Nach neuem Kane-Deal wird es für FC-Bayern-Boss Dreesen richtig knifflig

Jan-Christian Dreesen, Vorstandschef des FC Bayern, ist gerade dabei, den neuen Vertrag mit Stürmer Harry Kane zu finalisieren. Dann wartet eine wohl noch kniffligere Mission auf ihn: Michael Olise soll über 2029 hinaus bleiben.
Maximilian Koch |
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Bayerns Chef-Verhandler: Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (l.), hier mit Harry Kane und Frauenfußball-Direktorin Bianca Rech.
Bayerns Chef-Verhandler: Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (l.), hier mit Harry Kane und Frauenfußball-Direktorin Bianca Rech. © IMAGO/Maximilian Koch

Nach der Länderspielpause könnte es bei Harry Kane und dem FC Bayern schnell gehen: In den Gesprächen über eine Vertragsverlängerung sind sich beide Seiten zuletzt näher gekommen, nach AZ-Informationen ist eine Einigung mit dem 33-jährigen Ballon-d'Or-Kandidaten in Sicht. Bis zuletzt ging es um die Frage, ob Kanes 2027 auslaufender Kontrakt bis 2029 oder 2030 ausgedehnt wird. Womöglich erhält er nun einen Vertrag bis 2029 mit einer Option für ein weiteres Jahr.

Rummenigge sieht in Kane eine Ausnahme

"Harrys Bruder und sein Vater verhandeln gerade mit Jan-Christian Dreesen", sagte Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge gerade erst im AZ-Interview: "Ich bin optimistisch, dass sie eine gute Lösung finden. Früher hätte ich gesagt: Bei Spielern über 30 sollte man grundsätzlich nur Einjahresverträge machen. Aber es gibt eben Ausnahmen, wenn du von einem Spieler überzeugt bist. Und das sind wir bei Harry. Man darf nicht vergessen: In drei Jahren war er nur einmal verletzt."

Aktuell für Kane im Einsatz: Kane.
Aktuell für Kane im Einsatz: Kane. © IMAGO/Slavek Ruta

Vertragsklauseln und Premier-League-Option

Die Münchner glauben daran, dass Kane auch mit 36 Jahren seine Tore schießt – oder geniale Pässe aus dem offensiven Mittelfeld heraus spielt. Laut Transfer-Insider Fabrizio Romano soll es zudem zwei weitere Klauseln in Kanes Vertrag geben: Zum einen eine Ausstiegsklausel, die es dem Engländer ermöglicht, in die Premier League zurückzukehren.

Und zum anderen ein sogenanntes "Matching Right" für seinen Ex-Klub Tottenham Hotspur. Sollte der FC Bayern in Zukunft ein Angebot eines anderen Klubs für Kane akzeptieren, könnten die Spurs demnach zu den gleichen Konditionen mitziehen. An dem Angreifer gab es zuletzt schon Interesse aus Saudi-Arabien.

Kane fühlt sich mit seiner Familie wohl in München.
Kane fühlt sich mit seiner Familie wohl in München. © IMAGO/FC Bayern München via Revierfoto / xRx

Dreesen als zentraler Verhandlungspartner

Über all diese Details spricht gerade ein Mann mit der Kane-Seite: CEO Dreesen, der ebenso wie Rummenigge schon 2023 bei Kanes Verpflichtung entscheidend involviert war. "Wir sind in guten Gesprächen", sagte Dreesen bei Bayerns Wiesn-Besuch vor anderthalb Wochen: "Er wird sich jetzt die Zeit nehmen, die drei Wochen – und dann sollte es langsam zu Ende kommen."

Dreesen, der frühere Finanzvorstand und Top-Banker, ist bei Bayern derjenige, der die großen Deals einfädelt. Aufgrund seiner Erfahrung, Empathie und nicht zuletzt dank seines Verhandlungsgeschicks wird er intern sehr geschätzt. "Ich weiß nicht, wie viele Verhandlungen Jan und ich gemeinsam geführt haben, aber immer war am Ende des Tages alles zufriedenstellend", schwärmte Rummenigge vom 59-Jährigen.

Olise als nächste Großaufgabe

Klar ist aber auch: Dreesens nächste Mission nach der Kane-Verlängerung dürfte noch komplizierter werden. Denn mit Michael Olise soll auch der zweite Superstar der Münchner verlängern. "Olise hat noch einen Vertrag bis 2029. Man wird sich irgendwann mit ihm unterhalten und ein entsprechendes Angebot unterbreiten müssen", sagte Rummenigge: "Er ist herausragend auf seiner Position. Dort gibt es zwei Topspieler: ihn und Lamine Yamal. Olises Spiel ist im Moment sogar noch reifer. Olise und Harry sind in meiner Familie übrigens die absoluten Lieblingsstars. Alle meine Enkel tragen Olise- oder Kane-Trikots."

Einer der besten Außenspieler der Welt: Michael Olise.
Einer der besten Außenspieler der Welt: Michael Olise. © IMAGO/Alex Nicodim

Mögliche Ausstiegsklausel für Olise

Und das soll noch lange so bleiben. Bislang gab es nach AZ-Informationen keine Verhandlungen zwischen Bayern und der Olise-Seite, das könnte sich aber in den kommenden Wochen ändern. Bei einer vorzeitigen Verlängerung würde der 24-jährige Franzose zu den Topverdienern Kane und Jamal Musiala aufsteigen. Beiden kassieren etwa 25 Millionen Euro pro Jahr. Laut "Sport Bild" wünscht sich Olise zudem eine Ausstiegsklausel – damit andere interessierte Topklubs wie Real Madrid, der FC Barcelona oder Paris Saint-Germain irgendwann zugreifen können?

Bayerns Chef-Verhandler Dreesen wird in den nächsten Monaten gefordert sein.

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