Umstrittener Star-Berater gibt Rummenigge Contra: "Nicht der Richtige, um über Moral zu sprechen"

Nachdem Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge zuletzt deutliche Kritik an der Berater-Branche geäußert haben, meldet sich nun einer der einflussreichsten Spieleragenten des Landes zu Wort: "Sie haben das System doch selbst mit aufgebaut."
Bernhard Lackner |
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Die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.
Die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge. © Imago/GEPA pictures/ Thomas Bachun

Die Berater-Debatte geht in die nächste Runde: Zuletzt hatten Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge deutliche Kritik geäußert und den Spielervermittlern unterstellt, unangemessen viel Geld für ihre Dienste zu verlangen. Nun meldet sich Roger Wittmann, einer der einflussreichsten Berater Deutschlands, zu Wort und gibt Contra.

"Mir ist das wurst, was die (Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, d.Red.) sagen. Der eine schreit die Welt voll. Der andere sagt etwas, das er gar nicht weiß", so Wittmann bei  "Triple – der Hagedorn-Fussballtalk" bei Sky Sport News. Die beiden Bayern-Bosse könnten überhaupt nicht einschätzen, wie viel Aufwand Berater in ihre Arbeit stecken, so Wittmann weiter. "Die wissen beide nicht, ob der Berater mit dem Spieler jeden Tag in Kontakt steht. Das ist das, was sie bräuchten. Deshalb sagen sie das auch." Generell sei die Debatte "nur ein Thema von Bayern München. Es wird aber behandelt, als wenn das jetzt der Nabel der Welt wäre".

Spielerberater Roger Wittmann (r.) mit Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp.
Spielerberater Roger Wittmann (r.) mit Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. © Imago/Jan Huebner/Meiser

Wittmann: Rummenigge "nicht der Richtige, um über Moral und Unmoral zu sprechen"

Tatsächlich seien Rummenigge und Hoeneß an der aktuellen Diskussion Mitschuld. "Ich glaube, dass Karl-Heinz Rummenigge nicht der Richtige ist, um über Moral und Unmoral zu sprechen. Warum? Weil er mitten in diesem Geschäft steckt. Sie haben das System doch selbst mit aufgebaut", so Wittmann: "Berater werden heute so bezahlt, wie es der Norm entspricht. Was genau soll daran unmoralisch sein? Die Regeln haben sie selbst gemacht."

Berater-Debatte: Eberl appelliert an die Vernunft der Beteiligten

Am Freitag hat sich auch Bayerns Sportdirektor Max Eberl zu der Debatte geäußert und an die Vernunft aller Beteiligten appelliert. "Wir müssen uns alle bewusst sein, wir haben nur dieses eine Boot und das eine Boot sollten wir nicht zum Kentern bringen", sagte Eberl. "Wir sitzen natürlich alle in diesem Boot des Fußballs und dieses Boot hat nur eine gewisse Anzahl an Paddeln", so der 52-Jährige weiter: "Wenn ich das Paddel jetzt mal mit finanziellen Möglichkeiten nehme und wenn irgendwann keine Paddel mehr da sind, dann rudert keiner mehr von uns."

Angestoßen wurde die Debatte von Bayerns Ehrenpräsident Hoeneß, der in Folge der zähen Verhandlungen mit Innenverteidiger Dayot Upamecano in einem Interview mit der "Bild" sogar eine Berater-Blacklist ins Spiel gebracht hat. Auch Rummenigge sieht die steigende Macht der Agenten kritisch: "Wir geraten immer mehr in Abhängigkeiten von Beratern – und der Einfluss auf Spieler ist mittlerweile ungeheuerlich."

Roger Wittmann ist in der Branche umstritten

Ein Vorwurf, den sich Wittmann im Laufe der Jahre auch immer wieder anhören musste. Der 65-Jährige gründete bereits in den 90ern seine Agentur "Rogon" und zählt zu den polarisierendsten und umstrittensten Beratern der gesamten Branche. Privat ist er mit der Schwester des ehemaligen Bayern-Spielers Mario Basler liiert, den er während dessen aktiver Karriere auch beraten hat. Die Wege mit dem Rekordmeister haben sich also schon vor längerem gekreuzt.

Für massive Diskussionen sorgte in den vergangenen Jahren insbesondere Wittmanns enge Verflechtung mit der TSG Hoffenheim, zu deren Mäzen Dietmar Hopp er ein enges Verhältnis hat. Da er bei der TSG zahlreiche Spieler vertritt, gilt er bei Fans und Kritikern als "Schatten-Sportdirektor", der zu großen Einfluss auf die Kaderplanung des Vereins ausübe.

Im Jahr 2025 eskalierte dieser Konflikt massiv: Die TSG verhängte ein Stadionverbot gegen ihn, da er Vereinsvertreter in Sprachnachrichten beleidigt und bedroht haben soll. Ein Gericht hob dieses Verbot später wieder auf.

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  • meingottwalter vor 11 Minuten / Bewertung:

    Ja, die beiden Moralapostel bei den Bayern mit der weißen Weste.

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  • rotweiss vor 46 Minuten / Bewertung:

    Spielerberater sind wichtig,gerade bei jüngeren Spielern ! Aber warum müssen die Vereine die Kosten übernehmen? Da stimmt es nicht,Kalle und Uli haben vollkommen recht! Von anderen Vereinen hört man wie immer nichts🤷‍♂️

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