Zentralratspräsident kritisiert Katar-Deal des FC Bayern: Reiz der Geldscheine

Erneuter Gegenwind für die Geschäftsbeziehungen des FC Bayern mit Katar! Der Präsident des Zentralrats der Juden sieht das Engagement kritisch.
| AZ/dpa
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Gehören zur Führungsriege des FC Bayern: Präsident Herbert Hainer (l.) und Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn.
Gehören zur Führungsriege des FC Bayern: Präsident Herbert Hainer (l.) und Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn. © Sammy Minkoff/Augenklick

München – Josef Schuster sieht als Präsident des Zentralrats der Juden die Geschäftsbeziehungen des FC Bayern München mit dem Golfstaat Katar kritisch.

"Die Kritikpunkte an Katar gehen in zwei Richtungen: Zum einen werden Terrororganisationen wie Hamas von Katar finanziell unterstützt, auch der Iran wird unterstützt, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, Israel zu vernichten. Und zum anderen sind vielen Medienberichten anlässlich der WM 2022 zufolge die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen zumindest fragwürdig", sagte Schuster der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag).

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. © Nicolas Armer/dpa

Daher habe es ihn gefreut, dass die Bayern-Fans zuletzt beim Heimspiel gegen den SC Freiburg gegen die Geschäftsbeziehungen des Rekordmeisters mit dem Emirat protestiert haben, auch im Hinblick auf den früheren jüdischen Klub-Präsidenten Kurt Landauer. "Für Geld waschen wir alles rein", hatte beim letzten Heimspiel auf einem großen Transparent in der Südkurve gestanden. Unter dem Schriftzug waren der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn und Vereinspräsident Herbert Hainer neben einer Waschmaschine mit der Aufschrift "FCB AG" beim Waschen blutverschmierter Kleidung zu sehen.

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Auf der Jahreshauptversammlung soll es in der kommenden Woche daher auch einen Antrag geben, den Vertrag mit dem Staatsunternehmen Qatar Airways nicht zu verlängern. Die Aussage 'Kurt Landauer würde sich im Grabe umdrehen' sei eine, "die ich unterschreibe", betonte Schuster. Er glaube, dass die rein finanziellen Überlegungen beim FC Bayern bei dem Deal im Vordergrund gestanden hätten.

Auch dass sich der Club gegen Homophobie engagiere und gleichzeitig mit Katar werbe, sieht der 67-Jährige als "problematisch" an. "Ich glaube allerdings, im konkreten Fall Katar, haben für die Verantwortlichen die Geldscheine so einen Reiz gehabt, dass sie das andere in dem Moment nicht ausreichend beachtet haben." Er hoffe, dass der Verein den Vertrag zwar erfülle, aber nicht mehr erneuere.

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