Nullzwoa, abgsuffa: Bayern sagen Wiesn-Besuch ab

Nach dem 0:2 in Dortmund sagen die Bayern den traditionellen Oktoberfest-Besuch ab. „In dieser Situation macht es keinen Sinn, auf die Wiesn zu gehen.“ Beckenbauer vermisst Typen wie Jeremies
| Abendzeitung
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Für ein Werbeplakat des Biersponsiors präsentierten die Bayern sich vor einigen Wochen in Lederhosen. Auf die Wiesn werden die Spieler die Tracht heuer nicht ausführen.
sampics Für ein Werbeplakat des Biersponsiors präsentierten die Bayern sich vor einigen Wochen in Lederhosen. Auf die Wiesn werden die Spieler die Tracht heuer nicht ausführen.

MÜNCHEN - Nach dem 0:2 in Dortmund sagen die Bayern den traditionellen Oktoberfest-Besuch ab. „In dieser Situation macht es keinen Sinn, auf die Wiesn zu gehen.“ Beckenbauer vermisst Typen wie Jeremies

Die Patentlösung hatte selbst der Kaiser nicht parat – wie auch nach dem blamablen 0:2? Vorne trifft niemand und hinten hagelt es Fehler wie bei einer Schülermannschaft. Was tun? Rettung naht in Form großer, gut gefüllter Bierkrüge, glaubt Franz Beckenbauer: „An ihrer Stelle würde ich mal auf die Wiesn gehen. Sie müssen sich jetzt zusammen setzen – am besten auf der Wiesn.“ Prima Idee: gemeinsames Kummer-Bier, zusammenrücken, Jetzt-erst-recht-Spirit!

Was der Ehrenpräsident noch nicht wusste: Der FC Bayern hatte gerade seinen für Montag geplanten Wiesn-Besuch abgesagt. „In dieser Situation macht es keinen Sinn, auf die Wiesn zu gehen“, verkündete Sportdirektor Christian Nerlinger auf dem Weg zum Bayern-Bus, „das haben alle gemeinsam entschieden." Zuvor, in der Interviewzone, wussten die Spieler noch nichts von der Absage, hatten sich vielmehr achselzuckend in ihr Wiesn-Schicksal ergeben, nach dem Motto: Mei, hilft ja nix, da müssen wir jetzt durch.

Von wegen. Statt oins, zwoa, gsuffa heißt es nun: Nullzwoa, abgsuffa. Also kein Bier auf der Wiesn, Michi Käfer wird sich grämen. Selbst die Älteren können sich nicht erinnern, dass der Rekordmeister schon mal seinen traditionellen Wiesn-Besuch abgesagt hätte. Aber: Wie sonst kommt der FC Bayern nun aus der Krise? Sportdirektor Nerlinger zeigte sich betroffen: „Das war heute ein gewaltiger Genickschlag.“

Franz Beckenbauer freilich hatte eine weitere Idee: „Jetzt muss man mal anders spielen. Jetzt geht nix mehr mit 70 Prozent Ballbesitz und der ganze Käse – was soll das? Jetzt muss man wieder Zweikämpfe gewinnen, den inneren Schweinhund überwinden. Ohne Zweikämpfe geht’s ja nicht. Jetzt brauchst du solche Typen wie Jens Jeremies!“

Jeremies, inzwischen im Marketing tätig, lief sich zwar nicht direkt warm, dafür hatte aber Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge ordentlich Temperatur: „Das ist ein Alarmsignal für uns. 13 Punkte hinter dem Tabellenführer: Das ist kein Zustand, den sich der FC Bayern erlauben kann. Wir haben zu wenig getan, um das Spiel zu drehen. Ich hake die Meisterschaft noch nicht ab, aber für Siege gibt’s keinen Ersatz mehr.“

Er selbst fand flugs Ersatz für die verpasste Mass auf der Wiesn: ein Bierchen aus der Flasche auf der Busfahrt vom Stadion zum Flughafen. Wohl nicht nur ein Durst-, sondern auch ein Frust-Bier.

tbc/ps

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