Vorbereitung mit Hindernissen für Flick und Bayern

Der FC Bayern legt nach dem Triple-Sieg wieder los mit Corona-Tests und Cybertraining. Coach Hansi Flick muss dabei mehrere knifflige Aufgaben meistern.
| Maximilian Koch
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Festanstellung oder Abschied: Bei Ivan Perisic (l.) ist die Zukunft nochoffen. Flick würde ihn gern behalten.
Festanstellung oder Abschied: Bei Ivan Perisic (l.) ist die Zukunft nochoffen. Flick würde ihn gern behalten. © picture alliance/dpa

München - So hatte sich Triple-Trainer Hansi Flick den Start in die Vorbereitung ganz bestimmt nicht vorgestellt. Am ersten Tag nach dem Urlaub, der für die Stars des FC Bayern einen Corona-Schnelltest an der Säbener Straße sowie Cybertraining zu Hause beinhaltete, sickerte gleich die erste Verletztenmeldung durch.

Tanguy Nianzou (18) hat sich im Training mit der französischen U20 eine Oberschenkelblessur zugezogen und fällt bis auf Weiteres aus, laut "Bild" sogar sechs Wochen. Eine bittere Nachricht für Flick und die Bayern, denn Defensivallrounder Nianzou war als Alternative zum Saisonstart eingeplant. Seit dem Champions-League-Finale ist ja auch Innenverteidiger Jérôme Boateng (32/Muskelfaserriss) verletzt.

Es deutet sich eine Vorbereitung mit Hindernissen an, das war schon vor dem Nianzou-Schock klar. Warum? Die AZ nennt mehrere Gründe.

1. Wenig Zeit bis zum Liga-Auftakt

Gerade mal 16 Tage hatte der Großteil der Triple-Mannschaft Urlaub, einige Nationalspieler noch weniger. Ziemlich knapp bemessen nach dieser intensiven Saison, aber die Münchner haben keine andere Möglichkeit. Zunächst stehen für das Team um Kapitän Manuel Neuer neben Cybertraining radiologische Untersuchungen und Leistungsdiagnostik an, Freitag geht es erstmals wieder gemeinsam auf den Trainingsplatz. Eine Woche später steigt dann bereits der Liga-Auftakt gegen Schalke 04. Kürzer war die Vorbereitung noch nie!

Hiobsbotschaft zum Trainingsstart: Neuzugang Tanguy Nianzou (l.), hier neben Co-Trainer Miroslav Klose, ist am Oberschenkel verletzt.
Hiobsbotschaft zum Trainingsstart: Neuzugang Tanguy Nianzou (l.), hier neben Co-Trainer Miroslav Klose, ist am Oberschenkel verletzt. © imago images/Sven Simon

"Zum Saisonstart werden alle Uhren wieder auf null gestellt sein", sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Haben die Jäger in dieser Saison eine Chance, Bayerns Serie von acht Meistertiteln in Folge zu beenden?

2. Unklare Personallage: Offenes Transferfenster

Thiago war wie die anderen Nationalspieler Lucas Hernández, Niklas Süle und Leroy Sané, die mit ihren Mannschaften in der Nations League zum Einsatz kamen, am Montag nicht an der Säbener Straße zu sehen. Das Quartett erhält ein paar zusätzliche freie Tage.

Wie es mit Thiago weitergeht, ist unklar. Intern rechnet man mit einem Wechsel des Spaniers, der diesen Wunsch klar formuliert hat. Bislang hält sich der FC Liverpool aber zurück. Während es bei Javi Martínez nach einer Rückkehr zu Athletic Bilbao aussieht, sind andere Personalien offen: Wann verlängert David Alaba? Wird Ivan Perisic fest verpflichtet? Was macht Sven Ulreich, dem der Status als Torhüter Nummer drei droht? Und will Boateng vielleicht doch zurück nach England?

Wohin zieht es ihn? Thiago (l.) will Bayern weiter verlassen, Liverpool hat bislang aber noch kein Angebot abgegeben.
Wohin zieht es ihn? Thiago (l.) will Bayern weiter verlassen, Liverpool hat bislang aber noch kein Angebot abgegeben. © picture alliance/dpa

Flick kann aktuell nur schwierig planen, das Transferfenster ist bis zum 5. Oktober geöffnet. Der Coach wünscht sich einen Rechtsverteidiger als Back-up für Benjamin Pavard und einen Außenstürmer. Ivan  Perisic wird  jedenfalls nicht fest verpflichtet. Das bestätigte Flick am Mittwoch  Auch im Mittelfeldzentrum könnte sich noch etwas tun.

3. Die Erwartungshaltung: "Erfolg ist nur gemietet"

Das Triple gewonnen und dazu Offensivstar Sané verpflichtet - die Zukunftsaussichten für Bayern scheinen rosig. Der Druck wird in der kommenden Spielzeit aber gewiss nicht kleiner sein.

"Es gibt einen schönen Spruch: Erfolg ist nur gemietet - und die Miete ist jeden Tag fällig", sagt Flick. "Wir alle wissen, dass es in der Bundesliga viel enger wurde: Dortmund hat sich verstärkt; Leipzig ist dabei, Gladbach, Leverkusen." Und natürlich sind die Münchner nun auch in der Champions League die Gejagten.

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4. Knallharter Spielplan: "So viel Stress wie nie zuvor"

Die Mannschaft muss unter Anleitung von Fitnesschef Holger Broich körperlich sofort einen Top-Zustand erreichen, denn der Spielplan hat es in sich. 57 Partien könnten im Idealfall in der neuen Saison anstehen - in nur 270 Tagen. Und dann startet für viele Stars auch noch die EM. "Wir dürfen bei aller Euphorie nicht vergessen, dass wir vor einer Saison stehen, die so viel Stress wie nie zuvor für die Spieler bedeutet", warnt Rummenigge.

Sportvorstand Hasan Salihamidzic behält deshalb den Transfermarkt im Blick. "Wir schauen, wer uns verlässt und wie wir reagieren werden", erklärt er: "Der Spielkalender verlangt einen guten Kader." Damit Bayern eine realistische Chance hat, die Erfolge der Vorsaison zu bestätigen.

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