"Wie ein Mantel der Schwere“: Eberl legt mit Kritik gegen Ex-Bayern-Coach Tuchel nach
Über zwei Jahre ist Thomas Tuchel (53) nun nicht mehr Trainer beim FC Bayern München, aber so ganz scheint das Thema an der Säbener Straße noch nicht abgehakt zu sein – jedenfalls bei Max Eberl (53).
In einem aktuellen Interview mit dem Mitglieder-Magazin "51“ erinnert er sich an seine Anfangszeit bei den Münchnern, wo er am 1. März 2024 die Nachfolge von Hasan Salihamidžić als Sportvorstand antrat. Dabei sparte er auch nicht mit erneuter Kritik an Tuchel.
"Was für eine Lethargie. Wie ein Mantel der Schwere“
So spricht er über die Verfassung, in der sich die Bayern-Stars bei seinem Dienstantritt befanden. "Bei einer Mannschaft wie Bayern ist die Lust mitentscheidend, zusammen etwas Großes zu erreichen. Und darauf hat der Trainer einen Rieseneinfluss. Als ich nach meinem Start im März 2024 die ersten Male im Profihaus war, habe ich gedacht: Was für eine Lethargie. Wie ein Mantel der Schwere“, so Eberls Kritik, die nicht nur, aber hauptsächlich auf Thomas Tuchel, der damals noch Trainer des deutschen Rekordmeisters war, abzielt.
Eine Woche vor Eberls Amtsantritt, am 21. Februar 2024, gab der FC Bayern bekannt, dass sich der Verein und Tuchel gemeinsam dazu entschieden hätten, die Zusammenarbeit bereits zum 30. Juni 2024 zu beenden.
Nach langer Trainersuche und zahlreichen Absagen, unter anderem von Xabi Alonso, Ralf Rangnick oder Ex-Trainer Julian Nagelsmann, verpflichtete Eberl schließlich den damals noch verhältnismäßig unerfahrenen Vincent Kompany (40) als neuen Bayern-Coach. Eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erweisen sollte.
Dass die Stimmung nun eine völlig andere ist und beim einstigen FC Hollywood eine regelrecht harmonische Atmosphäre herrscht, darin sieht Eberl den belgischen Trainer als Hauptgrund. "Leute, wir sind beim FC Bayern München! Wir können jedes Jahr Meister werden, wir müssen doch Freude haben. Das hat Vincent Kompany komplett wiederbelebt. Viele Spieler sind dieselben – aber sie wirken wie ausgewechselt“, lobt Eberl die Arbeit des Bayern-Trainers, der derzeit wegen einer Hirnhautreizung ausfällt.
Eberl ist nicht der einzige beim FC Bayern, der in der Vergangenheit die schlechte Stimmung im Verein unter Tuchel kritisierte. So sagte Ehrenpräsident Uli Hoeneß (74) im Podcast beim Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (59/CSU): "Wenn nicht gut gespielt wurde, hat er sich nicht selbst hinterfragt, sondern da war immer die Mannschaft schuld.“
Eberl wollte nach Trennungsbekanntgabe doch noch mal mit Tuchel weitermachen
Bei all der Kritik verwunderte es damals dann schon, dass es nach all den Trainerabsagen Überlegungen gab, doch noch mit Thomas Tuchel weiterzumachen. Dieses Gedankenspiel bestätigte Hoeneß damals im "Spiegel“: "Zuerst wollte Max Eberl dem Thomas Tuchel noch ein Jahr draufgeben. Das haben der Karl-Heinz, Herbert Hainer und ich verhindert.“
Allerdings hatte auch Thomas Tuchel kein Interesse mehr an einer weiteren Zusammenarbeit mit dem FC Bayern. Der 53-Jährige wechselte zurück auf die Insel, und wurde zum 1. Januar 2025 Trainer der englischen Nationalmannschaft. Mit den "Three Lions“ wurde Tuchel bei der WM 2026 in Mexiko, Kanada und den USA Dritter.


