Vom FC Bayern zum HSV: Ist die Nachfolge von Kuntz geklärt?

Der HSV hat Medienberichten zufolge den Nachfolger für Stefan Kuntz gefunden. Besser gesagt: eine Nachfolgerin. Kathleen Krüger arbeitet für Bayern München - und hat dort Eindruck hinterlassen.
von  AZ/dpa
Münchens Teammanagerin Kathleen Krüger bei einem Testspiel in Hamburg 2018. (Archivbild)
Münchens Teammanagerin Kathleen Krüger bei einem Testspiel in Hamburg 2018. (Archivbild) © Christian Charisius/dpa

Ein Lob von höchster Fußball-Prominenz hat die mögliche neue Sportvorständin des Hamburger SV schon einmal bekommen. "Sie ist die, die die Mannschaft zusammenhält. Egal mit welchen Problemen können wir zu ihr kommen", sagte Weltmeister und Bayern-München-Legende Thomas Müller einst der "Sport Bild" über Kathleen Krüger. 

Die 40-Jährige soll beim HSV den seit vier Monaten vakanten Posten des Sportvorstands übernehmen. Nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" hat sich der Aufsichtsrat des Clubs mehrheitlich für die frühere Teammanagerin und aktuelle Leiterin Organisation und Infrastruktur des FC Bayern entschieden. Doch wer ist die ehemalige Bayern-Spielerin, über die auch der Welttrainer Pep Guardiola eine hohe Meinung hat und die laut Bericht zeitnah einen Vertrag in Hamburg unterschreiben soll?

Beginn im Frauenfußball

Krüger wuchs in einer von Bayern-Fans geprägten Familie im nördlichen Speckgürtel von München auf und spielte zwischen 2004 und 2007 für die Frauen des FC Bayern. 2010 arbeitete sie zunächst auf der Geschäftsstelle des FCB als Assistentin des damaligen Sportdirektors Christian Nerlinger

Zwischen 2012 und 2024 arbeitete sie als Teammanagerin, kümmerte sich um organisatorische Belange rund um das Team und etablierte sich als Zuhörerin. Krüger wurde sogar als einzige Person außerhalb des Teams Teil der WhatsApp-Gruppe der Mannschaft. "Ich schmunzle und schweige, denn natürlich werden viele lustige Fotos und Sprüche herumgeschickt", wurde sie 2020 in einem Clubporträt zitiert. 

Einem Medienbericht zufolge soll der HSV Interesse an Kathleen Krüger für den noch freien Sportvorstand-Posten haben. (Archivbild)
Einem Medienbericht zufolge soll der HSV Interesse an Kathleen Krüger für den noch freien Sportvorstand-Posten haben. (Archivbild) © Matthias Balk/dpa

Krüger arbeitete in ihrer Zeit als Teammanagerin mit Startrainern wie Jupp Heynckes, Guardiola, Carlo Ancelotti und Hansi Flick zusammen und holte in dieser Zeit elf Meistertitel, zwei Champions-League-Erfolge und fünf Siege im DFB-Pokal. 2022 wurde sie vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder mit dem Verdienstorden des Bundeslands ausgezeichnet. Aktuell ist ihr Titel in München "Leiterin Organisation und Infrastruktur".

Sportvorständin in der Bundesliga? Gab es das schon?

Krüger wäre hauptamtlich die erste Frau in dieser Rolle in der Fußball-Bundesliga. Allerdings hatte der HSV schon in Katja Kraus zwischen 2003 und 2011 eine Marketing-Vorständin, die 2009 nach der Trennung von Dietmar Beiersdorfer auch Interimsweise Aufgaben als Sportvorständin des Clubs übernahm. 

Auch sie hatte 2020 einen entscheidenden Anteil vom gewonnenen Triple: Bayerns Teammanagerin Kathleen Krüger.
Auch sie hatte 2020 einen entscheidenden Anteil vom gewonnenen Triple: Bayerns Teammanagerin Kathleen Krüger. © imago/Poolfoto, AZ-Montage

Bei RB Leipzig ist seit Jahresbeginn die Schweizerin Tatjana Haenni Vorsitzende der Geschäftsführung. Seit zwei Wochen gibt es auch die erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga: Marie-Louise Eta beim 1. FC Union Berlin

Wie wird die sportliche Führung des HSV aussehen?

Drei Spieltage vor Schluss hat der Aufsteiger HSV mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang in der Bundesliga sehr gute Aussichten auf den Klassenerhalt. Krüger soll dem Vorstand des norddeutschen Clubs gemeinsam mit Eric Huwer angehören. Der Mann für die Finanzen bei den Hanseaten hatte nach der Trennung von Stefan Kuntz zu Jahresbeginn als alleiniger Vorstand agiert. Krüger kennt auch Sportdirektor Claus Costa, beide absolvierten einen Manager-Lehrgang des DFB zusammen. Auch Costa war ein Kandidat für die Kuntz-Nachfolge. 

Wer wurde noch gehandelt?

Der HSV setzte eine Headhunter-Agentur ein, um den neuen Sportvorstand zu finden. Laut "Hamburger Abendblatt" soll der HSV auch bei Frankfurts Markus Krösche und Stuttgarts Fabian Wohlgemuth "angeklopft" haben. Vorher waren auch schon prominente Namen wie der frühere DFB-Direktor Oliver Bierhoff und Borussia Dortmunds früherer Sportdirektor Sebastian Kehl gehandelt worden.

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