Weltfußballer 2013: Hier verlor Ribéry die Wahl

Für die Journalisten, die beim Ballon d’Or mitvoten, war Bayerns Franzose der Weltbeste – nicht aber aus Sicht der Trainer und Kapitäne. Sehen Sie in unserer Bilderstrecke auf welchen Kontinenten Ribery vorne war und wo er die Wahl verlor.
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© AZ-Grafik: Diehl

Für die Journalisten, die beim Ballon d’Or mitvoten, war Bayerns Franzose der Weltbeste – nicht aber aus Sicht der Trainer und Kapitäne. In Europa lag er vorn, in Afrika und Amerika blieb er ohne Chance.

München - Lange schmollen? Wegen einer Wahl, die ohnehin schon lange verloren schien? Das ist nicht Franck Ribérys Sache. Lieber reagierte der Bayern-Star, der bei der Weltfußballer-Gala nur Dritter hinter Cristiano Ronaldo und Lionel Messi geworden war, mit einer ordentlichen Portion Trotz: „Was hätte ich noch mehr machen können, als mit Bayern alles zu gewinnen? Ob Zweiter oder Dritter ist doch total egal. Ich bin kein Egoist, und dieser Titel ist nicht mein Ziel. Ich will lieber noch mal alles mit Bayern gewinnen und Weltmeister werden. Das ist wichtig“, sagte Ribéry am späten Montagabend noch zu bild.de. Und weiter, wohl leicht geflunkert: „Der Preis wäre toll gewesen – vor allem für die Fans, den Klub und meine Frau. Für mich ist er nicht das Wichtigste. Ich bin froh, dass das Thema jetzt vom Tisch ist. Jetzt will ich alle Titel der Saison wieder gewinnen mit Bayern.“

Sagte es und flog gemeinsam mit seiner Frau Wahiba zurück nach München. „Franck wird sich schnell davon erholen. Spätestens beim Bundesliga-Auftakt wird er wieder ganz der Alte sein. Um ihn mache ich mir keine Sorgen“, sagte sein Berater Jean-Pierre Bernès am Montag der AZ. Zumindest bis Donnerstag hat Ribéry nun frei – erst dann bittet Pep Guardiola wieder zum Training.

Bis dahin kann er sich auch anschauen, wer alles für ihn gestimmt hat bei der knappsen Wahl seit der Einführung des neuen Wahlmodus 2009. Die AZ hat die Wahl zum Weltfußballer ausgewertet.

Wer stimmte für Ribéry? Hätten nur Journalisten den Weltfußballer gewählt, wie bis 2009 und wie bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres, dann hätte Ribéry die Wahl locker gewonnen: 35,54 Prozent der stimmberechtigten Journalisten (aus jedem Fifa-Land einer) stimmten für Ribéry, lediglich 27,47 Prozent für Ronaldo und 24,09 Prozent für Messi.

Lesen Sie hier: Ribéry fällt tief: Internationale Pressestimmen zur Weltfußballer-Wahl

Die Trainer (18,19) und Kapitäne (18,66) sahen Ribéry hinter den anderen beiden. Ribérys Teamkollegen aber stimmten für ihn: Sowohl von Philipp Lahm als auch von Claudio Pizarro (Peru) gaben ihm die vollen fünf Punkte. Das gleiche gilt für die deutschen Nationalcoaches Jürgen Klinsmann (USA), Volker Finke (Kamerun), Ottmar Hitzfeld (Schweiz), Gernot Rohr (Niger) und Bernd Stange (Singapur). Auch Zlatan Ibrahimovic, der sich ja eigentlich selbst für den besten Fußballer des Planeten hält, stimmte für Ribéry. Und sogar Louis van Gaal gab ihm die vollen fünf Punkte.

 

Hier geht´s zur Sportumfrage: Wieso ist Ribéry nicht Weltfußballer geworden?

Wer stimmte nicht für Ribéry? Ex-Bundestrainer Berti Vogts sah Ribéry gar nicht unter den ersten drei. Er stimmte für Ronaldo. Winni Schäfer (Jamaika) sah Robert Lewandowski als Besten, gab Ribéry drei Punkte für Platz zwei.

 

Wo verlor Ribéry die Wahl? In Afrika, wo Ronaldo sehr stark war, konnte Ribéry fast nur in den arabisch geprägten nordafrikanischen Ländern punkten – seine Frau Wahiba stammt aus Algerien. Auch in Nord- und Mittelamerika und Ozeanien (je 21 Prozent) gab es für Ribéry kaum was zu holen. Ein Anzeichen dafür, dass Messi und Ronaldo weltweit einfach populärer sind als Ribéry? Weil sie offensiver vermarktet werden?

Knapp ging es in Asien zu, wo sich Ribéry unter anderem über fünf Punkte aus Nordkorea freuen kann. Und Europa gehört ohnehin Ribéry. Hier bekam er von den Nationaltrainern, Nationalmannschafts-Kapitänen und Journalisten die meisten Stimmen und gewann die Wahl mit 38 Prozent vor Ronaldo (37) und Messi (25). fil, jga, ame

 

 

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