„Podolski zurück nach Köln? Das wäre sein größter Fehler“

Giovan Elber, der frühere Bayern-Stürmer, empfiehlt Nationalspieler Lukas Podolski zu bleiben – und plädiert dennoch für dessen Rivalen Miroslav Klose.
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Der ehemalige Spieler des FC Bayern, Giovane Elber, wird bei der FIFA-Fußball-WM 2014 in Brasilien in den Stadien am ARD-Mikrofon auftauchen.
dpa Der ehemalige Spieler des FC Bayern, Giovane Elber, wird bei der FIFA-Fußball-WM 2014 in Brasilien in den Stadien am ARD-Mikrofon auftauchen.

Giovan Elber, der frühere Bayern-Stürmer, empfiehlt Nationalspieler Lukas Podolski zu bleiben – und plädiert dennoch für dessen Rivalen Miroslav Klose.

AZ: In der Nationalmannschaft dürfen Miroslav Klose und Lukas Podolski oft zusammen stürmen, bei Bayern passiert das so gut wie nie. Dort ist Weltmeister Luca Toni gesetzt. Haben die Bayern ein Luxusproblem?

GIOVANE ELBER: Ich glaube nicht, dass das ein großes Problem ist. Das einzige Problem ist, dass Klose in den letzten Spielen nicht getroffen hat. Das passiert halt.

Trotzdem ist er bei Jürgen Klinsmann bislang gesetzt.

Der Trainer denkt sicher, dass er ihn spielen lassen muss. Wenn er ihn nicht spielen lassen würde, dann sieht man den Klose bis Dezember nicht mehr. Dann geht er unter.

Seine Misere dauert aber schon mehr als ein Jahr an.

Er weiß selbst, dass er noch mehr machen kann. Ich glaube nicht, dass er faul ist. Er muss nur einen kühlen Kopf bewahren. Wenn er auf das Spielfeld geht, hat er schon Angst, dass er versagen wird. Dann macht man die größten Fehler. Man muss einfach rausgehen und spielen. Spui dei Spui, wie der Bayer sagt..

Ein anderer würde das gerne tun: Lukas Podolski, dem Manager Uli Hoeneß „Jammerei“ vorgeworfen hat, träumt weiter von der Rückkehr zum 1. FC Köln.

Podolski zurück nach Köln? Das wäre sein größter Fehler. Er gehört nicht zum FC Köln, derzeit nicht. Lukas ist ein Spieler von großem Kaliber. Er kann bei jedem anderen großen Verein in Europa, er kann bei jedem Spitzenverein spielen. Aber beim 1. FC Köln? Bitte, nicht!

Also würden Sie ihm das Ausland empfehlen?

Er soll beim FC Bayern bleiben. Vielleicht bekommt er schon bald mehr Spielpraxis, das kann sich im Fußball doch von heute auf morgen ändern.

Wie schwierig ist es, sich beim FC Bayern durchzusetzen?

Das weiß man, wenn man zum FC Bayern kommt, dass es nicht einfach ist. Dort sind nur gute Spieler. Aber die Chance für Lukas wird kommen.

Können Sie verstehen, dass er sich ständig beschwert?

Ja klar, und es ist schön so, dass er sich beschwert. Der hat Charakter. Das Schlimmste wäre, wenn er auf der Bank oder der Tribüne sitzt und sagt: „Es geht mir gut!“ Lukas muss halt einfach Geduld haben.

Einer Ihrer Lieblinge hält sich aber eher zurück. Sie haben Breno zum FC Bayern vermittelt. Der Verteidiger ist noch nicht zum Zug gekommen.

Breno ist erst ein halbes Jahr hier. Er braucht Zeit, wie auch Lukas Podolski. Wobei Lukas das Glück hat, wenigstens in der Nationalmannschaft spielen zu können. Aber wie soll Breno jetzt vorbeikommen an Demichelis oder Lucio? Die beiden spielen gut, haben schon letzte Saison gut gespielt. Da muss sich der Junge einfach gedulden.

Was raten Sie also Ihrem Landsmann Breno?

Mach’ es wie Martin Demichelis! Nach zwei, drei Monaten hatte er mich angerufen und gesagt: „Du, Giovane, ich schaff das nicht mehr, ich will weg hier, hier werde ich nicht spielen.“ Heute ist er Stammspieler beim FC Bayern. Das kann Breno auch passieren.

Haben Sie als Südamerika-Experte schon den nächsten Brasilianer für Bayern?

Nein, noch nicht. Die Mannschaft, die der FC Bayern hat, wird Deutscher Meister werden und es in der Champions League vielleicht bis ins Finale schaffen. Dann werden wir mal sehen.

Ist der FC Bayern stark genug, um die Champions League zu gewinnen?

Das wäre natürlich das Größte, aber dazu brauchst du nicht nur eine starke Mannschaft, sondern auch viel Glück.

Kann Jürgen Klinsmann die Bayern zu diesem großen Triumph führen?

Klinsmann hat bei der Nationalmannschaft einen großartigen Job gemacht. Bei Bayern, das muss man abwarten. Alles ist neu, neue Trainer, neues Gelände.

Neu sind auch die Dolmetscher – für jede Nation einen.

So etwas habe ich noch nirgends gesehen. Aber die Spieler haben mir davon erzählt, dass bei Mannschaftsbesprechungen oder nach dem Spiel die Dolmetscher dabei sind. Das ist gut, denn viele Spieler verstehen die deutsche Sprache nicht. So wissen sie, was der Trainer von ihnen will.

Interview: Thorsten Klein

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