Nerlinger: Aus dem Kreißsaal in die Wüste

Bayerns Sportdirektor im Stress: Vor der Abreise ins Trainingslager musste er binnen drei Tagen drei Transfers bewältigen – und wurde am Sonntag auch noch Vater.
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Vetraut seiner Mannschaft: Sportdirektor Christian Nerlinger
dpa Vetraut seiner Mannschaft: Sportdirektor Christian Nerlinger

MÜNCHEN - Bayerns Sportdirektor im Stress: Vor der Abreise ins Trainingslager musste er binnen drei Tagen drei Transfers bewältigen – und wurde am Sonntag auch noch Vater.

Es sind aufregende Tage für Christian Nerlinger. Kein Raclette, keine Silvesterraketen – eher das Handy samt Aufladegerät waren die wichtigsten Utensilien des 36-Jährigen in den letzten Tagen. Weihnachtsferien sollten es sein, die staade, besinnliche Zeit. Nichts war’s.

Es wurden ganz und gar stressige Tage im Hause Nerlinger – beruflich wie privat. Zwischen all den Telefonaten mit Spielern, deren Beratern, den Trainern und Managern erkundigte er sich immer wieder bei seiner Frau Christiane. Der errechnete Geburtstermin für das zweite Kind nach Sohn Vincent (kam Ende 2007 zur Welt) war der 1. Januar, nur zwei Tage vor der Abreise der Bayern ins Trainingslager nach Dubai. Um 16 Uhr am Sonntag war es dann soweit. Der kleine Quirin kam zur Welt, Mutter und Kind sind wohlauf. Nerlinger wird versuchen, noch am Montag ins Bayern-Trainingslager nach Dubai nachzureisen. „Erst mal verändert sich mein Familienkader", hatte Nerlinger zuletzt gesagt auf die Frage nach dem Personal, das er in seinem Job zu betreuen hat.

Denn die Transferpolitik des FC Bayern trägt in dieser Winterpause erstmals die Handschrift des Sportdirektors Nerlinger. Auch wenn es Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge war, der aufgrund seiner fließenden Italienisch-Kenntnisse das Leihgeschäft von Luca Toni mit den Verantwortlichen des AS Rom abwickelte, blieben einige Aufgaben für Nerlinger. Mit Nürnbergs Manager Martin Bader hatte er die Ausleihe von Breno sowie Andreas Ottl bis Saisonende vereinbart und mit Schalkes Trainermanager Felix Magath noch am Samstagabend Einigung über einen Wechsel von Alexander Baumjohann erzielt. Drei Transfers in drei Tagen – rekordverdächtig für einen Einsteiger.

Für einen Mann, der seit 1. Januar mehr Verantwortung hat, da Uli Hoeneß’ Vertrag als Bayern-Manager offiziell erst Silvester endete. Für einen Mann, der auf der Reise nach Dubai erstmals alleinverantwortlicher Delegationsleiter sein wird, da Präsident Hoeneß am Tegernsee bleibt und die Vorstände Rummenigge und Hopfner nie mit ins Trainingslager reisen. Doch am Wochenende war selbst Nerlingers Anreise wegen der erwarteten Geburt seines Kindes ungewiss.

„Wir wollen die Grundlage für eine erfolgreiche Rückrunde legen“, sagte Nerlinger vor dem einwöchigen Aufenthalt am Persischen Golf. „Wir haben gute Bedingungen – nur Training, keine Spiele.“ Bleibt also Zeit für zahlreiche Gespräche, nun hat er die Verantwortung für Millionenablösesummen und Millionengehälter. Nerlinger: „Wir sind immer bereit, mit unzufriedenen Spielern zu reden. Die Tür ist immer offen.“ Nur in eine Richtung. Denn, so Nerlinger: „Wir planen keine Einkäufe.“ Außer fürs Baby.

Patrick Strasser

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