "vielleicht auch aus einer Emotion heraus" getätigt habe, "weil Reha keinen Spaß macht. Ich hatte auch zwei Kreuzbandrisse in einem Jahr, da hatte ich auch solche Gedanken."

Salihamidzic bezog am Münchner Flughafen ebenfalls Stellung zu Ribéry, der den FC Bayern wohl wie Robben verlassen wird: "Der Präsident hat davon gesprochen. Ich denke, so wird es auch sein. Aber ich freue mich, dass Franck noch so gut spielt aktuell. Er ist einer von unseren Leistungsträgern", sagte Brazzo.

Doch es könnte ein Wiedersehen geben: Salihamidzic deutete an, dass sowohl Ribéry als auch Robben irgendwann in anderer Tätigkeit zu Bayern zurückkehren könnten. "Wir können da immer über alles reden", sagte er.

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