Niklas Süle kommt im Sommer aus Hoffenheim: Was sich beim FC Bayern ändert

Der FC Bayern holt im Sommer den Hoffenheimer Niklas Süle. Damit ändert sich die Hierarchie in der Abwehr: Javi Martínez könnte wieder im Mittelfeld aufräumen - und Holger Badstuber den Klub verlassen.  
| Maximilian Koch
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Niklas Süle (links) wechselt im Sommer von der TSG Hoffenheim zum FC Bayern, Holger Badstuber liegt bislang kein neues Vertragsangebot der Münchner vor.
dpa, Rauchensteiner/Augenklick Niklas Süle (links) wechselt im Sommer von der TSG Hoffenheim zum FC Bayern, Holger Badstuber liegt bislang kein neues Vertragsangebot der Münchner vor.

Der FC Bayern holt im Sommer den Hoffenheimer Niklas Süle. Damit ändert sich die Hierarchie in der Abwehr: Javi Martínez könnte wieder im Mittelfeld aufräumen - und Holger Badstuber den Klub verlassen.

München - Als Niklas Süle vor ziemlich genau zwei Jahren seine schwerste Zeit als Fußballprofi durchmachte, gab es da jemanden in München, der an den jungen Verteidiger dachte. Jemand, mit dem Süle niemals gerechnet hätte. Der Abwehrstar der TSG 1899 Hoffenheim lag im Krankenhaus, er hatte sich im Spiel gegen Einzracht Frankfurt einen Kreuzbandriss zugezogen - da blinkte es auf seinem Handy.

"Eine WhatsApp-Nachricht von Boateng", verriet der 21-Jährige nun der "Sport Bild".

"Obwohl ich ihn gar nicht kannte. Ich bin erst mal kurz ausgeflippt. Das war riesig", sagte Süle. In ein paar Monaten wird er die Gelegenheit haben, sich persönlich bei Jérôme Boateng für diese sehr feine Geste zu bedanken.

Süle, eines der größten Abwehrtalente Europas, wird zur kommenden Saison zum FC Bayern wechseln. Das ist kein Geheimnis mehr, es geht nur noch um Süles Gehalt und die Höhe der Ablösesumme, die jenseits der 20-Millionen-Euro-Grenze liegen dürfte.

 

 

"Ein super Spieler", sagte jüngst Mats Hummels über den Hoffnenheimer. Er und Boateng haben künftig einen begabten Ersatzmann mehr im Kader, der in der "Sport Bild" über sich selbst sagt: "Ich bin über den Status hinweg, ein Talent zu sein. Ich möchte vorneweg gehen."

Das passt zum FC Bayern. Süle spielte sich bei den Olympischen Spielen in Rio erstmals international in den Fokus, als er beim Gewinn der Silbermedaille zu den Stützen der Mannschaft gehörte. Im September gab er gegen Finnland (2:0) sein Debüt in der Nationalmannschaft.

Seit Süle seinen Kreuzbandriss vor zwei Jahren überwunden hat, spielt er konstant auf hohem Niveau. Er ist die perfekte Ergänzung zu Hummels und Boateng, wenn einer der beiden Abwehrrecken verletzt ist oder aufgrund der hohen Belastung eine Pause braucht. Das neue Bollwerk.

Aus all diesen Gründen bemühte sich Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen gar nicht erst um ein glaubhaftes Dementi. "Bei Niklas Süle ist es so: Mal ehrlich, mit dem befasst sich jeder Topklub in Europa. Die Klubs wären auch bescheuert, wenn sie sich nicht mit ihm befassen würden."

In erster Linie interne Gründe

Neben Süle wird auch Hoffenheims Sebastian Rudy im Sommer zu den Bayern wechseln - ablösefrei. "Ich habe sie gerne bei mir und hätte sie gern auch im Sommer bei mir", sagt Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann. Doch er weiß, dass er gegen die Reize und Mittel der Bayern machtlos ist. Was der Meister will, das bekommt er meistens auch.

Dass damit gleichzeitig ein aufstrebender Konkurrenten geschwächt wird, gehört auch zur Bayern-Politik. Doch es sind natürlich in erster Linie interne Gründe, die Süle für Bayern so interessant machen.

Was wird aus Badstuber?

Javi Martínez, der den an der Schulter verletzten Boateng erstklassig vertritt, könnte künftig, in den großen Spielen der Champions League, wieder im Mittelfeld spielen. Das kündigte Trainer Carlo Ancelotti zuletzt bereits an. Als erster Abfangjäger, als Sicherheitschef der Bayern - wie im Triplejahr 2013.

Süle dürfte so die Rolle als Vertreter des gesetzten Topduos Boateng/Hummels zufallen. Einem anderen Bayern-Star traut der Klub diese Position offenbar nicht mehr zu: Holger Badstuber. Der Vertrag des so begabten, aber so oft verletzten Innenverteidigers läuft im Sommer aus, bislang hat es keine Gespräche über eine Verlängerung gegeben.

Nutella und Burger bald passé?

Und der Süle-Transfer ist sicher kein positives Signal an Badstuber, der auf nur drei Einsätze in dieser Saison kommt. Klar, dass der 27-Jährige über einen Wechsel im Sommer nachdenkt.

Die Bayern-Zukunft heißt Süle. Was der 1,95-Meter-Mann noch verbessern kann? Seine Vorliebe für Nutella und Burger zügeln. "Er muss ein bisschen abnehmen", sagt Süles früherer U21-Trainer Horst Hrubesch in der "Sport Bild", "dann kann er ein ganz Großer werden."

Einer wie Boateng, sein WhatsApp-Kumpel und künftiger Kollege beim FC Bayern.

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