Systemwechsel!

Der dauerhafte Ausfall von Robben und Ribéry zwingt Bayern-Coach van Gaal zum Umplanen. Aber wie? Olic empfiehlt eine neue Sturm-Taktik– und Müller den Einsatz von Altintop.
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Miroslav Klose und Ivica Olic vorne drin, Thomas Müller als hängende Spitze dahinter - eine von mehreren Varianten in der Bayern-Offensive, die in den nächsten Wochen ohne die Verletzten Robben und Ribéry auskommen muss.
Imago Miroslav Klose und Ivica Olic vorne drin, Thomas Müller als hängende Spitze dahinter - eine von mehreren Varianten in der Bayern-Offensive, die in den nächsten Wochen ohne die Verletzten Robben und Ribéry auskommen muss.

Der dauerhafte Ausfall von Robben und Ribéry zwingt Bayern-Coach van Gaal zum Umplanen. Aber wie? Olic empfiehlt eine neue Sturm-Taktik– und Müller den Einsatz von Altintop.

MÜNCHEN Phänotypisch hat es Thomas Müller nicht mehr weit bis Karl Valentin. Wenn sich der Hungerhaken am Schädel kratzt, fehlen nur noch Nickelbrille und Liesl Karlstadt. Statt ihr sitzt der Pressechef neben ihm, und was Müller erzählt, hat trotz seines Oberbayern-Charmes dann doch wenig von Valentins Anarcho-Witz. Schließlich ist die Situation bei Bayern trotz des Sieges in Hoffenheim derzeit eher mäßig spaßig. Einen Monat lang muss Franck Ribéry seinen Bänderriss auskurieren. Wie geht’s weiter im Bayern-Sturm?

Der Valentin-Müller kratzt sich am Schädel und meint: „Wie war das letztes Jahr? Haben wir da nicht auch mit zwei Stürmern gespielt? Oder war’s einer?“ Ihm war’s wurscht, weil er sowieso immer spielen durfte, egal wo. Seine Sturmkollegen werden nach dem dauerhaften Ausfall der Flügelzange Ribéry & Robben gespannt sein, wie der Coach dieses Problem löst.

In den ersten Ligaspielen hat Louis van Gaal zwölf Mal ausgewechselt, davon neun Mal in der Offensive. Nur Ribéry hatte dort eine feste Position, am linken Flügel. Nun verschwindet auch noch diese einzige Konstante im Bayern-Sturm – für mindestens zehn Spiele, unter anderem in Dortmund und beim HSV. Wie reagiert der Bayern-Coach? Steht ein Systemwechsel bevor? Die AZ prüft die möglichen Variaten – und die Wahrscheinlichkeiten.

VARIANTE 1: DOPPELSPITZE

Dem Meister gehen die Flügelspieler aus. Die Alternativen fühlen sich an der Außenlinie nicht besonders wohl. Thomas Müller sagt, er spiele „lieber in der Mitte als außen“.

Toni Kroos hat seine besten Spiele im Zentrum bestritten.

Und von den Ribéry-Ersatz-Kandidaten (Altintop, Pranjic) kann niemand Tempo-Dribblings bis zur Grundlinie erwarten. Für die Zwei-Stürmer-Variante plädiert Ivica Olic. Nach seiner Verletzung kommt der Kroate nicht in Schwung, ist längst nicht so unentbehrlich wie in der Rückrunde, als er zu van Gaals Lieblingen avancierte. Heuer sieht es anders aus, klagt er: „Ich habe zwei Spiele gemacht und noch kein einziges Mal aufs Tor geschossen – das Schlimmste, was es für einen Stürmer gibt.“ In der Mauer-Taktik mancher Gegner sieht er nun eine Chance: „Wenn alle immer nur hinten drin stehen, ist es besser, einen Mann mehr im Strafraum zu haben. Gegen Rom hatten wir mit zwei Stürmern mehr Chancen, in der zweiten Hälfte in Hoffenheim auch.“

Entscheidet sich van Gaal für diese Variante, wird aber das kreative Loch im Mittelfeld groß. Jemand muss die Stürmer ja mit Bällen versorgen. Wahrscheinlichkeit: 30 %

VARIANTE 2: KROOS ALS ZEHNER

Die „10“ ist ohnehin die Rückennummer, die ihm Uli Hoeneß einst reserviert hat. Doch zuletzt musste Kroos auf dem rechten Flügel ran und wirkte dort ähnlich gehemmt wie einst Bastian Schweinsteiger. Auf der Position hinter der oder den Spitzen hat van Gaal bisher meist Musterschüler Müller spielen lassen.

Wahrscheinlichkeit: 20 %

VARIANTE 3: WEITER SO!

Natürlich kann van Gaal auch am System festhalten und Hamit Altintop oder den defensiveren Danijel Pranjic auf die Ribéry-Position stellen, wissend, dass sie keine Flügelflitzer wie der Franzose sind.

Für Altintop macht sich Kollege Müller stark: „Wir haben viele Alternativen vorne. Wenn man zum Beispiel den Hamit anschaut: Der sitzt immer auf der Bank, fährt zur Nationalelf und schießt gleich zwei, drei Tore.“ Offen bliebe die Besetzung der übrigen Offensive. Vieles hängt von Müller ab: Er kann sowohl Außen-, Mittelstürmer als auch verkappten Zehner spielen.

Wahrscheinlichkeit: 50 %

Thomas Becker

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