Wolfsburg: Wie gefährlich wird es für Bayern?

Der VfL Wolfsburg kann dem FC Bayern gefährlich werden – und wie zuletzt der BVB zu einem neuen Dauerrivalen reifen. Der Kader ist stark, der VW-Konzern hat das Geld. Kommt jetzt Schürrle?
| Patrick Strasser
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Doppeltorschütze gegen den FC Bayern: Wolfsburg-Star Kevin De Bruyne.
firo/Augenklick Doppeltorschütze gegen den FC Bayern: Wolfsburg-Star Kevin De Bruyne.

München, Wolfsburg - Einerseits könnte man sagen: Was ist denn schon passiert? Acht Punkte beträgt der Abstand zwischen Tabellenführer FC Bayern und dem Verfolger trotz des 4:1 der Wolfsburger immer noch. Also bitte, satte acht Punkte. Völlig unverzockbar. Dann werden die Guardiola-Bayern eben nicht im März Meister, sondern erst im April.

Oder liest sich die Sache andererseits so? Nur noch acht Punkte! Statt 14. Wird es noch mal eng? Denn: Achtung, Achtung! Nun kommt die Parallele: In Wolfsburgs Meistersaison 2008/09 betrug der Rückstand der Niedersachsen auf die Bayern nach dem 18. Spieltag ebenfalls acht Zähler, wegweisend für den Titel war ein 5:1-Triumph gegen München. Geht auch 2015 noch was in Sachen Spannung?

„Wenn nicht Wolfsburg, wer dann?“, meinte Bundestrainer Joachim Löw, am Freitag Augenzeuge der überraschend deftigen Bayern-Pleite. So sah es auch Felix Magath, der Meistermacher der Wölfe von 2009; „Wenn überhaupt, könnte nur Wolfsburg die Bayern gefährden.“

Lesen Sie hier: Die Stimmen zur Bayern-Pleite

Und: Können sie? Klares Ja. „Natürlich sind sie ein Rivale“, gab Bayern-Kapitän Bastian Schweinsteiger zu. Nicht nur kurz-, sondern mittelfristig. Dortmund, Bayern-Rivale der letzten Jahre, ist abgestürzt auf Rang 18, steckt im Abstiegskampf. Leverkusen, Gladbach und Schalke sind zu wenig konstant. „Die Bayern sind immer noch die Bayern und werden noch viele Spiele gewinnen“, meinte Zwei-Tore-Held Kevin De Bruyne. Doch Wolfsburg wird die zweite Macht der Bundesliga.

Eine Analyse

Der Kader:
Wolfsburg kaufte sich Schritt für Schritt Weltklasse dazu. Dieter Hecking, geholt von Sportdirektor Klaus Allofs, hat die Mannschaft perfekt konzipiert. Der Wert der Wölfe-Startelf vom Freitag beträgt laut „transfermarkt.de“ 122 Millionen Euro (Bayern 317 Millionen). Torhüter Diego Benaglio und Linksverteidiger Ricardo Rodriguez waren mit der Schweiz bei der WM, Ivan Perisic mit Kroatien, Luiz Gustavo mit Brasilien sowie Top-Mann Kevin De Bruyne mit Belgien. Dazu kommen Talente wie Robin Knoche (von Löw im November in den Nationalelf-Kader nominiert) und Maximilian Arnold sowie Routiniers wie Abwehrchef Naldo, Vieirinha, Marcel Schäfer, Aaron Hunt und Torjäger Bas Dost, der gegen Bayern doppelt traf.

Lesen Sie hier: Das Wölfe-Rezept - so schlägt man Bayern

Der Weltmeister:
Nach der 4:1-Gala am Freitag war André Schürrle per SMS einer der ersten Gratulanten von Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking. Dennoch war auch am Sonntag der Transfer nicht zu 100 Prozent fix. Im Poker um die Ablösesumme (rund 30 Millionen Euro) mit dem FC Chelsea wurde noch keine Einigung erzielt, mit Schürrle dagegen über einen Vertrag bis 2019. Ein Zeitspiel. „Es liegt am Geld“, bestätigte VfL-Sportchef Klaus Allofs, „die Zeit läuft ab.“ Transferdeadline ist der Montag.

Schweinsteiger sagte über den angestrebten Schürrle-Transfer: „Für die Bundesliga ist es super. Man merkt, dass hier etwas entsteht. Dass Wolfsburg eine gute Mannschaft hat, das war schon immer so. 2009 sind sie ja Meister geworden.“

Der Konzern:
Bayern und Wolfsburg werden vom selben Teilhaber (Audi/VW) unterstützt. Der mächtige Mann in Wolfsburg heißt Konzernboss Martin Winterkorn, bei Bayern sitzt er im Aufsichtsrat. Von den zehn teuersten Winter-Einkäufen der Bundesliga-Geschichte gehen wohl bald vier auf das Konto der Wolfsburger, sprich des VW-Konzerns: Schürrle (rund 30 Millionen Euro Ablöse), De Bruyne (kam im Januar 2014 für 22 Millionen Euro vom FC Chelsea), Rodriguez (im Januar 2012 für 8,5 Millionen Euro vom FC Zürich) und Perisic (im Januar 2013 für 8 Millionen Euro vom BVB). Könnten die Wolfsburger daher auch einem Bayern-Angebot für Top-Spieler De Bruyne widerstehen? Der Belgier wäre der perfekte Ersatz für Franck Ribéry (31), wenn der in zwei Jahren womöglich über seinem Zenit ist. Und falls man Dortmunds Marco Reus tatsächlich nicht will.

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