Spannender Nagelsmann-Test im Training: Zwei Bayern-Stars im Fokus
Lennart Karl auf der rechten Angriffsseite, Jamal Musiala in der Mitte und Florian Wirtz als Linksaußen: Im öffentlichen Mannschaftstraining am Donnerstagvormittag ließ Bundestrainer Julian Nagelsmann seine drei Zauberfüße zusammen spielen. Und was das Trio zeigte, war durchaus vielversprechend. Karl, Musiala und Wirtz suchten sich immer wieder, spielten Doppelpässe, schossen aufs Tor. War das bereits ein Fingerzeig Richtung WM?

Klar ist: Karl könnte nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Serge Gnabry eine ganz wichtige Rolle einnehmen. Rückt er im offensiven Mittelfeld neben Musiala und Florian sogar direkt zum WM-Start gegen Curacao in die Startelf? Dann hätte Deutschland ein wahrlich magisches Dreieck.
Nagelsmanns Lob für Karl
"Es liegt viel daran, wie sich Lenny jetzt präsentiert die nächsten ein, zwei Wochen", sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann, als die AZ ihn auf Karls WM-Perspektive ansprach: "Der erste Auftritt bei uns war außergewöhnlich gut. Er hat von allen Jungen, die dabei waren, sehr schnell Eindruck hinterlassen."
Zum ersten Mal gehörte Karl im März zum DFB-Aufgebot, nach seinen Einwechslungen gegen die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1), überzeugte er mit seinen Dribblings und Pässen. Genauso wie beim FC Bayern agierte der Youngster total unbekümmert.

Neun Treffer erzielte Karl in seiner ersten Bayern-Saison, dazu bereitete er acht weitere Tore vor. Und: Als jüngster deutscher Torschütze in der Champions League schrieb er Geschichte. Daher hatte der Offensivmann, der von Michael Ballack beraten wird, das WM-Ticket absolut verdient. Zumal er flexibel einsetzbar ist und offensiv als Zehner und Rechtsaußen spielen kann. Doch wo sieht ihn Nagelsmann eigentlich am stärksten und wertvollsten?
Zehner oder Flügel? Karl kann beides
In den beiden Länderspielen habe man gesehen, "dass er ganz große Stärken auf beiden Positionen hat – zentral, aber auch rechts am Flügel", sagte der Bundestrainer: "Wenn er zentral ist, hat er ein bisschen kürzere Wege zum Tor. Man kann ihn je nach Spielsituation auf beiden Positionen gut bringen. Ob er dann von Anfang an spielt oder nicht, besprechen wir erst mal mit ihm. Das muss er zeigen auf dem Platz, wie bereit er ist für die jeweilige Rolle."
Nagelsmann traut Karl eine Menge zu, das merkt man. Der Bayern-Profi habe "eine natürliche Gabe, gut zu stehen und sich im Raum zu bewegen". Nun muss Karl mit dem Druck klarkommen und im Training überzeugen. Im rechten Mittelfeld sind Stuttgarts Jamie Leweling und Leroy Sané seine größten Konkurrenten.

Wirtz und Musiala haben ihren Platz zunächst sicher. Doch speziell der Spielmacher des FC Bayern muss sich steigern. Musiala habe "sehr gute Schritte" gemacht, sagte Nagelsmann. "Es war einfach eine sehr schwere Verletzung." Im Juli 2025 bei der Klub-WM in den USA, als sich Musiala das Bein brach und eine komplizierte Blessur am Sprunggelenk zuzog.
Musiala muss sich steigern
Knapp ein Jahr später soll Musiala – ausgerechnet in den USA – endlich wieder in Topform kommen. Im Training lobte Nagelsmann Musiala oft. "Gut gemacht, Jamal", rief der Bundestrainer laut über den Platz.
Der DFB-Coach bleibt hoffnungsvoll: "Wenn Jamal mit 70 Prozent spielt, ist er immer noch besser als viele andere auf der Welt, weil er einfach ein außergewöhnlich guter Spieler ist. Mir reicht es, wenn er zum ersten Spiel bei 100 Prozent ist."
Damit das magische Dreieck Musiala, Wirtz und Karl die deutschen Fans verzaubert. Das Testspiel gegen Finnland am Sonntag in Mainz wäre ja eine gute Gelegenheit, das Trio mal zusammen zu testen – hinter einem Mittelstürmer, der in Abwesenheit von Kai Havertz Nick Woltemade oder Deniz Undav heißen dürfte.

