Rummenigge, Queen und Drogba: Das Leben des Carlo Ancelotti

In seiner Autobiografie gewährt Carlo Ancelotti, der neue Coach des FC Bayern weitere Einblicke. Unter anderem spricht der 57-Jährige über die Queen, Rummenigge, und die Elfenbeinküste.
| Julian Buhl
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„Ich rede lieber mit den Spielern, als dass ich sie anschreie“, sagt Ancelotti über sich selbst.
dpa „Ich rede lieber mit den Spielern, als dass ich sie anschreie“, sagt Ancelotti über sich selbst.

München - Dass Carlo Ancelotti 2016 neuer Coach des FC Bayern werden würde, hätte er selbst am allerwenigsten erwartet.

Schließlich hatte er 1996 nach seinem ersten Trainer-Engagement und dem Aufstieg mit dem AC Reggiana in die Serie A folgenden Entschluss gefasst: „Zu viel Stress. Drei Jahre noch, dann höre ich auf. Oder vielleicht vier, dann haben wir das Jahr 2000. Eine schöne runde Zahl.“

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Nun, es sind ein paar Jahre mehr geworden. „Fußball ist wie Essen mit Freunden: Je mehr man isst, umso hungriger wird man. Der Koch und die Gäste, sie sind es, die das Mahl ausmachen“, schreibt der 57-Jährige in seiner Autobiografie „Carlo Ancelotti“, die heute erscheint.

"Ein sympathischer Chaot"

Während er in München am nächsten Kapitel seiner Lebensgeschichte schreibt, blickt er darin auf die vorangegangenen zurück. „Wenn ich für Milan das Banner hochgehalten habe, war Carletto der Wind, der es flattern ließ“, schreibt Paolo Maldini, Ancelottis Teamkollege und Spieler beim AC Milan, im Vorwort: „Carletto ist sich immer gleich geblieben: ein sympathischer Chaot. Der selbst vor dem Finale der Champions League Witze erzählte.“

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Die AZ fasst die wichtigsten Passagen des Buches zusammen. Ancelotti über...

das erste „surreale“ Telefonat mit Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im November 2015: „Hallo, Carlo, hier spricht Rummenigge.“ – „Hallo, Kalle.“ – „Guardiola geht zum Ende der Saison, und wir wollen dich haben.“ – „Gut. Mache ich.“

Rappender Ancelotti nach Chelsea-Titel

ein Geheimtreffen im Mai 2008 mit Chelsea-Eigner Roman Abramowitsch: „Ich, unterwegs als 007 in eigener Sache. Er hatte überhaupt nichts gemein mit dem Ungeheuer, als das ihn die Medien zeichneten. Als Erstes fiel mir seine Schüchternheit auf. Gleich darauf seine enorme Kompetenz in Sachen Fußball. Und schließlich sein Heißhunger auf Siege: ‘Mein lieber Herr Ancelotti, ich will gewinnen. Alles.’ Ich nannte ihm zwei Namen, Ribery und Xabi Alonso, Spieler, die er gut hätte gebrauchen können.“

die Titelfeier 2010 beim FC Chelsea: „Wir waren englischer Meister, ich ein fremder König. So viel Bier wie damals in unserer Kabine geflossen ist, habe ich noch selten auf einmal gesehen. Die Jungs rappten und tanzten. Selbst ich habe es versucht, aber mit schlechten Resultaten: Ich reime nun mal auf Englisch nicht so gut.“

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das FA-Cup-Finale 2010 und englische Queen:Prinz William ist vor dem Spiel auf dem Rasen zu uns gekommen. Am liebsten hätte ich ihn gefragt: ‘Können Sie mich nicht ihrer Oma vorstellen?’ Ich verehre Königin Elizabeth. Ich würde sie zu gerne kennenlernen, aber ich weiß nicht recht, wie ich das anstellen soll.“

seine Trainerphilosophie: „Ich rede lieber mit den Spielern, als dass ich sie anschreie. Ich fühle mich als Bestandteil der Mannschaft, auf einer Ebene mit den Spielern. Wenn ich eine Mannschaft trainiere, werde ich ihr größter Fan. Ich bin ein absoluter Romantiker, respektiere die Kultur und die Geschichte des Vereins, für den ich arbeite. Ich habe ein großes Herz und einen mächtigen Hintern. Und ich bin total verknallt in das, was ich mache.“

"Trainer mit Didier Drogba"

Zettel, die er während Teamsitzungen verteilt: „Ich bin ein altmodischer Typ, ich schreibe noch heute alles mit der Hand, auch die Notizen, die ich den Spielern gebe. Die Handschrift macht die Sätze menschlicher. Einen Liebesbrief tippt man ja auch nicht auf dem Computer.“

seine Zukunftspläne: „Eines Tages werde ich diese Mannschaft trainieren, das bin ich ihr schuldig, nachdem ich so viel Spaß mit ihr hatte“, schreibt Ancelotti über den AS Rom, für den er von 1979 bis 1987 spielte. Und: „Ich wäre gerne einmal bei einer Weltmeisterschaft Trainer einer afrikanischen Nationalmannschaft (für die italienische habe ich noch ein bisschen Zeit). Mit einer Mannschaft mit grenzenlosem Potenzial, das man Stück für Stück freilegen kann. Zur Elfenbeinküste habe ich ja schon Kontakte. Ich und Didier Drogba, das wäre eine Geschichte...“

die Champions League: „Ein Sieg in der Champions League ist mehr wert als alle anderen Erfolge. Und es gibt nur eine Sorte Mensch, die da anderer Meinung ist: die, die sie nicht gewinnt.“

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