"Schweinsteiger und Lahm? Das sind Jungsenioren!"

Kabarettist Django Asül war mit den Bayern in Doha. Hier zieht er seine persönliche Fitness-Bilanz – und spricht über Dantes Haare und Müllers Humor.
| Interview: Patrick Strasser
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Die beiden zählt Django Asül zu den „Jungsenioren“ im Team des FC Bayern: Kapitän Philipp Lahm (l.) und Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger im Trainingslager.
dpa Die beiden zählt Django Asül zu den „Jungsenioren“ im Team des FC Bayern: Kapitän Philipp Lahm (l.) und Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger im Trainingslager.

Der Kabarettist Django Asül war mit den Bayern im Trainingslager in Doha. Hier zieht er seine persönliche Fitness-Bilanz – und spricht über Dantes Haare und Müllers Humor

AZ-Interview mit Django Asül: Der Kabarettist stammt aus Niederbayern. Immer samstags kommentiert er in der AZ die Geschehnisse beim FC Bayern.

AZ: Herr Asül, eine Woche Trainingslager mit dem FC Bayern ist vorbei. Knallhart gefragt: Wie ist Ihr Fitnesszustand? Haben Sie Defizite beseitigen können, konditionell nachgebessert? Ist nun bei künftigen Auftritten mehr Akrobatik zu erwarten?

DJANGO ASÜL: Es geht für mich ja darum, dass ich einen dem Publikum ästhetisch zumutbaren Zustand erreiche. Das habe ich geschafft. Sowohl was die Farbe betrifft als auch die Fitness. Jeden Tag etwas Sport, dazu gutes Essen. Der Sinn und Zweck meines Aufenthaltes hier ist mehr als erfüllt.

Wie sah das persönliche Fitnessprogramm aus?

Man hat ja hier Waldboden, Tartan und Teer direkt nebeneinander zur Auswahl, künstlich angelegt. Ich bin meist auf dem Waldboden gelaufen. Regenerativ 40 Minuten. Wenn’s ernst wird, 60 Minuten. Dazu ein paar Liegestütze.

Auch Steigerungsläufe?

Nein. Auf diesem hohen Niveau geht es nur noch um die Erhaltung des Status quo (lacht).

Konnten Sie sich etwas abschauen von den Bayern-Profis und ins persönliche Fitnessprogramm übernehmen?

Die physischen Anforderungen an einen Bühnenmenschen sind ja so was von grundlegend anders als für einen Fußballer. Ich muss ja zwei Stunden nonstop Leistung bringen. Das kennt ja ein Fußballer gar nicht. Der spielt einmal einen Ball zum Kollegen und hat dann wieder fünf Minuten Pause. Von daher haben die sich mehr von mir abgeschaut als umgekehrt.

Manche Spieler jammern über eine zu hohe Belastung, zwei, drei Spiele pro Woche.

Die reden von englischen Wochen! Ich habe englische Tage! Wenn ich mein Pensum nach dem, was die da machen, gestalten würde, wäre nach höchstens einem halben Jahr Bühnenperformance Schicht im Schacht.

Wie war’s im Mannschaftshotel? Mal ein paar Worte mit den Spielern gewechselt?

Die Spieler holen sich von einem, dessen Beruf es ist, gescheit daherzureden, Tipps für alle Lebenslagen. Nachdem ich deutlich älter bin, selbst als die Jungsenioren Lahm oder Schweinsteiger, gibt’s jede Menge zu erzählen.

Zum Thema?

Hier im Hotel war alles relativ frei und entspannt. Ab und an haben wir geratscht. Im Kader geht ja eher die bayerische Fraktion von sich aus mal auf andere zu als die sogenannten Legionäre.

Wer hat Sinn für Ironie und ist Kabarett-affin?

Philipp Lahm hat ein Faible für meine Branche, den kann man immer wieder mal im Publikum finden. Viele der Spieler sind ja in einem Alter, da sind sie eher der leichten Unterhaltung zugeneigt. Lahm ist einer, der über den Tellerrand hinaus blickt. Paul Breitner ist ein echter Experte, ein großer Freund des Kabaretts. Auch Wolfgang Dremmler kommt immer mal vorbei.

Wer aus dem Team wäre denn ein Kandidat für einen Sidekick auf der Bühne?

Hermann Gerland! Der ist so ein Original, so lange hier, hat Kultcharakter.

Schweinsteiger hat erzählt, dass Thomas Müller unablässig quatscht und erzählt. Ein Talent?

Er schafft es sehr gut, den Druck nie größer werden zu lassen als nötig. Wenn er vom Platz kommt und ihn ein Reporter fragt „Warum haben Sie die drei Chancen nicht reingemacht?“, antwortet er: „Weil ich das Tor nicht getroffen habe.“ Das ist schon gut. Ihm sieht man an seinem Blick an, dass er den Schalk im Nacken hat. Wie in jedem Betrieb braucht auch eine Mannschaft eine Atmosphäre, da ist er eine tragende Säule.

Frisurentechnisch war hier auch alles geboten. Von Haupttyp A, also Matthias Sammer, bis hin zu Dante.

Ich wusste nicht, dass er selbst in der Sonne die Perücke nicht abnimmt. Ich dachte, das ist sein Deutschland-Kopfschmuck zwischen Oktober und April. Das sieht man, wie hitzebeständig er ist. Der kam sogar mit Perücke zum Frühstück. Sammer pflegt seit Kindheit seine noble Blässe und musste jede Stunde eine Flasche Sonnenmilch über den Schädel kippen.

Wie lautet Ihre Rückrunden-Prognose?

Nachdem die Meisterschale tendenziell Ende März an Bayern übergeben wird, könnte es im Mai ein Drama mit positivem Abschluss werden. Champions League ist Losglück und Tagesform. Paul Breitner sagt ja, Barcelona schlägst du eher in einem Spiel, also im Finale, als in zwei Spielen.

Haben Sie den 25. Mai geblockt? Da steigt das Finale in Wembley. Nicht, dass Ihr Agent einen Auftritt bucht.

Da sind Pfingstferien. Also besteht keine Gefahr der Terminkollision, da sollen die Leute lieber in Urlaub fahren als mir zuzuhören. Jetzt sind eher die Bayern in Zugzwang, nicht mein Terminkalender.

 

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