Vor dem Spitzenspiel Bayern München gegen Hoffenheim: Rückblick auf das Jahr 2008

Am Samstag spielen die Bayern gegen Hoffenheim. Aus sportlicher Sicht war diese Partie schon lange nicht mehr so spannend wie in diesem Jahr. Einmal hatte sie allerdings noch mehr Brisanz.
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Heiß ging's her beim Spiel in der Saison 2008/09: hier beackern sich Bayerns Ze Roberto und Andres Beck.
augenklick/sampics Heiß ging's her beim Spiel in der Saison 2008/09: hier beackern sich Bayerns Ze Roberto und Andres Beck.

München - Dezember 2008: der Sensationsaufsteiger aus Hoffenheim mischt die Bundesliga auf, steht nach 15 Spieltagen auf Platz eins der Tabelle. Und muss zum Spitzenspiel beim Tabellenzweiten Bayern München. Die haben drei Punkte Rückstand auf die Kraichgauer und wollen die Machtverhältnisse im Heimspiel des 16. Spieltages wieder zurecht rücken.

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Im Vorfeld der Partie überschlagen sich die beteiligten Spieler, Trainer und Funktionäre mit denkwürdigen Aussagen. Es beginnt mit den üblichen Sticheleien der FC-Bayern-Abteilung Attacke: "Im letzten Heimspiel der Hinrunde spielen wir gegen eine Mannschaft namens 1899 Hoffenheim. Ich frage mich: Wo haben die sich 100 Jahre lang versteckt?" fragt Karl-Heinz Rummenigge rhetorisch auf der Bayern-Jahreshauptversammlung.

Das Duell hat Brisanz, nicht umsonst stellt Hoffenheims damaliger Trainer Ralf Rangnick fest: "Wenn Bayern verliert, [...] wäre es ein Erdrutsch." Weltuntergangsszenarien in der Bundesliga. Eine Zeitenwende? Kann der kleine Verein aus Baden-Württemberg den großen Bayern tatsächlich gefährlich werden? "Wir müssen dafür sorgen, dass die Geschichte genauso endet wie bei Asterix", so Rangnick weiter.

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Hoffenheim stilisiert sich als gallisches Dorf, ist aber auch selbstbewusst: "Die Bayern können gerne Herbstmeister werden, wenn wir am Ende Meister werden", sagt Hoffenheims Francisco Copado vor der Partie. Und Tobias Weis fügt hinzu: "Wenn die Bayern jemand schlagen kann, dann wir." Forsche Underdogs treffen auf angeschlagene Dauermeister.

Und dann ist es soweit: Am 5. Dezember 2008 geht Hoffenheim kurz nach der Pause durch Vedad Ibisevic tatsächlich mit 1:0 in Führung. Es ist Ibisevics 18. Tor im 16. Saisonspiel. Die Bayern sind nicht geschockt, gleichen aber durch Philipp Lahm nach einer Stunde aus. Die Schlussphase ist dann irre spannend, Ibisevic vergibt in der 89. Minute die Chance zum Siegtreffer, den erzielt dann in der Nachspielzeit Luca Toni auf der anderen Seite.

Hoffenheim wird trotzdem Herbstmeister. Und die Träume aller Bayern-Gegner von einer Machtablösung in der Bundesliga überdauern den Winter. Danach bricht die TSG ein, wird am Ende Siebter. Die Bayern müssen die Schale den Wolfsburgern überlassen. Nie wieder war die TSG so stark wie in der Saison 2008/09. Bis heute.

Am Samstag (Allianz Arena, 15:30 Uhr, Liveticker auf az-muenchen.de) kommen sie als Tabellendritter nach München. Von einer Wachablösung spricht nach den letzten Bayern-Jahren aber keiner mehr.

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