Nichts zu lachen für den Kaiser - Nullnummer für seine Bayern

Bayern München hat Franz Beckenbauer seinen 65. Geburtstag vermasselt und einen denkbar schlechten Start in die vom Verein selbst ausgerufenen „Wochen der Wahrheit“ hingelegt.
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Routiniers unter sich: Miroslav Klose im Duell mit Thorsten Frings.
dpa Routiniers unter sich: Miroslav Klose im Duell mit Thorsten Frings.

MÜNCHEN - Bayern München hat Franz Beckenbauer seinen 65. Geburtstag vermasselt und einen denkbar schlechten Start in die vom Verein selbst ausgerufenen „Wochen der Wahrheit“ hingelegt.

Die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal kam in ihrem ersten von sieben Pflichtspielen innerhalb von 23 Tagen gegen Werder Bremen nach nur phasenweise überzeugender Vorstellung nicht über ein 0:0 hinaus und erlebte eine missglückte Generalprobe für den Auftakt in der Champions League am Mittwoch gegen die AS Rom. Werder empfängt Tottenham Hotspur am Dienstag nach einem ordentlichen Auftritt mit Selbstvertrauen.

Die Bayern-Fans unter den 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner WM-Arena feierten Beckenbauer vor dem Spiel mit einem Ständchen. Der „Kaiser“ sang anschließend bei dem einst von ihm eingespielten Klassiker „Gute Freunde kann niemand trennen“ mit, seine gute Laune war jedoch mit Spielbeginn passe. Dieselben elf Bayern-Profis, die in Kaiserslautern 0:2 verloren hatten, machten sich offenbar noch Gedanken über ein Geschenk für Beckenbauer und verschliefen die ersten Minuten komplett. Die mutigen Bremer hätten das beinahe bestraft.

Nach einer Freistoßflanke von Marko Marin köpfte Sebastian Prödl den Ball an den linken Pfosten, von wo das Spielgerät an den rechten Fuß von Torhüter Jörg Butt und an die Latte prallte – und schließlich in Butts Arme fiel. Beckenbauer fühlt sich nicht umsonst als „Glückskind“. Warum, belegt auch ein Blick in die Historie: Der FCB hatte zuvor alle sechs Spiele an seinem Geburtstag gewonnen.

Die kuriose Prödl-Szene weckte die Bayern, nun übernahmen sie die Kontrolle. Der gut aufgelegte Franck Ribery, mit neuer, windschnittiger Kurzhaar-Frisur unterwegs, scheiterte aber zweimal an Werder-Torwart Tim Wiese, der auch gegen Thomas Müller parierte. Werder mit den Debütanten Mikael Silvestre und Wesley blieb gefährlich, Butt lenkte einen Schuss von Marin mit Mühe um den Pfosten.

Insgesamt versäumten es die Bayern in der ersten Halbzeit aber, die nach den Ausfällen von Per Mertesacker und Naldo neuformierte Bremer Abwehr noch stärker unter Druck zu setzen. Werder machte die Räume seinerseits geschickt eng, auch der eigentlich offensive Wesley engagierte sich dabei.

Mit Beginn der zweiten Hälfte brachte van Gaal Toni Kroos (für Miroslav Klose), um die spielerische Komponente mehr zu betonen. Das hätte sich fast umgehend bezahlt gemacht, als Kroos in eine Ribery-Flanke rutschte, den Ball aber knapp am Tor vorbeischoss (53. ). Keine 60 Sekunden später scheiterte Kroos an Wiese.

In einer jetzt offeneren Partie verlegte sich Werder, das seit November 2005 nicht mehr in München verloren hatte, weitgehend aufs Kontern. Marko Arnautovic hätte auf diesem Wege beinahe die Führung erzielt, doch Butt war wachsam (64.). Kurz zuvor war Ribery nach tollem Solo an Wiese gescheitert. Der Torhüter war bei einem Weitschuss von Kroos erneut zur Stelle. Bei der besten Bremer Chance schob der für Wesley gekommene Ex-Bayer Tim Borowski nach schöner Vorarbeit von Marin den Ball neben das Tor. Die Bayern hatten in Butt und Ribery, Werder in Wiese und Marin ihre Besten. SID

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