„So beklaut zu werden!“

Die Italiener toben, weil Schiedsrichter Övrebö bei Kloses 2:1-Siegtor eine klare Abseitsstellung übersah. Bayerns Stürmer gibt das zu, van Gaal sagt sogar: „Das wäre ich auch gewesen: sauer!“
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MÜNCHEN - Die Italiener toben, weil Schiedsrichter Övrebö bei Kloses 2:1-Siegtor eine klare Abseitsstellung übersah. Bayerns Stürmer gibt das zu, van Gaal sagt sogar: „Das wäre ich auch gewesen: sauer!“

Schlusspfiff – und sofort setzten die Spieler des AC Florenz noch einmal Energien frei. Sie hatten nur eine Anlaufstelle: Schiedsrichter Tom Henning Övrebö aus Norwegen. Fassungslos starrten die Italiener den Mann an, redeten auf ihn ein, gestikulierten heftig. Alberto Gilardino applaudierte ihm, Juan Vargas sah Gelb fürs Protestieren.

Sie hatten auch allen Grund.

Das 2:1 von Miroslav Klose war deutlich aus Abseitsposition erzielt worden. Ivica Olic hatte nach dem Schuss von Arjen Robben und der Faustabwehr von Sebastian Frey Richtung Fünfmeterraum geköpft, dort stand Klose völlig frei – und konnte einköpfen. Etwas verdutzt blickte er zum Linienrichter, doch das Tor zählte.

„Das zweite Tor war klar Abseits, also haben wir Glück gehabt. Es wird immer schwieriger, so etwas mit den Augen zu sehen. Ich habe schon immer technische Hilfsmittel gefordert", gab Trainer Louis van Gaal zu. Und verstand den Frust der Italiener: „Das wäre ich auch gewesen: sauer!“

Auch der Torschütze war ehrlich. „Vom Gefühl her habe ich auch gedacht, dass ich abseits stehe“, sagte Klose. Und als er die Szene auf dem Bildschirm nochmal sah, meinte er nur kurz und knapp: „Ja.“

Doch dies schon vorher zuzugeben, es dem Schiedsrichter anzuzeigen, das hat er unterlassen. Bei „Sky“ sagte Ex-Kapitän Stefan Effenberg: „Ich hätte das früher auch nicht zugegeben." Klose: „Ich kann schon verstehen, dass die Italiener sich aufregen."

Und wie! Fiorentina-Kapitän Riccardo Montolivo schimpfte: „Ich find's peinlich. So beklaut zu werden! Es ist einfach traurig, solche Tore sehen zu müssen.“

Schon die Ansetzung von Övrebö (43) war umstritten. Der Psychologe aus Oslo geriet in die Schlagzeilen, als er bei Chelsea gegen Barcelona im vergangenen Mai dem Team von Michael Ballack mehrere Elfmeter versagte. Die Italiener schimpften schon während der EM 2008 auf Övrebö, als er im Spiel gegen Rumänien ein Tor Italiens zu Unrecht wegen Abseits nicht gab und einen umstrittenen Elfmeter gegen Italien pfiff. Danach wurde er nicht mehr eingesetzt, er ist auch von der Liste der WM-Schiedsrichter gestrichen worden.

Gestern Abend wussten die Bayern um ihr Glück: „Das war Abseits, das ist immer glücklich“, sagte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

Patrick Strasser

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