Süle oder Boateng? Das riesige Duell

Niklas Süle glänzt beim FC Bayern als Vertreter des angeschlagenen Jérôme Boateng. Kommt es zur Wachablösung? "Ich würde mich niemals auf eine Ebene mit ihm stellen", sagt der Herausforderer.
| M. Koch
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Verstehen sich gut: Jérôme Boateng (l.) und Niklas Süle, die Innenverteidiger-Konkurrenten beim FC Bayern
firo/Augenklick Verstehen sich gut: Jérôme Boateng (l.) und Niklas Süle, die Innenverteidiger-Konkurrenten beim FC Bayern

München - Selbst bei seinem schwierigsten Kampf ist Niklas Süle inzwischen ein kleiner Erfolg gelungen. "Ich nehme jetzt alles ein bisschen ernster, als ich das teilweise früher genommen habe, auch mit der Ernährung beispielsweise", sagte der Innenverteidiger nach dem 3:0-Sieg gegen Augsburg und schmunzelte. Ein paar Kilo hat der Fast-Food-Fan seit seiner Ankunft in München schon abgenommen, weil er seine Burger-Leidenschaft nicht mehr so ungehemmt auslebt wie zuvor bei der TSG Hoffenheim. Süle ordnet dem Erfolg bei Bayern alles unter.

Dauerbrenner Süle: "Ich bin sehr zufrieden, hier zu sein."

Und das lohnt sich. Der 22-Jährige hat sich zu einer erstklassigen Alternative in der Innenverteidigung entwickelt, gegen Augsburg kam er bereits zu seinem 14. Pflichtspieleinsatz in dieser Saison. "Viele haben mir nicht zugetraut, dass ich so viele Spiele mache", sagte Süle: "Ich habe es mir zugetraut, da ich immer an mich geglaubt habe und wusste, was ich kann. Ich bin sehr zufrieden, hier zu sein."

Süle: "Boateng und Hummels sind die Besten der Welt"

Die 20 Millionen Euro Ablöse für Süle, die Bayern an Hoffenheim zahlte, dürfen mittlerweile als Schnäppchenpreis eingestuft werden. Der 22-Jährige hat die Erwartungen übertroffen, ist ganz nebenbei ein aussichtsreicher WM-Kandidat im Nationalteam von Joachim Löw. Und eine ernsthafte Bedrohung für Jérôme Boateng. Der Weltmeister, der in den vergangenen anderthalb Jahren immer wieder von Verletzungen gestoppt wurde, muss um seinen Stammplatz bei Bayern und in der Nationalelf kämpfen. Wegen Süle. Am Mittwoch im Champions-League-Spiel beim RSC Anderlecht könnte Boateng nach muskulären Problemen in die Startelf zurückkehren. Oder erhält doch Süle den Vorzug?

So bewundert der bescheidene Süle seinen Konkurrenten Boateng

"Wenn ich mal ansatzweise das erreichen kann, was Jérôme erreicht hat, dann bin ich sehr zufrieden mit meiner Karriere", sagt Süle voller Respekt über seinen Mitspieler. "Ich würde mich niemals auf eine Ebene mit ihm stellen. Wenn Jerome fit ist, ist er einer der besten Innenverteidiger der Welt." Diese Bescheidenheit, die Bewunderung für seinen Kollegen ist nicht gespielt. Süle will von Boateng und Mats Hummels lernen, um selbst ein noch besserer Spieler zu werden.

Deshalb wechselte Süle zum FC Bayern

"Ich habe mich unter anderem deswegen für den Wechsel hier her entschieden, weil ich mit den zwei besten Verteidigern, die es auf der Welt gibt, immer an einer Seite spielen kann", sagt Süle. Er achte "auf jede Aktion" bei Boateng und Hummels, "auf die Körpersprache, die sie auch im Training zeigen. Das ist sehr professionell, wie sie jedes Training angehen. Da habe ich mich weiterentwickelt."

Süle (1,95 m Körperlänge) gegen Boateng (1,92) – so lautet das riesige Duell. Hummels, der andere Abwehrstar, ist derzeit als Abwehrchef gesetzt. In den großen Spielen vor der Winterpause – gegen Paris in der Champions League und gegen Dortmund im DFB-Pokal – wird Bayern-Coach Jupp Heynckes nun zeigen müssen, wem er die zweite Position anvertraut. Man sollte Süle, den Herausforderer, nicht mehr unterschätzen.

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