"Viele magische Nächte": Kracher und krasse Außenseiter für den FC Bayern

Es ist der Moment, in dem es im Grimaldi Forum, einer unscheinbaren Kongresshalle an der Küste von Monaco, komplett still ist. Nacheinander ploppen auf dem großen Bildschirm die Gegner auf. Nur der Blick der anwesenden Klub-Bosse verrät, wie das jeweilige Champions-League-Programm einzuordnen ist. An der Säbener Straße musste Vincent Kompany sogar gleich zweimal hinschauen, um eine Miene zu den Losen zu zeigen.
Kompany: "Wir wissen, dass wir sechs Spiele gewinnen müssen"
"Ich habe ein bisschen gebraucht, um zu verstehen, dass das unsere Gegner sind", verriet der Bayern-Trainer am Freitag: "Wir waren der erste Name und auf einmal war die ganze Tabelle da." Gar nicht so einfach, diese Auslosung, bei der ein Computer die Gegner bestimmt. Schon zweimal nicht, wenn solche Kracher-Gegner plötzlich auf dem Tableau stehen.
"Die Fans können sich auf viele magische Nächte mit Spitzenfußball freuen", fasste es Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen zusammen. Daheim trifft der FC Bayern auf Chelsea, Brügge, Sporting Lissabon und Royale Union Saint-Gilloise. Auswärts müssen die Münchner zu Paris Saint-Germain, den FC Arsenal, die PSV Eindhoven und den FC Paphos. "Wir wissen, dass wir sechs Spiele gewinnen müssen, um in die Top acht zu kommen", rechnete Kompany vor. Wie die Chancen dazu stehen? Die AZ macht den Check.

Arsenal und PSG sind die härtesten Brocken für den FC Bayern
Paris Saint-Germain: Jährlich grüßt PSG. Das Duell gegen den Scheichklub von der Seine gehört fast schon wie die Bundesliga zum Programm. Siebenmal traf man in den letzten fünf Jahren auf die Pariser, darunter die Sternstunde von Kingsley Coman im Champions-League-Finale 2020. Doch der Mr. PSG ist nicht mehr dabei. Diesmal müssen es andere richten. Einfach wird es im Prinzenpark nicht. Gerade Désiré Doué stellte die Münchner bei der Klub-WM (0:2) vor Probleme. Hoffnung macht: Der FCB agierte damals über weite Strecken auf Augenhöhe.
FC Arsenal: Ein ähnlich kniffliges Spiel erwartet die Bayern in London. Die Gunners sind nicht mehr die Gunners, die man in den letzten fünf Aufeinandertreffen dreimal mit 5:1 vom Feld jagte. Gerade im Sturm hat sich das Team von Mikel Arteta nochmals prominent verstärkt. Viktor Gyökeres streikte sich auf die Insel, Eberechi Eze kam von Crystal Palace. "Sie gehören auch zu den Favoriten", betonte Kompany. Wohl auch im Duell gegen den FCB.

Wiedersehen mit Wanner in Eindhoven
FC Chelsea: Der Klub-Weltmeister hat das, was dem FC Bayern fehlt: Einen breiten Kader. Ganze 33 (!) Spieler zählt die Mannschaft von Trainer Enzo Maresca. Einer davon könnte noch an die Isar verliehen werden: Nicolas Jackson. Auch ohne den Stürmer werden die Blues um Cole Palmer der Kompany-Elf einiges abverlangen. Ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem Bayerns Heimvorteil den Unterschied machen könnte.
PSV Eindhoven: Das Wiedersehen mit Paul Wanner und Ivan Perisic. Zeit für Freundschaftsgeschenke ist im Philips Stadion aber nicht. Beim niederländischen Meister ist ein Sieg Pflicht, sollte man sich direkt fürs Achtelfinale qualifizieren wollen.

FC Bayern trifft auf Kompanys persönlichen Angstgegner
Sporting Lissabon: Beim letzten Aufeinandertreffen gab Thomas Müller sein Debüt. In der Saison 2008/09 gewann der FCB 7:1. Diesmal dürfte es nicht so hoch ausfallen. Sporting ist in der Liga, trotz prominenter Abgänge, in einer erstaunlichen Frühform. Trotzdem: Die drei Punkte sollten in München bleiben.
Union Saint-Gillois: Kompanys persönlicher Angstgegner. Nur einmal in fünf Spielen gewann er als Anderlecht-Coach gegen den belgischen Meister. Doch mit den Bayern sollte gegen den Neuling der zweite Dreier durchaus drin sein.

Austragungsort gegen Paphos könnte sich ändern
Club Brügge: Der zweite Kontrahent aus Belgien. "Das ist für mich natürlich speziell", freute sich Kompany. Wie gegen Saint-Gillois geht sein Team auch hier als klarer Favorit ins Spiel. Auch wenn Brügge um Kapitän Simon Mignolet in der Qualifikation attraktiven Offensivfußball zeigte.
Paphos FC: Über drei Stunden Flugzeit müssen die Bayern nach Zypern fliegen. Dort trifft man auf Paphos, neben Kairat der größte Außenseiter im Turnier. Eine Niederlage gegen den Klub, der 2017 von zwei russischen Investoren umgekrempelt wurde, wäre eine Überraschung. Weil das heimische Stadion zu klein ist, dürfte die Partie in Limassol oder Nikosia stattfinden.