"Nicht ganz so mein Fall": Bayern-Coach Nagelsmann kritisiert Umfeld von Top-Talent Wanner

Im Winter hat Paul Wanner als jüngster Debütant in der Geschichte des FC Bayern für Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt soll er unzufrieden mit seinen Einsatzzeiten gewesen sein. Julian Nagelsmann übt nun Kritik und fordert bessere Leistungen.
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Top-Talent des FC Bayern: Paul Wanner.
Top-Talent des FC Bayern: Paul Wanner. © IMAGO / Sven Simon

München - Deutliche Ansage an Paul Wanner – und vor allem an dessen Umfeld! Angesprochen auf die Einsatzzeiten des Top-Talents hat Bayern-Coach Julian Nagelsmann bemerkenswert offen durchblicken lassen, dass er mit dem Gebaren der Spielerseite zuletzt alles andere als einverstanden war.

"Paul ist 16 Jahre und ein Jung-Profi bei Bayern München. Mir ist das alles die letzten Wochen im Hintergrund des Spielers zu unruhig gewesen. Da bin ich ganz offen und ehrlich. Das ist nicht ganz so mein Fall", sagte der Bayern-Trainer, der zu seinem mehrere Minuten andauernden Monolog über die Situation des 16-Jährigen ansetzte.

Umfeld von Paul Wanner forderte offenbar mehr Spielzeit

Grund für die Kritik von Nagelsmann war offenbar, dass die Wanner-Seite zuletzt mehrfach mehr Spielzeit gefordert und dabei auch in den Medien für Unruhe gesorgt hatte. "Es bringt nichts, wenn man das Thema alle zwei Wochen medial aufploppen lässt und daraus einen Riesen-Skandal macht. Deswegen wird der Spieler auch nicht mehr spielen", erklärte Nagelsmann weiter.

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Der Bayern-Coach hatte vor einigen Wochen angekündigt, dass er nach der gewonnenen Meisterschaft den jüngeren Spielern mehr Einsatzzeit geben werde. "Das ist mit dem Spiel in Mainz und der sich entwickelnden Dynamik ein wenig ins Wasser gefallen, sodass ich das Wort nicht hundertprozentig halten konnte", rechtfertigte sich der 34-Jährige am Freitag.

Paul Wanner: Für die U23 zu jung, für die Profis noch nicht bereit

Das von Nagelsmann angesprochene Spiel in Mainz war das erste, nachdem die Bayern den Titel eine Woche zuvor gegen Borussia Dortmund rechnerisch fix gemacht hatten. Bei den Rheinhessen lieferten die Münchner eine komplett enttäuschende Vorstellung ab und verloren völlig verdient mit 1:3. Hertha-Trainer Felix Magath stieß daraufhin eine Debatte um eine mögliche Wettbewerbsverzerrung durch die Münchner an. Beim darauffolgenden Spiel gegen den VfB Stuttgart (2:2) setzte Nagelsmann auf seine Top-Elf und ließ, abgesehen von Tanguy Nianzou, keines der jüngeren Talente ran.

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Ohnehin sei die Lage bei Wanner etwas komplizierter, wie der Bayern-Coach erklärte. Für die U23, die in der Regionalliga Bayern spielt, ist das Mittelfeld-Juwel aufgrund seines Alters noch nicht spielberechtigt. Um bei der ersten Mannschaft Einsätze zu sammeln, zeigt er nicht die nötige Leistung.

Julian Nagelsmann fordert bessere Leistungen von Paul Wanner

"In der U19 waren seine Spiele nicht so, dass ich auf der Tribüne mit schlackernden Ohren saß. Meine Erwartungshaltung als Trainer ist, dass du einer der besten auf dem Feld sein solltest, wenn du mit den Profis trainierst", so Nagelsmann. Er erwartet, dass sich Wanner nun durchbeißt: "Dass das nicht immer leicht ist, ist mir bewusst. Aber was ist im Leben schon super leicht?" Zwar sei Wanner "ein hochtalentierter Spieler, der extrem viel Potenzial hat", dennoch habe er "noch sehr viel Zeit, um sich zu entwickeln".

Wenn ich 16 wäre und die Chance hätte, beim FC Bayern mit den Profis zu trainieren, dann wäre ich in erster Linie glücklich, dass ich diese Chance habe.

Nagelsmann über Top-Talent Wanner

Erstmals sorgte Wanner im Winter für Schlagzeilen, als er im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach zum Rückrunden-Auftakt im Alter von 16 Jahren und 15 Tagen zum jüngsten Debütanten der Bayern-Geschichte wurde. Insgesamt kam er für die erste Mannschaft zu vier Kurzeinsätzen in der Bundesliga, den bisher letzten absolvierte er Mitte Februar gegen Greuther Fürth. Seitdem spielt er ausschließlich für die U19 und trainiert regelmäßig mit den Profis.

Nagelsmann fordert bei Wanner Geduld: "Alles mit der nötigen Ruhe"

Ein Status, mit dem der 16-Jährige laut Nagelsmann durchaus zufrieden sein kann. "Wenn ich 16 wäre und die Chance hätte, beim FC Bayern mit den Profis zu trainieren, dann wäre ich in erster Linie glücklich, dass ich diese Chance habe", meinte der gebürtige Landsberger und stellte klar: "Wenn die Leistungen stimmen, wird man dann auch Einsatzzeiten bekommen. Alles mit der nötigen Ruhe."

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