Überraschung beim DFB: FC-Bayern-Star wird Vertreter von Kapitän Kimmich

Serge Gnabry war lange verletzt und verpasste deshalb die WM. Nun ist er wieder fit und soll Jamal Musiala ersetzen – beim FC Bayern und im DFB-Team. "Haben die Qualität von Serge nicht vergessen."
Maximilian Koch |
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Nach seiner schweren Verletzung wieder fit: Offensivstar Serge Gnabry.
Nach seiner schweren Verletzung wieder fit: Offensivstar Serge Gnabry. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Vor dem dritten Nations-League-Spiel gegen Serbien war die K-Frage noch immer offen. Wer würde DFB-Kapitän Joshua Kimmich vertreten? "Die Mannschaft wird von dem Spieler aufs Feld geführt, der die meisten Länderspiele hat", sagte Bundestrainer Jürgen Klopp auf der Abschluss-Pressekonferenz nur. Seine Aufstellung verriet er nicht.

Die drei wahrscheinlichsten Kandidaten im Kader: Serge Gnabry (61 Länderspiele), Florian Wirtz (46) und David Raum (39). Am Ende wurde es Gnabry, der die Kapitänsbinde bei seinem Heimspiel in München tragen darf.

Bislang mit 61 Länderspielen: Gnabry.
Bislang mit 61 Länderspielen: Gnabry. © IMAGO/Marc Schueler

Neustart nach schwerer Verletzung

Für Gnabry soll die Saison jetzt erst so richtig losgehen. Nach seiner schweren Muskelverletzung, einem Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel, die ihn die WM-Teilnahme kostete, will der 31-Jährige an seine Topform aus der Vorsaison anknüpfen. Da spielte Gnabry als Ersatz von Jamal Musiala herausragend auf der Zehnerposition.

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"Wir kennen die Qualitäten von Serge – und die haben wir nicht vergessen", sagte Bayern-Trainer Vincent Kompany zuletzt: "Wenn Serge auf sein Niveau kommt, müssen auch alle anderen auf der Position gut sein. Dann hast du wieder diese Dynamik und eine positive Konkurrenz und Schärfe, die wir wollen."

Gnabry mit Bundestrainer Jürgen Klopp (r.).
Gnabry mit Bundestrainer Jürgen Klopp (r.). © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

FC Bayern ohne Musiala

Bei Bayern und im DFB-Team. Wenngleich die Auswahl bei den Münchnern derzeit noch größer ist. Lennart Karl, Ismael Saibari, Nathaniel Brown – sie alle können als Zehner auflaufen. Pechvogel Musiala fällt nach seinem Muskelfaserriss drei bis vier Wochen aus. Es ist die Chance für Gnabry, sich wieder in die Stammelf reinzuspielen. Daher sind die Nations-League-Partien gegen Serbien und in Griechenland am Sonntag so wichtig.

Schwieriger Start unter Klopp

Zumal der Start für den Offensivstar, dessen DFB-Karriere bislang mehr Tiefen als Höhen hatte (26 Tore in 61 Länderspielen), unter Klopp nicht allzu berauschend war. Beim Spiel in Amsterdam gegen die Niederlande wurde Gnabry in der Schlussphase eingewechselt und leitete das 1:1 der Gastgeber mit einem Ballverlust ein.

"Das ist ja nicht schlimm, das kann ja passieren. Aber Serge muss in dem Moment nach vorne weglaufen", kritisierte Klopp: "Er muss mit dem Ball beim Erstkontakt nach vorne weggehen, wenn man noch 20, 30 Sekunden zu spielen hat. Aber das weiß Serge natürlich auch."

Verletzt abgereist: Jamal Musiala.
Verletzt abgereist: Jamal Musiala. © IMAGO/Matthias Koch

Beim zweiten Spiel gegen Griechenland gehörte der Bayern-Profi erneut nicht zur Startelf, setzte nach seiner Einwechslung spät in der zweiten Halbzeit aber immerhin Akzente in der Offensive. Es scheint leicht aufwärtszugehen bei Gnabry, der für den FC Bayern erst 13 Minuten in dieser Saison gespielt hat.

"Für mich ist es ein ganz großes Plus, dass er mich da mitnimmt und ich da weiter im Rhythmus bleibe", hatte Gnabry nach seiner Nominierung gesagt: "Ich freue mich auch einfach, wieder im Kreise beim DFB dabei zu sein."

Doppelnominierung von Gnabry

Gnabry gehört zu den sechs Spielern, die in beiden Klopp-Kadern vertreten waren. Neben ihm wurden lediglich Finn Dahmen, der inzwischen verletzt abgereiste Nico Schlotterbeck, Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Bambasé Conté doppelt nominiert. Darauf hatten sich Klopp und Bayern-Coach Kompany vorab verständigt, Gnabry soll sich so schnell wie möglich wieder an die Belastung gewöhnen.

Denn die Münchner brauchen ihn – schon beim nächsten Bundesliga-Spiel in Augsburg am 10. Oktober.

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