Neue Barça-Ära? "Dafür ist Bayern viel zu stark"

Barcelona ist nach dem Triple die Nummer 1 in Europa. Experte Thomas Helmer glaubt aber nicht an eine Dauer-Dominanz der Katalanen, dafür kann er sich Jürgen Klopp als Trainer in München vorstellen.
| Julian Buhl
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Thomas Helmer: Der 50-jährige Europameister von 1996 spielte von 1992 bis 1999 beim FC Bayern. Er ist Fußball-Experte und moderiert den Sport1-"Doppelpass".
firo/Augenklick/AZ Thomas Helmer: Der 50-jährige Europameister von 1996 spielte von 1992 bis 1999 beim FC Bayern. Er ist Fußball-Experte und moderiert den Sport1-"Doppelpass".

AZ: Herr Helmer, der FC Barcelona hat die Champions League und damit auch das Triple gewonnen. Ist Barça wieder so stark wie damals unter Trainer Pep Guardiola?

THOMAS HELMER: Wer kann sich denn daran noch erinnern? (lacht)

Wird man sich dann bald an den Ausgangspunkt einer neuen Barça-Ära erinnern?

Glaube ich nicht. Dafür sehe ich Bayern und die anderen Konkurrenten viel zu stark. Sie haben eine überragende Champions-League-Saison gespielt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Bayern oder andere Teams nicht in der Lage sind, Barcelona mal zu schlagen.

Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar haben zusammen 122 Pflichtspieltore erzielt, da kann selbst der FC Bayern nur staunend rüber schauen...

Das Erstaunliche ist, dass die Drei wirklich miteinander spielen. In der Zeit unter Guardiola hatte man eher den Eindruck, dass es nur – oder zumindest viel – um Messi geht. Das hat sich geändert. Sie sind natürlich brandgefährlich da vorne. Aber es kann ihnen ja auch mal passieren, dass zwei von denen ausfallen.

Nach drei Gegentreffern in den letzten dreizehn Minuten des Hinspiels war der FC Bayern im Halbfinale gegen Barça quasi chancenlos...

Das finde ich nicht. Da wurden drei gravierende Fehler gemacht, vor allem beim letzten Gegentor. Wenn Bayern defensiv gut gespielt hätte, hätten sie eine gute Chance gehabt. Barcelona war überlegen und Manuel Neuer hat die Bayern auch erst im Spiel gehalten. Wenn man beide Spiele sieht, waren sie aber nicht total unterlegen.

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Der FC Bayern hatte Verletzungsprobleme. Wie hätte es mit Robben, Alaba, Ribéry und Co. ausgesehen?

Es hätte dann jedenfalls mehr Möglichkeiten von der Bank gegeben. Gegen Barça gab es ja in der Offensive fast gar keine Alternativen.

Vor allem Robben und Ribéry konnten nicht ersetzt werden. Wird sich Bayern deshalb jetzt um Alternativen bemühen?

Das ist genau richtig und muss so gemacht werden. Die Frage ist, ob es solche Spieler in dieser Form nochmal gibt. Das wird schwer werden, so jemanden zu finden. Im Eins-gegen-eins sind ganz wenige in der Lage, überhaupt so ähnlich zu spielen.

Das könnte dann schnell teuer werden...

Das glaube ich auch. (lacht)

Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen hat gesagt, dass ein 100-Millionen-Transfer grundsätzlich möglich sei...

Ich glaube nicht, dass der FC Bayern das machen würde. Einen Spieler für diesen Wert gibt es ja noch nicht. Aber ein Kevin De Bruyne ist natürlich ein interessanter Spieler. Und der wird auch nicht ganz so billig sein.

Lesen Sie hier: Welcher Wunsch tief in Alaba schlummert

Sehen Sie noch weiteren Bedarf an Verstärkungen?

Ich würde hinter Lewandowski noch jemanden suchen, gerade wenn Pizarro aufhört. In der Innenverteidigung kann man sicherlich auch darüber nachdenken.

Viele Spieler im Kader sind über 30. Ist ein Umbruch im Sommer sinnvoll?

Bei Bayern werden ja jedes Jahr neue Spieler geholt. Karl-Heinz Rummenigge hat das mal ganz gut beschrieben und gesagt, dass sich dadurch auch andere Hierarchien bilden sollen und der Konkurrenzkampf hoch bleibt. Man muss es aber nicht radikal machen und sagen: Alle Über-30-Jährigen gehen jetzt mal schön nach Hause und wir holen jetzt nur 20-Jährige.

Mario Götze sollte eigentlich in die Rolle eines Führungsspielers hineinwachsen...

Manchmal hat er gute Spiele, dann sind seine Leistungen wieder sehr schwankend und ein paar schlechtere Spiele dabei, in denen er untertaucht. Da erwartet man mehr von ihm.

Götzes ehemaliger Trainer, Jürgen Klopp, legt jetzt doch erst mal eine Pause ein...

Ich verstehe das vollkommen. Er hat ja mit seiner Mannschaft die ganze Power miterlebt. Eigentlich müsste er genauso kaputt sein wie alle anderen. Er muss sich ja keine Sorgen machen und wird schon irgendwo unterkommen, bei einem guten Verein oder sogar bei einem sehr guten.

Irgendwann vielleicht beim FC Bayern?

Ich kann mir das gut vorstellen, klar. Die Fähigkeiten und die Qualifikation dafür hat er schon mehrfach unter Beweis gestellt. Medienmäßig ist er ja auch ein Profi.

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