Weiße Weste & Wilder Westen: Die Rekorde von Neuer und Lewandowski

Bei den Rekord-Bayern purzeln die Bestmarken. Auf Schalke mal wieder an der Reihe: Manuel Neuer und Robert Lewandowski. Wenn der Pole so weiter trifft wie in der Hinrunde, überholt er sogar Gerd Müller.
| Patrick Strasser
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Bayerischer Rekord-Jäger Nummer 1: Manuel Neuer (l.) übertrifft nun Oliver Kahn
Bayerischer Rekord-Jäger Nummer 1: Manuel Neuer (l.) übertrifft nun Oliver Kahn © imago images/Ulmer/Pool

München - Zwei Tage frei - für die Bayern-Profis nach bereits sechs Partien im Januar und der Bonsai-Winterpause beinahe schon ein Kurzurlaub. Erst am Mittwoch trifft man sich wieder an der Säbener Straße zur Vorbereitung auf das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (Samstag).

"Vielleicht nicht jeden Tag den Trainer sehen"

"Das ist wichtig, um mal den Kopf frei zu bekommen und vielleicht nicht jeden Tag den Trainer zu sehen", meinte Cheftrainer Hansi Flick süffisant und fügte mit ernstem Unterton hinzu: "Ab Mittwoch werden wir intensiv die Dinge trainieren, die wir besser machen müssen." Der 55-Jährige beklagte beim 4:0 auf Schalke zu viele Ballverluste, ein teils zu langsam vorgetragenes, dann wieder zu riskantes Spiel.

Vorbereitung auf die Champions League startet diese Woche

Ab Mittwoch beginnt für Flick bereits "die Vorbereitung auf die Champions League", in der die Titelverteidiger im Achtelfinale auf Lazio Rom (Hinspiel 23. Februar) treffen. "Da ist es gefragt, dass du immer bei hundert Prozent bist", betonte Flick, "deshalb müssen wir die Zeit nutzen, um uns kontinuierlich zu verbessern."

Un-englische Woche

Eine ganz und gar un-englische Woche ohne Spiel ist eine Rarität aus Sicht der Münchner, es folgen sogar deren zwei vor der Abreise zur Klub-WM in Katar im Anschluss an das Auswärtsspiel bei Hertha BSC (5.2.). Keine Spiele, das heißt auch: Keine Gelegenheit, die persönlichen Bilanzen und Quoten aufzubessern - für Manuel Neuer und Robert Lewandowski eine verlorene Zeit. Auch wenn sie das nie, nie, nie zugeben würden. Denn die nimmermüden Rekordesammler der Bayern haben am Sonntag schon wieder neue Kapitel aufgeschlagen.

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Bestmarke trotz reichlich Gegentoren

Manuel Neuer: Da kassieren die Bayern so viele Gegentreffer wie lange nicht und ausgerechnet in dieser Saison erklimmt der Nationaltorhüter eine neue Bestmarke. Und das - ja, nochmal ausgerechnet - bei seinem Ex-Verein FC Schalke in seiner Geburtsstadt Gelsenkirchen. Mit dem 4:0 bei den Königsblauen sicherte sich der 34-jährige Kapitän den Rekord im Ranking der weißen Westen in der Bundesliga. Gegen seinen Jugendverein blieb Neuer zum 197. Mal ohne Gegentor, damit überholte er den ehemaligen Torhüter und heutigen Vorstand des FC Bayern Oliver Kahn.

Freut sich Kahn für Neuer?

Ob er nun Ärger mit dem "Titan" bekomme? Muss er gar seinen Hals fortan mit einem Rollkragenpullover schützen? "Da lass ich mich nicht unterbuttern. Da stehen wir auf Augenhöhe", sagte Neuer mit einem Lächeln und schob doch voller Respekt hinterher: "Mal sehen, wie er reagiert. Aber ich denke, dass er sich für uns alle freut." Der Gewinner des legendären US-Golf-Masters in Augusta bekommt traditionell ein grünes Jacket. Könnte Neuer gegen Hoffenheim nicht in einer weißen Weste auflaufen? Zumindest beim Warmmachen.

Bayerischer Rekordjäger Nummer 2: Lewandowski rüttelt heftigst an Gerd Müllers Thron.
Bayerischer Rekordjäger Nummer 2: Lewandowski rüttelt heftigst an Gerd Müllers Thron. © imago images/Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR/POOL

Auch Lewandowski arbeitet an seinen Rekorden

Robert Lewandowski: Von den insgesamt 53 Treffern nach 18 Spieltagen (übrigens eingestellter Bundesliga-Rekord nach Borussia Dortmund 1963/64 und Werder Bremen 1985/86) hat der Top-Torjäger mit dem zwischenzeitlichen 2:0 gegen die Schalker nun 23 erzielt - macht satte 43 Prozent. Besser war nach dem ersten Rückrundenspieltag keiner in der Ligahistorie. Bei einer statistisch weiter so anhaltenden Torquote käme Lewandowski am Ende der Saison auf 43 (!) Treffer.

Gerd Müller macht Gerd-Müller-Dinge, also Tore: Seit der Saison 1971/1972 gilt seine Bestmarke von 40 Treffern - aber wie lange noch?
Gerd Müller macht Gerd-Müller-Dinge, also Tore: Seit der Saison 1971/1972 gilt seine Bestmarke von 40 Treffern - aber wie lange noch? © imago images/WEREK

Holt er bald Gerd Müller ein?

Gerd Müllers scheinbarer Ewig-Rekord von 1971/72 (40 Tore) wackelt immer heftiger. Im Rahmen der Rekordjagd-Spielzeit des Polen fallen weitere Bestmarken wie gut gelegte Domino-Steine. Als erster Spieler der höchsten Spielklasse hierzulande war Lewandowski nun in acht Auswärtsspielen in Serie erfolgreich. Zweitens traf der 32-Jährige als erster in elf aufeinanderfolgenden Spielen gegen denselben Gegner. Ziemlich wahrscheinlich, dass er diese Serie in der kommenden Saison nicht fortsetzen kann. Bayern wird nicht absteigen. Ballermann Lewy schießt weiter, macht jeden Strafraum zum Wilden Westen.

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