Was Bayern und Barcelona eint und trennt

Mehr als nur ein Klub – so lautet das Vereinsmotto des FC Barcelona, der im Viertelfinale der Champions League Gegner der Bayern ist. Die AZ vergleicht die beiden Schwergewichte des europäischen Fußballs.
| Patrick Strasser
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Superstars, Torjäger und Erfolgsgaranten: Robert Lewandowski (l.) trifft mit dem FC Bayern am Freitag in der Champions League auf den FC Barcelona um Lionel Messi.
sampics/AK/AZ-Montage Superstars, Torjäger und Erfolgsgaranten: Robert Lewandowski (l.) trifft mit dem FC Bayern am Freitag in der Champions League auf den FC Barcelona um Lionel Messi.

München - Man stelle sich diese drei Herren Trainer an einem Tisch vor. Mit einer ganzen Palette an Salz- und Pfefferstreuern für ihre Statisten. Laut würde es werden, hitzig und impulsiv. Und fachlich intensiv. Udo Lattek (†), Louis van Gaal (69) und Pep Guardiola (49). Was der Ostpreuße, der Holländer und der Katalane abgesehen von ihren genialen Fähigkeiten als Trainer gemeinsam haben?

Sie alle haben einmal sowohl den FC Bayern als auch den FC Barcelona trainiert – mit unterschiedlichen Erfolgen. Lattek (1974 mit Bayern) und Guardiola (2009 und 2011 mit Barça) führten einen der beiden Klubs zu höchsten Weihen, zum Henkelpott.

Treffen der Schwergewichte

Mit dem Champions-League-Viertelfinale Bayern gegen Barcelona an diesem Freitag in Lissabon (21 Uhr/Sky live und im AZ-Liveticker) treffen zwei Schwergewichte der weltweiten Kickeria aufeinander. Je fünf Mal haben sie die wertvollste Trophäe des europäischen Klubfußballs gewinnen können, Barça zuletzt 2015, Bayern 2013.

Doch in einem Finale sind die Fanmagneten noch nie aufeinandergetroffen. Das Viertelfinale im EM-Turniermodus (ohne Rückspiel) ist wie ein Endspiel. Hopp oder top, Urlaub oder Halbfinale – und das dann womöglich gegen Manchester City mit Coach Guardiola, das gegen Olympique Lyon klarer Favorit ist.

Der große Vergleich der beiden Granden FCB gegen FCB – und an dieser Stelle ein großes "Grüezi!" in die Schweiz, Euer FCB, der FC Basel, ist nicht gemeint.

Die Fakten: Bayern ist der mitgliederstärkste Sportverein der Welt (mehr als 293.000), der Futbol Club Barcelona rangiert mit rund 144.500 aktuell auf Rang neun. Dafür ist Barça wenige Monate älter, wurde am 29. November 1899 von einer Gruppe um den Schweizer Joan Gamper gegründet.

Drei Monate später, genauer am 27. Februar 1900, erblickte der FC Bayern das Licht der Welt.

Identität: Während Barça seit jeher ein Symbol der kulturellen Identität Kataloniens und des Katalanismus ist und in Real Madrid, den Königlichen aus der Hauptstadt, seinen Erzrivalen hat, gilt der FC Bayern als DAS Symbol des Freistaates – neben dem Oktoberfest, BMW und Markus Söder (kleiner Scherz hintenraus).

Erzrivale? Diese Giesinger aus der Dritten Liga. Während Katalonien nach Unabhängigkeit vom spanischen Zentralstaat strebt, ist das Franz-Beckenbauer-Land längst ein Freistaat. Auch wenn anderes behauptet wird.

Finanziell liegt Barça knapp vor Bayern

Vereinsmotto: Sehr ähnlich. Man nehme zwei Fäuste und trommele sich auf die herausgestreckte Brust. Beim stolzen Katalanen ertönt "Més que un club" ("Mehr als ein Verein") aus dem Brustkorb, bei nicht weniger stolzen Bayern-Anhängern aus dem Bierbäuchlein das "Mia san mia". Ein offizielles Maskottchen hat der FC Barcelona nicht, es wurde in einem Testspiel von Lionel Messi nassgemacht und kündigte. Bayerns "Berni" dagegen triumphiert am liebsten in Reals "Estadio Santiago Berni-béu".

Die Klubhymne: Die Katalanen schmettern seit 1974 ihr "El Cant del Barça", das Barça-Lied mit dem eindringlichen Refrain: "Blaurot in den Wind, beherzter Schrei, wir haben einen Namen, den jeder kennt: Barça, Barça, Baaaarça!" Der "Stern des Südens", komponiert 1998 von Willy Astor, wird niemals untergeh’n. Die Hymne "Gott mit dir, du Land der Bayern" hat dagegen keine Chance.

Die Finanzen: Mit 983,20 Millionen Euro laut "transfermarkt.de" liegt Barcelona im Gesamt-Marktwert des Kaders aktuell knapp vor Bayern (929,25), hat außerdem einen A-Nationalspieler (16:15) und fünf Legionäre (20:15) mehr.

790 Millionen Euro hat Barça in den letzten drei Spielzeiten in Neuzugänge investiert, Bayern "lediglich" 198,5 Mio. Euro. Die Superstars: Der sechsmalige Weltfußballer Messi sowie Top-Torjäger Robert Lewandowski, der designierte Weltfußballer 2020 (falls doch gewählt wird).

Die Aufeinandertreffen: Sechs von bisher zehn Pflichtspielduellen konnten die Münchner gewinnen (bei zwei Remis). Pikant: Immer, wenn beide in einer K.o.-Phase aufeinandertrafen, holte sich der Sieger später den Titel: Bayern 2013 nach einem 4:0 und 3:0, Barça 2015 nach einem 3:0 und 2:3. Im Halbfinale des Uefa-Cups 1996 setzte sich Bayern (2:2/2:1) durch. Mit "El Rey" Otto, der in den Endspielen von "El Emperador", Kaiser Franz, ersetzt wurde.

We call it a clásico.

Lesen Sie auch: FC Barcelona - Wie ein Vorzeigeklub seine Ideale verkauft

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