Spitzenspiel um Platz eins: Warum der FC Bayern gegen Borussia Dortmund als Favorit in den Klassiker geht

Der Respekt der Dortmunder vor dem FC Bayern ist riesig. Da musste man nur BVB-Trainer Niko Kovac am Donnerstag zuhören. "Der FC Bayern ist das Nonplusultra - nicht nur in Deutschland, sondern in Europa", sagte Kovac über den Rekordmeister, den er einst selbst trainierte: "Wir müssen 90 Minuten auf dem allerhöchsten Niveau spielen. Wir haben die Ambitionen, dort etwas mitzunehmen. Wir wissen, dass die Trauben hoch hängen. Aber wir sind der BVB."
Spannung vor dem Klassiker in München
Und daher sehen sich die Dortmunder, die vor dem Duell am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in der Allianz Arena gleichauf mit Bayern sind, auch nicht chancenlos. "Es ist der Klassiker", sagte Kovac: "Nach langer Zeit haben wir die Möglichkeit, mit gleicher Anzahl an Punkten nach München zu fahren. Das macht die Sache spannender, aber nicht leichter."

Stimmt. Sie ist sogar immer noch ziemlich knifflig - das meint auch Lothar Matthäus. "Ich habe keine Zweifel" über den Sieger, sagte der Rekordnationalspieler und Sky-Experte bei einem Medientermin von RTL Deutschland, die Münchner gingen für ihn als "großer Favorit" in das aus seiner Sicht fast ungleiche Spiel. "Bayern München ist meilenweit entfernt und lebt in seiner eigenen Welt, das sollte man nicht vergleichen."
Bayern für Matthäus gegen Dortmund klarer Favorit
Die Favoritenrolle hätte Bayern "national in jedem Spiel inne, zu Hause noch ein bisschen mehr", sagte Matthäus. Das hätten in dieser Saison auch schon der VfB Stuttgart und RB Leipzig zu spüren bekommen. "Die haben zusammen elf Tore kassiert, das zeigt, wie stark Bayern München ist, wenn alle Freude und Lust haben." Zwar sieht Matthäus die Borussia "bereit für dieses Duell, aber Dortmund hat nicht diese Qualität. Sie haben mit Guirassy einen Torjäger, aber drumherum keinen Olise oder Díaz."

Was sonst noch für einen Bayern-Sieg spricht: Die AZ nennt fünf Mutmacher.
Der Teamgeist: Nach dem Zusammenbruch von Trainer Vincent Kompany und dem Trauerfall bei Joshua Kimmich, der am Donnerstag erstmals wieder an der Säbener Straße zu sehen war, sind die Münchner noch enger zusammengerückt. "Dass man so große Themen neben dem Fußball hat, wo es wirklich um Gesundheit geht, wo es um den Tod eines Familienvaters geht - das sind Themen, die belasten, die schwer sind", sagte Sportvorstand Max Eberl. Und doch kämpfen sich Spieler durch. "Wir gewinnen auch für unseren Coach", sagte etwa Nathaniel Brown.

Offensive Alternativen: Beim 6:1 im Pokal gegen den 1. FC Magdeburg überzeugten neben Michael Olise auch Lennart Karl und Ismael Saibari in der Offensive. Der Marokkaner wurde sogar zum Spieler des Spiels gekürt, Karl brillierte als Vorlagengeber. Die Formkurve zeigt nach oben.
Die Offensiv-Power spricht klar für den FC Bayern
AusnahmespielerOlise: Harry Kane hat gerade erst den Ballon d'Or gewonnen - da bewirbt sich mit Olise schon der nächste Bayern-Profi für die Auszeichnung 2027. Der Franzose erzielte gegen Magdeburg einen Doppelpack und legte ein Tor vor. Insgesamt steht Olise bei 24 Torbeteiligungen in 16 Pflichtspielen dieser Saison. Weltklasse!
Ausgeruhter Kane: Der Torjäger durfte sich nach seiner Ballon-d'Or-Nacht 90 Minuten schonen im Pokal. Umso frischer dürfte er in den Klassiker gehen. "Er wird brennen, um zu zeigen, dass er berechtigt Weltfußballer geworden ist", sagte Eberl. Und Kane selbst meinte: "Das ist für uns in der Bundesliga normalerweise das wichtigste Spiel der Saison."

Kane und Olise als Schlüsselspieler
Der Davies-Faktor: Alphonso Davies präsentiert sich in dieser Saison wieder in bester Verfassung - und das auch in anderer Rolle. Zuletzt wurde der Kanadier in Abwesenheit von Luis Díaz (Muskelbündelriss) als Linksaußen eingesetzt. Er spielte stark auf. Auch gegen Dortmund? "Er kommt von dieser Position, er kann es ja", sagte Matthäus: "Mit seiner Geschwindigkeit ist er da vorne eher ein Faktor als Serge Gnabry oder wer sonst noch infrage kommt."