Schockmoment in der 67. Minute: Musiala kollabiert fünf Minuten nach Einwechslung

Der FC Bayern gewinnt den Test in Heidenheim, doch das rückt völlig in den Hintergrund, weil Jamal Musiala erneut auf dem Platz zusammenbricht. Nach dem Spiel erklärt er seinen erneuten Kollaps.
von  Maximilian Koch
Wenige Minuten nach seiner Einwechslung bricht Jamal Musiala zusammen, die Spieler eilen herbei, bilden einen Sichtschutz. Wenig später kann der Bayern-Star begleitet von Teamarzt Dr. Peter Ueblacker das Feld selbstständig verlassen.
Wenige Minuten nach seiner Einwechslung bricht Jamal Musiala zusammen, die Spieler eilen herbei, bilden einen Sichtschutz. Wenig später kann der Bayern-Star begleitet von Teamarzt Dr. Peter Ueblacker das Feld selbstständig verlassen. © IMAGO/MIS

Fans, Spielern, Trainern und Betreuern stockte in der 67. Minute der Atem. Schon wieder. Jamal Musiala, der beim Testspiel in Heidenheim erst fünf Minuten zuvor eingewechselt worden war, sackte wie schon beim 3:1 gegen RB Leipzig am Samstag in der Allianz Arena auf dem Platz zusammen.

Mitspieler und Gegner eilten sofort zu ihm und bildeten einen Kreis als Sichtschutz, die Notärzte kamen aufs Spielfeld und kümmerten sich um ihn. Nach zwei Minuten dann die leichte Entwarnung: Musiala konnte selbstständig aufstehen und mit den Bayern-Ärzten Richtung Kabine joggen, die Fans sangen seinen Namen. Doch die Sorgen um die Gesundheit des 23-jährigen Spielmachers werden nach diesem erneuten Zwischenfall immer größer.

Musiala spricht über "neurologische Dysfunktion"

Die Worte von Max Eberl nach dem Spiel lassen nichts Gutes vermuten. "Jamal wird sich selbst zeitnah dazu äußern, wir wissen Bescheid", sagte der Sportvorstand. Ein Satz, der größere gesundheitliche Probleme bei Musiala befürchten lassen.

Nach dem Spiel meldete sich Musiala dann via Instagram. "Das Wichtigste zuerst – mir geht es gut! Ich verstehe, dass sich viele von euch Sorgen machen. Diese Sorge möchte ich euch heute nehmen und euch dazu etwas erklären: Es wurden bei mir temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt, welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind", schrieb der Jungstar.

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"Diese können zu den zuletzt vorgekommenen Momenten führen, wie gegen Leipzig oder auch jetzt in Heidenheim. Ich weiß, dass diese auf den ersten Blick scary wirken – für mich sind sie aber aktuell Teil meines Alltags. Ich bin diesbezüglich in bester medizinischer Behandlung und sehr optimistisch", führte Musiala weiter aus. Wichtig sei, "es besteht kein darüberhinausgehendes gesundheitliches Risiko. Ich habe insgesamt ein sehr gutes Gefühl und bin auf einem guten Weg."

Dass Vincent Kompanys Team beim Bundesliga-Absteiger nach Treffern von Felipe Chávez (25.), Arijon Ibrahimovic (47./Foulelfmeter), Luis Díaz (78.) und Nathaniel Brown (83.) mit 4:2 gewann, geriet völlig in den Hintergrund. Alle dachten an Musiala.

Fünf Tage vor dem Supercup-Duell beim BVB ließ Kompany eine B-Elf starten. Im Tor vertrat Jonas Urbig den geschonten Manuel Neuer, davor stand Dayot Upamecano kurz nach der Rückkehr aus seinem WM-Urlaub gleich in der Anfangsformation. Mit Bara Ndiaye, Chávez, Tim Binder, Maycon Cardozo, Wisdom Mike und Ibrahimovic durften sich mehrere Talente zeigen. Tom Bischof erhielt eine Pause und blieb genauso in München wie Joshua Kimmich, der über Adduktorenprobleme klagte, Konrad Laimer (Schlag abbekommen) und Wechselkandidat João Palhinha. "Das Wichtigste ist für mich, dass wir keine Verletzungen haben und dass die Jungs wieder in ihren Rhythmus kommen", sagte Kompany vor dem Anpfiff: "Einige müssen noch fitter werden, deshalb spielen sie."

Nach einem Ballverlust von Ndiaye im Mittelfeld stand es schnell 1:0 für Heidenheim: Wagner stürmte von der Mittellinie allein aufs Tor zu, Upamecano kam nicht mehr hinterher - und Urbig war bei dem präzisen Abschluss ins rechte Eck machtlos. Wie schon öfter in den vergangenen Jahren hatten die Münchner so ihre Probleme gegen die Mannschaft von Frank Schmidt. Bayern um Kapitän Alphonso Davies spielte viele Fehlpässe und kam kaum einmal durch.

Auf der Gegenseite hatte Heidenheim die nächste gute Chance nach einem Konter, diesmal parierte Urbig gegen Wagners Schuss (17.). Wagner, immer wieder Wagner. Den schnellen Linksaußen bekamen die Bayern überhaupt nicht in den Griff. Es dauerte bis zur 25. Minute, ehe die Münchner den ersten gefährlichen Schuss abgaben - und was für einen! Chávez zirkelte einen Freistoß aus 23 Metern herrlich über die Mauer, der Ball sprang an die Unterkante der Latte und von dort ins Tor. 1:1. Im Heidenheimer Dauerregen blieb der Auftritt bis zur Halbzeitpause jedoch weitgehend uninspiriert.

Und so war das 2:1 der Gastgeber verdient: Nieheus nahm einen Abpraller volley und knallte ihn ins rechte Eck.

Bayern in der zweiten Halbzeit überlegen

In der zweiten Halbzeit ging es perfekt los für Bayern: Binder holte per Dribbling einen Elfmeter raus, Ibrahimovic traf zum 2:2. Und dann brachte Kompany in der 62. Minute die erste Garde: Kane, Olise, Díaz, Musiala, Jonathan Tah, Josip Stanisic und Aleksandar Pavlovic, Bayern drängte auf das 3:2. Nach Musialas Pass wurde Kanes Schuss pariert (65.), in der Schlussphase schossen Diáz und Brown den 4:2-Sieg heraus.

Doch das rückte komplett in den Hintergrund.

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