WM in Gefahr? FC-Bayern-Boss Eberl gibt Update zur Neuer-Verletzung

Manuel Neuer verpasst das Pokalfinale gegen Stuttgart aufgrund seiner Wadenverletzung. Die WM ist für den Kapitän des FC Bayern aber nicht in Gefahr. Auf Thronfolger Jonas Urbig wartet in Berlin die Feuertaufe.
von  Bernhard Lackner, Kilian Kreitmair
Manuel Neuer hat derzeit wieder mit Wadenproblemen zu kämpfen und verpasst das DFB-Pokalfinale am Samstag.
Manuel Neuer hat derzeit wieder mit Wadenproblemen zu kämpfen und verpasst das DFB-Pokalfinale am Samstag. © IMAGO/Markus Ulmer

Samstagabend, Berliner Olympiastadion. Der FC Bayern will nach sechs langen Jahren endlich wieder den DFB-Pokal in den Händen halten. "Man merkt, wie sich der ganze Verein nach dem Finale sehnt", sagte Sportvorstand Max Eberl jüngst der AZ voller Vorfreude. Mittendrin statt nur dabei: Jonas Urbig. Der 22-Jährige wird gegen den VfB Stuttgart (20 Uhr) seine Endspielpremiere feiern. Urbigs finale Feuertaufe.

Der Grund: Manuel Neuer wird nicht rechtzeitig fit. "Er wird aufgrund von muskulären Problemen in der linken Wade gegen die Schwaben noch nicht zur Verfügung stehen", teilten die Bayern in einer Pressemitteilung mit. Im Spieltagskader stehen neben Urbig nur Sven Ulreich und Nachwuchskeeper Jannis Bärtl.

Neuer zog sich bekanntermaßen die Blessur im letzten Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln zu. Wie die AZ weiß, fiel die Entscheidung erst am Freitagmorgen. Man wollte Neuer nicht unter Druck setzen.

Vor fünfter WM-Teilnahme: Manuel Neuer will kein Risiko eingehen

Der Keeper selbst sollte in seinen Körper horchen, ob er sein achtes (!) Pokalfinale bestreiten möchte. Damit wäre er mit Thomas Müller und Franck Ribéry gleichgezogen, die ebenfalls achtmal im Endspiel in Berlin aufliefen. Doch Neuer, der in den vergangenen Tagen nie mit dem Team trainieren konnte, verzichtet. Er will kein Risiko eingehen.

Immerhin steht für den 40-Jährigen in wenigen Wochen die fünfte (!) Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko an. Und Neuer soll als Nummer eins der DFB-Elf für ein erfolgreicheres Abschneiden als bei der WM 2022 (damals Aus nach der Gruppenphase) sorgen. Da gilt es topfit zu sein.

Eberl: WM-Teilnahme für Neuer nicht in Gefahr

Bezüglich der Endrunde im Sommer gab Sportchef Eberl gegenüber der "Bild" Entwarnung. "Die WM ist nicht in Gefahr, aber er kann morgen nicht spielen", sagte Eberl zum Ausfall von Neuer: "Es ist einfach zu kurz nach der Verletzung, die am Samstag passiert ist. Dementsprechend macht es keinen Sinn, ihn im Pokalfinale ins Tor zu stellen mit dem Risiko, dass er sich schwer verletzen könnte." Daher habe man gemeinsam entschieden, dass Thronfolger Urbig im Endspiel gegen Stuttgart zwischen den Pfosten stehen wird.

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Kein Wunder, schließlich begleiten Neuer die Wadenprobleme schon länger. Der 40-Jährige hatte sich im Februar im Bundesligaspiel beim SV Werder Bremen einen Muskelfaserriss zugezogen und fiel daraufhin drei Wochen aus. Bei seinem Comeback gegen Borussia Mönchengladbach brach die Verletzung schließlich wieder auf - erneut vier Wochen Pause.

Wenig überraschend, dass Klub und Spieler angesichts der erneuten Wadenprobleme mit Blick auf die WM im Sommer und die darauffolgende, wohl letzte Saison in Neuers Karriere kein Risiko eingehen. Am Mittwoch startet die Nationalmannschaft die Vorbereitung auf die WM, bis dahin will der Routinier wieder fit sein.

Der FC Bayern hat vollstes Vertrauen in Neuer-Backup Urbig

Gleichzeitig vertrauen der Bayern-Kapitän und die Verantwortlichen von der Säbener Straße Urbig. Der selbstbewusste 22-Jährige bewies in dieser Saison schon mehrmals, dass er ein Endspiel im Kreuz hat – auch im Pokal.

Da Neuer wegen eines Platzverweises aus der Vorsaison gesperrt war, stand Urbig in den ersten beiden Runden gegen Wehen Wiesbaden (3:2) und dem 1. FC Köln (4:1) im Tor. Und zeigte vor allem gegen seinen Ex-Klub Weltklasse-Paraden. "Es ist Zufall, aber Jonas (Urbig, d. Red.) hat schon zweimal gegen Stuttgart gespielt. Wir haben nicht gezweifelt, als Jonas erstmals in der Champions League gegen Leverkusen gespielt hat. Ebenso nicht gegen Stuttgart", so Trainer Kompany am Freitag.

Platzhirsch und Thronfolger: Manuel Neuer (r.) und Jonas Urbig bilden beim FC Bayern ein harmonisches Torwart-Duo.
Platzhirsch und Thronfolger: Manuel Neuer (r.) und Jonas Urbig bilden beim FC Bayern ein harmonisches Torwart-Duo. © IMAGO/Frank Hoermann

Für eine WM-Nominierung hat es bei Urbig trotz der starken Leistungen nicht gereicht, die Reise nach Nordamerika wird er aber dennoch antreten. Bundestrainer Julian Nagelsmann nimmt den 22-Jährigen, der nach der Endrunde im Sommer eine deutlich größere Rolle im DFB-Tor spielen wird, als Trainingstorwart mit. Davor steht für ihn in Berlin noch die Feuertaufe an.

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