Uli Hoeneß: Bayerns König verlässt das Brett

Bayern-Reporter Patrick Strasser über Uli Hoeneß und die Zukunft des FC Bayern.
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Noch-Präsident des FC Bayern: Uli Hoeneß
dpa/Peter Kneffel, AZ Noch-Präsident des FC Bayern: Uli Hoeneß

Was wurde nicht alles über den Shoppingsommer des FC Bayern geschrieben, geredet, gelästert. Und am Ende – dank Coup Coutinho – wurden die Verantwortlichen sogar gelobt. Doch der tatsächliche Königstransfer ist die Transformation des Königs: Uli I. vom Tegernsee, der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende, dankt ab. Die Umwandlung des Vereins, der wahre Umbruch im Vergleich zur stetigen Kader-Evolution, findet in der Führungsebene statt. Im Spiel der Könige.

Die Hierarchie an der Säbener Straße ist mitnichten flach wie ein Schachbrett, ihre Figuren mit unterschiedlichstem Machtstreben erfüllt. Da ist König Hoeneß, einst übermächtig, zuletzt noch mächtig, aber auch mächtig verwundbar, wie der Bauernaufstand einzelner Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung gezeigt hat. Häufig rieb er sich mit der Dame, nicht mit seiner Frau Susi, sondern mit Killer-Queen Kalle (bitte nicht persönlich nehmen, ist nur ein Gedankenspiel). Eine gefährliche Figur, diese Dame, denn in letzter Zeit war Vorstandsboss Rummenigge die eigentliche Abteilung Attacke, fast wäre Trainer Kovac sein Bauernopfer geworden – allein der warme Mantel des Königs schützte ihn.

Für König Hoeneß übernimmt Springer Hainer

Von des ungleichen Königspaars Gnaden eingesetzt: Der flinke und fleißige Läufer, Sportdirektor Salihamidzic, der sich jedoch nicht über andere hinwegsetzen kann, möglicherweise jedoch vor einer Beförderung zum Sportvorstand steht. Derweil bereichern neue, starke Figuren künftig das bayerische Brettspiel. Zum einen Kahn, der Turm: kräftig, geradlinig, einst der Turm in der Schlacht auf dem grünen Feld. In zwei Jahren löst Kahn die Dame ab, wird zur Königin aus Titan, die sich noch beweisen muss. An seiner Seite ab November: Herbert Hainer, in der Business-Welt einst der natürliche Feind des Pumas.

Ein Externer, weil einziger Nicht-Spitzenfußballer im Kreise der Granden, wird Hoeneß’ Nachfolger, der neue Bayern-Regent. Noch ist Hainer das Pferd – mit der Prägung der drei Streifen. Ein Springer, weil unberechenbar ist, wie er das Amt mit Leben füllen wird. Am 15. November übernimmt Hainer I. Die Aufgabe wird einen wie ihn nicht matt setzen. Lang lebe der König!

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