Wolfsburg gegen FC Bayern: Die doppelte Revanche

Im Pokal kommt es mal wieder zum Duell Wolfsburg gegen Bayern. Rachegelüste gibt es auf beiden Seiten. „Weiter oder nach Hause!“.
| Patrick Strasser
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Jubel des VfL Wolfsburg nach dem Supercup-Sieg im August.
firo/Augenklick 2 Jubel des VfL Wolfsburg nach dem Supercup-Sieg im August.
Doppeltorschütze beim 4:1-LigaSieg des VfL im Januar: Dost. (r.).
firo/Augenklick 2 Doppeltorschütze beim 4:1-LigaSieg des VfL im Januar: Dost. (r.).

Wolfsburg/München - Ausgerechnet jetzt. „Die Wolfsburger haben derzeit ihre beste Phase“, sagte Pep Guardiola, „wie Arsenal.“ Vor einer Woche setzte es in London die bisher einzige Saisonpleite (0:2), auf die Gelegenheit zur Korrektur muss der Bayern-Trainer noch acht Tage warten – kommenden Mittwoch geht es in der Champions League erneut gegen Arsenal. Wolfsburg war es, das den Bayern den ersten Titel der Saison wegschnappte: den Supercup. Nun also steht wieder „ein Finale“ an, so Pep. Ein Endspiel in der Runde der letzten 32.

Am Dienstag (20.30 Uhr, ARD und Sky live) muss Bayern in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim VfL Wolfsburg ran. „Die Auslosung ist unangenehm – für beide“, sagte Guardiola, „weil beide Teams sehr stark sind.“ Weil beide den Titel wollen. Weil beide Revanche üben wollen. 2015 ist das Jahr, das im Zeichen des Duells der Grün-Weißen mit den Roten steht.

So können Sie das Pokal-Spiel VfL Wolfsburg gegen Bayern München live sehen

Zum vierten Mal treffen die Wölfe und die Bayern aufeinander. Ende Januar wurde die Guardiola-Elf in der VW-Stadt mit 1:4 weggefegt. Es war die empfindlichste – weil deutlichste – Bundesliga-Niederlage für den Spanier in seinen 28 Monaten Amtszeit. Am 1. August traf man sich, ebenfalls in Wolfsburg, zum Duell um den Supercup, das die Gastgeber mit 6:5 nach Elfmeterschießen gewannen. Weg war die erste Trophäe, in Händen des Pokalsiegers. Also hatte sich einiges aufgestaut bis zum 22. September. Die Wolfsburger führten im Liga-Duell zur Pause 1:0, dann kam ein gewisser Robert Lewandowski. Das 5:1 war eine Machtdemonstration. So haben also nun beide Teams Revanchegelüste.

Kürzlich erhielt Lewandowski die Medaille der ARD für das „Tor des Monats“, Ausgabe September. Für einen Treffer beim 5:1 gegen Wolfsburg. „Für den letzten“, schrieb der Bayern-Stürmer auf seinem Twitter-Account, also für den Seitfallzieher. Elf Mal, davon drei Mal in der Champions League, traf der Pole im September für Bayern, der VfL Wolfsburg war ein 45-Minuten-Opfer. Bei 0:1 eingewechselt, schoss sich Lewandowski mit fünf Toren in neun Minuten in die Geschichtsbücher. Am Dienstag soll der „Herbstfußballer des Jahres“ von Beginn an spielen.

Also 90 Minuten lang, mindestens. Einfache Hochrechnung: Macht also einen Zehnerpack? Kleiner Scherz. Die Wölfe-Verteidiger Naldo und Dante, der Ex-Bayer, wollen sich diesmal gegen Lewandowski behaupten. Für Guardiola ist das „lange her“. Mit Geschichte hält sich der Spanier nicht lange auf. Wichtiger ist ihm, dass Arjen Robben („Er ist fit und glücklich“) ebenso wie Javi Martínez („Ich denke, er ist fit“) zur Verfügung stehen. Juan Bernat ist wegen Adduktorenproblemen fraglich.

Lesen Sie hier: Guardiola vor Wolfsburg-Spiel -

Angesprochen auf die erneute Konfrontation mit Lewandowski fragte Wolfsburgs Coach Dieter Hecking am Montagmittag cool nach: „Spielt er?“ Als ein Reporter dies bekräftigte, antwortete er: „Mir egal. Wir haben unsere Qualität, die Bayern wissen das. Wir haben drei Spiele dieses Jahr gehabt. Aus unserer Sicht einen Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage. Jetzt wäre mal wieder ein Sieg dran. Wir wollen weiterkommen. Punkt.“ Na, endlich! Ein Bundesliga-Trainer sagt: Ja, wir wollen die Bayern schlagen! Und Wolfsburgs Sportdirektor Klaus Allofs meinte: „Wir sind Titelverteidiger, spielen zu Hause. Also sind wir leichter Favorit.“ Hört, hört! Könnte ein richtig guter Pokalfight werden, diese doppelte Revanche.

„Was Pokalspiele angeht, haben wir da noch eine Rechnung offen“, meinte Thomas Müller. „Das 5:1 wird noch in den Köpfen der Wolfsburger sein, das gibt uns noch einen Schuss Motivation mehr.“ Für Robben ist das Pokalduell wie „Champions League“. Der Holländer: „Wir hatten kein Glück mit diesem Los, aber wir müssen bereit sein. Du kannst dir im Pokal nichts erlauben.“ Oder wie Guardiola, für den es „das wichtigste Spiel“ bis Jahresende ist, formulierte: „Weiter oder nach Hause!“

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